Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fachtagung "Kinder mit Anenzepahlie" an der Uni Erfurt

09.11.2010
Mit einem sehr sensiblen Thema beschäftigt sich am kommenden Freitag und Samstag, 12./13. November, eine Fachtagung des Lehrstuhls Pädagogik für Menschen mit geistiger Behinderung der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät und dem Lehrstuhl für Moraltheologie und Ethik der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt in der Villa Martin auf dem Campus der Hochschule.

„Kinder mit Anenzephalie“ ist die Veranstaltung überschrieben und sie soll Fachleuten ganz unterschiedlicher Wissenschaftsdisziplinen sowie betroffenen Eltern und Angehörigen die Möglichkeit zum Austausch bieten.

Als Anenzephalie wird das Fehlen des Großhirns bezeichnet, eine der häufigsten Fehlbildung des Gehirns, die etwa eins von 1000 Lebendgeborenen betrifft. Eine Heilung gibt es für diese Fehlbildung nicht, die betroffenen Kinder überleben bestenfalls wenige Tage. „Aber immer mehr Eltern entscheiden sich trotz dieser Diagnose dafür, die Schwangerschaft fortsetzen“, sagt Prof. Dr. Harald Goll von der Universität Erfurt.

„Der Grund ist, dass sie die gewonnene Zeit nutzen wollen, um das kurze Zusammensein mit ihrem Kind bereits vor der Geburt bewusst zu erleben und in Ruhe Abschied nehmen zu können.“ Dieser Trend sei international zu beobachten. Angesichts der massiven Schädigung des Gehirns und der kurzen Lebenserwartung stellten sich so anthropologisch-ethische Grundfragen des Menschseins sowie Fragen nach den Voraussetzungen für Bewusstsein, Wahrnehmung und Empfindung.

Hinzu kommen praxisrelevante Forschungsaufgaben der Entwicklung adäquater Angebote zur Begleitung von Eltern und Kind. Prof. Goll: „Mit diesem Thema wollen wir uns bei unserer Tagung beschäftigen und dabei Wissenschaftler und betroffene Eltern zusammenbringen.“

Seit 2003 besteht zwischen dem Fachgebiet Sonder- und Sozialpädagogik / Pädagogik für Menschen mit geistiger Behinderung der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Erfurt und dem Lehrstuhl für Moraltheologie und Ethik an der Katholisch-Theologischen Fakultät eine Forschungskooperation. Gemeinsam haben die Wissenschaftler bislang sechs internationale Tagungen zur Situation von Kindern mit Anenzephalie und ihren Eltern veranstaltet. Daraus ist inzwischen ein interdisziplinär angelegtes „Netzwerk Anenzephalie“ aus den Bereichen Medizin, Philosophie, Psychologie, und Rechtswissenschaften entstanden.

Der kulturwissenschaftliche Zugang, die interdisziplinäre Zusammensetzung und die Einbindung betroffener Eltern als Experten in eigener Sache bilden dabei ein zentrales Charakteristikum und methodisches Element der Erkenntnisgewinnung dieses Forschungsverbundes. Die Tagung am kommenden Wochenende ist ein weiterer Schritt, dieses Netzwerk zu stärken. Zum einen wird es dabei einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen geben, zum anderen werden Vorträge und Workshops angeboten, die Hilfestellungen beim Umgang mit dem Thema bieten sollen.

Nähere Informationen / Kontakt:
Prof. Dr. Harald Goll
Tel.: 0361/737-2260
E-Mail: harald.goll@uni-erfurt.de

Carmen Voigt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-erfurt.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Im Spannungsfeld von Biologie und Modellierung
26.09.2017 | Technische Universität Darmstadt

nachricht Archaeopteryx, Klimawandel und Zugvögel: Deutsche Ornithologen-Gesellschaft tagt an der Uni Halle
26.09.2017 | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste lichtgetriebene Stromquelle der Welt

Die Stromregelung ist eine der wichtigsten Komponenten moderner Elektronik, denn über schnell angesteuerte Elektronenströme werden Daten und Signale übertragen. Die Ansprüche an die Schnelligkeit der Datenübertragung wachsen dabei beständig. In eine ganz neue Dimension der schnellen Stromregelung sind nun Wissenschaftler der Lehrstühle für Laserphysik und Angewandte Physik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) vorgedrungen. Ihnen ist es gelungen, im „Wundermaterial“ Graphen Elektronenströme innerhalb von einer Femtosekunde in die gewünschte Richtung zu lenken – eine Femtosekunde entspricht dabei dem millionsten Teil einer milliardstel Sekunde.

Der Trick: die Elektronen werden von einer einzigen Schwingung eines Lichtpulses angetrieben. Damit können sie den Vorgang um mehr als das Tausendfache im...

Im Focus: The fastest light-driven current source

Controlling electronic current is essential to modern electronics, as data and signals are transferred by streams of electrons which are controlled at high speed. Demands on transmission speeds are also increasing as technology develops. Scientists from the Chair of Laser Physics and the Chair of Applied Physics at Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) have succeeded in switching on a current with a desired direction in graphene using a single laser pulse within a femtosecond ¬¬ – a femtosecond corresponds to the millionth part of a billionth of a second. This is more than a thousand times faster compared to the most efficient transistors today.

Graphene is up to the job

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Im Spannungsfeld von Biologie und Modellierung

26.09.2017 | Veranstaltungen

Archaeopteryx, Klimawandel und Zugvögel: Deutsche Ornithologen-Gesellschaft tagt an der Uni Halle

26.09.2017 | Veranstaltungen

Unsere Arbeitswelt von morgen – Polarisierendes Thema beim 7. Unternehmertag der HNEE

26.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Europas erste Testumgebung für selbstfahrende Züge entsteht im Burgenland

26.09.2017 | Verkehr Logistik

Nerven steuern die Bakterienbesiedlung des Körpers

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit künstlicher Intelligenz zum chemischen Fingerabdruck

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie