Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fachforum „Hydrothermale Prozesse“ zur Gewinnung marktfähiger Energieträger

19.09.2014

Durch hydrothermale Prozesse kann das Potenzial bisher weitgehend ungenutzter, biogener Abfall- und Reststoffe erschlossen werden.

Innovative Bioenergieträger, wie die sog. grüne Kohle, grüne Kraftstoffe oder grüne Chemikalien sind das Ergebnis dieser hochmodernen Plattformtechnologien. Das vom Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ) veranstaltete Fachforum „Biobasierte hydrothermale Prozesse – Technologien zur stofflichen und energetischen Nutzung“ stellt am 11./12. November 2014 in Leipzig die ganze Bandbreite der hydrothermalen Umwandlung, die Ausgangsstoffe, die Prozesse, die Apparate, die Produkte und die Randbedingungen in Theorie und Praxis vor.

Hydrothermale Verfahren eröffnen neue Umwandlungswege, um biobasierte Produkte zur Strom- und Wärmebereitstellung zu gewinnen. Der Prozess der hydrothermalen Carbonisierung (HTC) ist eine sehr effiziente Technologie, um aus biogenen Reststoffen HTC-Kohle herzustellen, die als marktfähiger Brennstoff die fossile Braunkohle ersetzen kann.

Die Prozesse der hydrothermalen Verfahren nehmen zudem eine immer bedeutendere Rolle in der Bioökonomie ein. „Hydrothermale Prozesse sind hervorragend geeignet, um zur Koppelproduktion von Energieträgern und stofflichen Erzeugnissen beizutragen. Außerdem stehen reststoffbasierte, feuchte Biomassen in keiner Konkurrenz zu anderen Nutzungsoptionen wie der Nahrungsmittelproduktion und tragen somit zu einer hohen sozialen Akzeptanz dieses ressourcenschonenden Bioenergieträgers bei“, betont Arbeitsgruppenleiter Dr. Marco Klemm, Forschungsbereich Bioraffinerien am DBFZ, der seit 2010 Projekte in diesem Umfeld leitet.

Das zweitägige Fachforum widmet sich am ersten Tag eher anwendungsorientierten Themen, die besonders für Praktiker, Wirtschaftsunternehmen, kommunale Betriebe und Techniker interessant sind. Auftakt ist eine exklusive Besichtigung der HTC-Demonstrationsanlage bei den Stadtwerken Halle. Die Exkursion beginnt um 9 Uhr am Hauptbahnhof in Leipzig. Am Nachmittag wird die Tagung mit praxisnahen Vorträgen und Diskussionen in den Tagungsräumen der Leipziger Foren, Hainstraße 16, fortgesetzt. Im Fokus stehen allgemeine Grundlagen, wie z. B. optimale Ausgangsstoffe und Apparatetechnik, HTC-Verfahren und Best Practice-Beispiele.

Am zweiten Tag werden die wissenschaftlichen Fragestellungen vertieft. Themen sind z. B. die Verflüssigung von Ausgangsstoffen, hydrothermale Verfahren zur Produktion von Grund- und Feinchemikalien, Abwasserbehandlung, spezielle Fragen der Mess- und Regelungstechnik, die Biomasseumwandlung in alternativen polaren Reaktionsmedien. Hier sind besonders Mitarbeiter von universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen angesprochen.

Pressevertreter haben die Möglichkeit an beiden Tagen mit entsprechender Anmeldung und Akkreditierung teilzunehmen.

Partner dieses Fachforums sind die Stadtwerke Halle und die Programmbegleitung des Förderprogramms „Energetische Biomassenutzung“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, mit denen das DBFZ das Projekt „Integrierte Verwertungsanlage und Strategien für kommunale Biomasse – HTC Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft“ seit Ende 2010 mit einer Projektlaufzeit von vier Jahren durchführt.

Hintergrund
Das Deutsche Biomasseforschungszentrum beschäftigt sich im Rahmen seiner wissenschaftlichen Forschungsarbeit seit Beginn an mit hydrothermalen Prozessen. In verschiedensten Projekten wurden Methoden, Technologien und Produkte mit Partnern aus der Wirtschaft entwickelt. Ein wichtiger und langjähriger Partner sind die Stadtwerke Halle. Mit der Einweihung der HTC-Demonstrationsanlage im Juli 2013 war ein wichtiger Meilenstein zur Erprobung der Herstellung eines braunkohleähnlichen Energieträgers auf Biomassebasis erreicht. Ziel ist die Produktion der klimafreundlichen grünen Kohle im Jahr 2015 und die Weiterentwicklung des Konzepts, um es weiteren kommunalen und nicht kommunalen Entsorgungsunternehmen anbieten zu können. Damit wird ein signifikanter Klimaschutzbeitrag in der Region und darüber hinaus erreicht.

Forschung für die Energie der Zukunft – DBFZ
Das Deutsche Biomasseforschungszentrum arbeitet als zentraler und unabhängiger Vordenker im Bereich der energetischen Biomassenutzung an der Frage, wie die begrenzt verfügbaren Biomasseressourcen nachhaltig und mit höchster Effizienz zum bestehenden, vor allem aber auch zu einem zukünftigen Energiesystem beitragen können. Im Rahmen der Forschungstätigkeit identifiziert, entwickelt, begleitet, evaluiert und demonstriert das DBFZ die vielversprechendsten Anwendungsfelder für Bioenergie und die besonders positiv herausragenden Beispiele gemeinsam mit Partnern aus Forschung, Wirtschaft und Öffentlichkeit.

Weitere Informationen:

Weitere Informationen zur Tagung und Anmeldung finden Sie unter: www.dbfz.de/htp

Katrin Schumacher | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017
16.08.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

nachricht Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen
15.08.2017 | Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie - Hans-Knöll-Institut (HKI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten den „anderen Hochtemperatur-Supraleiter“

Eine von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) geleitete Studie zeigt, dass Supraleitung und Ladungsdichtewellen in Verbindungen der wenig untersuchten Familie der Bismutate koexistieren können.

Diese Beobachtung eröffnet neue Perspektiven für ein vertieftes Verständnis des Phänomens der Hochtemperatur-Supraleitung, ein Thema, welches die Forschung der...

Im Focus: Tests der Quantenmechanik mit massiven Teilchen

Quantenmechanische Teilchen können sich wie Wellen verhalten und mehrere Wege gleichzeitig nehmen, um an ihr Ziel zu gelangen. Dieses Prinzip basiert auf Borns Regel, einem Grundpfeiler der Quantenmechanik; eine mögliche Abweichung hätte weitreichende Folgen und könnte ein Indikator für neue Phänomene in der Physik sein. WissenschafterInnen der Universität Wien und Tel Aviv haben nun diese Regel explizit mit Materiewellen überprüft, indem sie massive Teilchen an einer Kombination aus Einzel-, Doppel- und Dreifachspalten interferierten. Die Analyse bestätigt den Formalismus der etablierten Quantenmechanik und wurde im Journal "Science Advances" publiziert.

Die Quantenmechanik beschreibt sehr erfolgreich das Verhalten von Partikeln auf den kleinsten Masse- und Längenskalen. Die offensichtliche Unvereinbarkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

Anbausysteme im Wandel: Europäische Ackerbaubetriebe müssen sich anpassen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Einblicke in die Welt der Trypanosomen

16.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Maschinensteuerung an Anwender: Intelligentes System für mobile Endgeräte in der Fertigung

16.08.2017 | Informationstechnologie

Komfortable Software für die Genomanalyse

16.08.2017 | Informationstechnologie