Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Expertenkonferenz zur Wechselwirkung von Metallen in der Biologie

08.07.2016

Die BioMetals-Konferenz wird in zweijährigem Abstand von der „International BioMetals Society“ ausgetragen. Diese Organisation befasst sich mit allen Metallen – angefangen bei Eisen und Zink über Cadmium und Arsen bis hin zu radioaktiven Schwermetallen –, die in biologischen Systemen eine Rolle spielen. Vom 10. bis 15. Juli 2016 findet die zehnte BioMetals-Konferenz im Art‘otel in Dresden statt. Die Organisation vor Ort liegt beim Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR).

“Wir erwarten Wissenschaftler von allen Kontinenten”, sagt der Chemiker Dr. Gerhard Geipel vom Institut für Ressourcenökologie des HZDR. Es ist sein Verdienst, dass die BioMetals-Konferenz dieses Jahr in Dresden tagt. „Es handelt sich um das wichtigste Expertentreffen in unserem kleinen und äußerst interdisziplinären Fachgebiet, in dem sich alles um das Verhalten von Metallen in lebenden Organismen dreht.“


Der Chemiker Dr. Gerhard Geipel ist Experte für die Spektroskopie an radioaktiven Schwermetallen am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf.

HZDR/Oliver Killig

Das Programm des sechstägigen Treffens in Dresden ist vielfältig: In 13 eingeladenen Vorträgen, 61 Kurzbeiträgen und auf 36 Postern werden Fragestellungen zu Metallen in Biologie, Medizin und Umwelt behandelt. Besondere Schwerpunkte sind: Metalltransport – v.a. Zink und Eisen –, Regulation und Aufnahme von Metallen und Signalpfade in Organismen, Erkrankungen, Wechselwirkung von Metallen mit Pflanzen und Mikroorganismen, Sensoren und Koordinationschemie in der Umweltanalytik und nicht zuletzt Fragen zu Toxizität und Schutzmechanismen. Ein besonderer Fokus liegt dieses Jahr auf dem Verhalten von Radionukliden in biologischen Systemen.

Erstmalig wird auf der BioMetals-Konferenz ein Programm für junge Wissenschaftler angeboten. Eine Industrieausstellung und ein touristisches Rahmenprogramm runden die Tagung ab.

Forschung an radioaktiven Metallen in Dresden

Radioaktivität ist einerseits ein natürliches Phänomen – man denke etwa an Uran, das im Erdboden und in Gesteinen vorkommt –, andererseits erzeugt der Mensch radioaktive Schwermetalle (Actinide). So entstehen bei der Spaltung von Atomkernen in Kernkraftwerken radioaktive Abfälle, die nur sehr langsam zerfallen.

Die Frage der Endlagerung ist in den meisten Ländern, so auch in Deutschland, noch ungeklärt. Wissenschaftler am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf untersuchen das Verhalten von radioaktiven Schwermetallen in verschiedenen geologischen Formationen, die für ein Endlager prinzipiell infrage kommen.

In den letzten Jahren beschäftigen sie sich aber auch verstärkt mit Fragen wie: Welche Rolle spielen Bakterien für den Transport von Radionukliden in der Umwelt? Können Mikroorganismen die Mobilität von Uran, Plutonium und Co. untertage einschränken? Wie können diese Prozesse im Labor nachgestellt und genauer studiert werden? Wie können die strahlenden Substanzen sicher vom Nahrungspfad isoliert werden?

Eine konkrete Fragestellung, die von HZDR-Wissenschaftlern derzeit im Rahmen des EU-Projekts MIND untersucht wird, gilt geotechnischen Barrieren im Endlager. Werden hochradioaktive Abfälle aus Kernkraftwerken beispielsweise in Granitgestein gelagert, sollen Barrieren deren Ausbreitung für den Fall verhindern, dass Wasser in das Endlager eintritt. Ein Kandidat dafür ist Bentonit, das aus der Verwitterung von Vulkanaschen entsteht.

Das darin enthaltene Tonmineral Montmorillonit quillt auf, sobald es mit Wasser in Berührung kommt, und versiegelt so mögliche Spalten und Risse der Barriere. Die Gegenwart von Mikroorganismen könnte allerdings dazu führen, dass sich das Montmorillonit in ein anderes Tonmineral umwandelt, das keine quellenden Eigenschaften hat. Diese und weitere Themen wollen die Wissenschaftler des Instituts für Ressourcenökologie am HZDR in den nächsten Jahren genauer unter die Lupe nehmen.

Ansprechpartner:
Dr. Gerhard Geipel
Institut für Ressourcenökologie am HZDR
Tel. +49 351 260 – 2306 oder 2529
E-Mail g.geipel@hzdr.de

Medienkontakt:
Dr. Christine Bohnet
Pressesprecherin und Leitung HZDR-Kommunikation
Tel. +49 351 260 2450
Mobil +49 160 969 288 56
E-Mail c.bohnet@hzdr.de

Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) forscht auf den Gebieten Energie, Gesundheit und Materie. Folgende Fragestellungen stehen hierbei im Fokus:
• Wie nutzt man Energie und Ressourcen effizient, sicher und nachhaltig?
• Wie können Krebserkrankungen besser visualisiert, charakterisiert und wirksam behandelt werden?
• Wie verhalten sich Materie und Materialien unter dem Einfluss hoher Felder und in kleinsten Dimensionen?
Zur Beantwortung dieser wissenschaftlichen Fragen werden Großgeräte mit einzigartigen Experimentiermöglichkeiten eingesetzt, die auch externen Messgästen zur Verfügung stehen.
Das HZDR ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Es hat vier Standorte (Dresden, Leipzig, Freiberg, Grenoble) und beschäftigt rund 1.100 Mitarbeiter – davon ca. 500 Wissenschaftler inklusive 150 Doktoranden.

Dr. Christine Bohnet | Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf
Weitere Informationen:
http://www.hzdr.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni
24.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet
24.05.2017 | Deutsche Diabetes Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften