Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Expertengruppe Sicherheit: Zu Risiken und Nebenwirkungen von Nanopartikeln

29.08.2012
5. NRW Nano-Konferenz in Dortmund ist Plattform zur Information der Öffentlichkeit

Längst kommen sie in Sportsocken, Autolacken und in der IT zum Einsatz: Nanopartikel machen Textilien frischer, Lacke kratzfest und die Kommunikation schneller. Doch was passiert, wenn Menschen mit Nanomaterialien in Kontakt kommen? Und welche Auswirkungen haben Nanopartikel auf unsere Umwelt?

Den neuesten Stand der Sicherheitsforschung und aktuelle Fragen diskutieren Kapazitäten aus Wirtschaft und Wissenschaft vom 18. bis 19. September bei der 5. NRW Nano-Konferenz in Dortmund.

Die aktuellen Entwicklungen der Nanotechnologie sind vielversprechend, aber welche Risiken diese bergen, ist so schwer zu ergründen wie die winzigen Nanopartikel selbst. „Hier geht es um die Sicherheit vor allem von Nanopartikeln, die weltweit in immer mehr industriellen Produkten zum Einsatz kommen“, erklärt Dr. Jürgen Schnekenburger. Der Leiter des Biomedizinischen Technologiezentrums an der Universität Münster spricht von Partikeln, die zwischen einem und hundert Nanometer groß sind. Ein Nanometer ist das Milliardstel eines Meters, schon der Durch¬messer eines menschlichen Haares ist 1.000 Mal größer.

Kein Anlass, das Risiko von Nanomaterialien zu dramatisieren

Im Bereich der industriellen Anwendung sieht Schnekenburger derzeit „absolut keinen Anlass, das potenzielle Risiko von Nanomaterialien zu dramatisieren.“ Jedoch müsse man vorausschauend handeln und die Sicherheit bei der Verwendung von Nanopartikeln heute erforschen, um für die Zukunft gewappnet zu sein.

Hier ist sich die „Expertengruppe Sicherheit“, die sich für die 5. NRW Nano-Konferenz gebildet hat, einig: „Fehler, die man mit anderen Technologien oder Materialien gemacht hat, wollen wir bei der Nanotechnologie nicht wiederholen.“ Deshalb richten die Akteure ihre Forschung von Anfang an auf die Sicherheit aus, um Nanomaterialien vernünftig einschätzen zu können.

Risiko ist nicht gleich Giftigkeit

An einem Punkt stehen die Forscher noch am Anfang: Nur wenige Nanopartikel sind auf ihre Aktivität im Kontakt mit Mensch und Umwelt untersucht worden. „Nanopartikel werden als ‚biologisch aktiv‘ bezeichnet, wenn Zellen auf sie reagieren. Nur dann können sie überhaupt eine Wirkung auf den Menschen haben“, erläutert Schnekenburger.

Hierbei ist es wichtig, zu wissen, dass Risiko nicht gleich Giftigkeit bedeutet: „Um das Risiko beim Umgang mit Nanomaterialien zu beurteilen, muss neben der Toxizität auch die Exposition beachtet werden – also die Dauer und Intensität des Kontakts mit dem Menschen“, so Schnekenburger.

Winzige Teilchen mit riesiger Oberfläche

Die Bewertung, ob etwas giftig ist, ist immer an Tierversuch-Modelle gebunden. „Es gibt leider noch kein Zellkultur-Modell, das dies ersetzen kann“, berichtet Schnekenburger. Daher testen die Forscher in Zellkulturen zunächst, welche Nanopartikel überhaupt eine Reaktion auslösen. Nur diese sollen zukünftig im Tierversuch weiter untersucht werden. Anschließend geht es um das Verständnis der toxikologischen Wirkung von Nanomaterialien: Was verursacht biologische Wirkung? Welche Eigenschaften der Partikel sind dafür verantwortlich?

Eine weitere aktuelle Fragestellung lautet: Was passiert eigentlich an der Oberfläche der Nanopartikel? Denn im Vergleich zu ihrer winzigen Größe besitzen Nanopartikel eine riesige Oberfläche. Nimmt man ein Gramm von ihnen und rollt die gesamte Oberfläche aller Partikel flach aus, dann würde ihre Oberfläche 250 bis 300 Quadratmeter bedecken. „Wir wissen, dass diese riesige Oberfläche andere Materialien aufnimmt – zum Beispiel Fette, Proteine oder Zucker. So entsteht ein besonderer Überzug, der verschiedene Wirkungen verursachen kann“, erläutert Schnekenburger. Diese gilt es nun zu erforschen.

Alle Forschungsergebnisse für die Öffentlichkeit

Darüber hinaus bietet die „Expertengruppe Sicherheit“ bei der 5. NRW Nano-Konferenz einen kurzen Überblick über die aktuelle Datenlage zur Sicherheitsforschung. Dazu gehört unter anderem das Projekt „DaNa“: Hier bietet das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eine Online-Datenbank, in der sich Interessierte über die einzelnen Stoffe informieren oder Wissen zu Themen wie Verhalten, Risiko oder Exposition abrufen können. „Alle Forschungsergebnisse werden hier einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht“, erläutert Schnekenburger. „Ein wesentlicher Schritt für den objektiven und sicheren Umgang mit Nanomaterialien.“

Nordrhein-Westfalen ist ein wichtiger Standort für die Sicherheitsforschung der Nanotechnologie: Hier sind z.B. zahlreiche Forschungsinstitute, Hochschulen und Unternehmen am BMBF-Projekt „NanoGEM“ beteiligt. Für eine Risikoabschätzung tragen die Beteiligten Daten zum internen und externen Kontakt von Nanopartikeln mit Organismen zusammen.

Info-Kasten:
5. NRW Nano-Konferenz in Dortmund
18. – 19. September 2012
Veranstaltet wird die 5. NRW Nano-Konferenz vom 18. bis 19. September im Kongresszentrum der Westfalenhallen Dortmund vom Innovationsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Dortmund und dem Cluster NanoMikro+Werkstoffe.NRW. Partner der Konferenz sind die MST.factory dortmund und IVAM, Fachverband für Mikrotechnik.

Anmeldung und Programm siehe www.nrw-nanokonferenz.de.

Die Verwendung ist honorarfrei. Wir freuen uns über Belege und Web-links an dortmund-project@pure-public-relations.de.

Presse-Kontakt:
Pascal Ledune - Pressesprecher des dortmund-project
Wirtschaftsförderung Dortmund
Töllnerstr. 9-11 • 44122 Dortmund
Tel.: 0231 / 50 29200
Mail: pascal.ledune@stadtdo.de

Pascal Ledune | dortmund-project
Weitere Informationen:
http://www.dortmund-project.de
http://www.nrw-nanokonferenz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018
21.02.2018 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen
21.02.2018 | Deutsche Leberstiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Im Focus: Developing reliable quantum computers

International research team makes important step on the path to solving certification problems

Quantum computers may one day solve algorithmic problems which even the biggest supercomputers today can’t manage. But how do you test a quantum computer to...

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die Entschlüsselung der Struktur des Huntingtin Proteins

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wirbelstürme im Herzen

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Biomasseforscher nehmen Versuchsanlage zur Weiterentwicklung der Biomassevergasung in Betrieb

22.02.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics