Experten diskutieren über Frühdiagnostik der Alzheimer-Krankheit

Die Fachleute der Alzheimer- oder Gedächtnisambulanzen, von denen es bundesweit mittlerweile etwa 60 in Kliniken und Krankenhäusern gibt, werden während ihrer Tagung in der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie in der Semmelweisstraße vor allem über die Frühdiagnostik dieser nach vor unheilbaren Erkrankung diskutieren.

Sie steht unter der Fragestellung: „Diagnose ohne Therapie: Brauchen wir eine Frühdiagnostik der Alzheimerkrankheit?“.

Zeit: 27.05.2011, 13:15 Uhr bis 28.05.2011, 13:00 Uhr
Ort: Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Semmelweisstr. 10
04103 Leipzig
„Das Kernproblem ist die frühe Diagnose und die späte Therapie“, sagte Tagungspräsident Prof. Dr. Hermann-Josef Gertz, der zu dem erstmals in Leipzig veranstalteten MC-Treffen etwa 130 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erwartet. In den vergangenen zehn Jahren habe es bei der Diagnostik durch neue Untersuchungsmethoden entscheidende Fortschritte gegeben, so dass die Diagnose Alzheimerkrankheit wesentlich früher festgestellt werden kann, auch wenn die Patienten selbst noch kaum Symptome bemerken. Die Medikamente zur Behandlung dieser Krankheit seien dagegen alle in den 1990-er Jahren entwickelt worden und für ein fortgeschrittenes Stadium der Alzheimerkrankheit gedacht. Bahnbrechende Neuerungen habe es bisher auf therapeutischem Gebiet nicht gegeben.

Das habe heute zur Folge, dass ein Betroffener durch die frühe Diagnostik zwar über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren von seiner Krankheit weiß, es aber für dieses Stadium keine Therapiemöglichkeiten gibt. „Das ist ein echtes Praxisproblem, das sehr neu ist und sich noch zuspitzen wird“, sagte der Demenzforscher mit Blick auf eine neue nuklearmedizinische Untersuchungsmethode, die aller Voraussicht nach im kommenden Jahr zugelassen wird und durch die für Alzheimer typische Eiweißablagerungen im Gehirn erstmals sichtbar gemacht werden können.

Die Alzheimer-Experten wollen bei ihrem Treffen in Referaten und Workshops unter anderem den Fragen nachgehen, ob eine frühzeitige Diagnostik in jedem Fall angestrebt werden sollte, wie sicher eine frühe Diagnose mit den aktuellen Möglichkeiten ist und ob wirksame medikamentöse oder nicht medikamentöse Behandlungsverfahren verfügbar oder in der nächsten Zeit zu erwarten sind, um die Alltagskompetenz der Betroffenen aufrecht zu erhalten.

Alzheimer ist nach den Worten des Experten eine besondere Erkrankung, weil sie bereits jetzt häufig in unserer Gesellschaft vorkommt und durch die steigende Lebenserwartung der Bevölkerung noch zunehmen wird. In Deutschland sind Schätzungen zufolge etwa eine Million Menschen davon betroffen. „Die Häufigkeit steigt ab dem 65. Lebensjahr. Um das 90. Lebensjahr haben 40 bis 50 Prozent aller Menschen Alzheimer“, erklärte Prof. Gertz.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Hermann-Josef Gertz
Telefon: +49 341 97-24420
E-Mail: gertzh@medizin.uni-leipzig.de

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Susann Huster idw

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