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European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017

Was passiert im Gehirn, wenn unsere Augen beim Lesen einen Text abtasten? Wie kann man Aufmerksamkeit und ihre Störungen besser verstehen? Können die Augen, ähnlich wie eine Computermaus, für die Steuerung von Spielen verwendet werden? Wie sollte ein Rettungsschwimmer das Meer nach gefährdeten Schwimmern absuchen? Diese und viele andere Fragen stehen im Mittelpunkt der Forschung über und mit Blickbewegungen.

Die Bergische Universität Wuppertal erwartet zur „European Conference on Eye Movements“ vom 20. bis 24. August rund 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus aller Welt. Sie kommen neben den EU-Staaten vor allen aus den USA und Kanada, aber auch aus China und Russland. Die ECEM findet alle zwei Jahre in einer anderen europäischen Stadt statt, zuletzt in Marseille, Lund (Schweden) und Wien.

Das Programm der diesjährigen Tagung wurde organisiert von Dr. Ralph Radach, Professor für Allgemeine und Biologische Psychologie an der Bergischen Universität, und Dr. Heiner Deubel, Professor für Allgemeine und Experimentelle Psychologie an der LMU München.

Die ECEM ist ein wichtiges Forum für Forscher aus aller Welt, die sich für die verschiedensten Aspekte von Blickbewegungen interessieren. Das reicht von der Neurophysiologie über die Psychologie bis in die Virtuelle Realität und Robotik. Auf der Wuppertaler Konferenz fassen bekannte Expertinnen und Experten den Stand der Forschung in diesen Bereichen in Plenarvorträgen zusammen.

Besonders interessante Themen werden in Symposien behandelt, die aus vielen Vorschlägen ausgewählt wurden. Dabei kommen auch die Künste nicht zu kurz: Es gibt Arbeitskreise über das Lesen poetischer Texte sowie über das Rhythmusgefühl in Musik und Tanz.

Die ECEM ist auch eine Messe für neue technische Entwicklungen, auf der die wichtigsten Hersteller vertreten sind. Systeme für die Messung von Blickbewegungen werden immer zuverlässiger und preiswerter, so dass eine Nutzung in vielen Bereichen der Gesellschaft zu erwarten ist. Das reicht von Arztpraxen über die Tätigkeit im Warenlager bis zur Spielekonsole.

„Die Wissenschaft liefert die Grundlagen für solche Entwicklungen, muss sich aber auch für einen sinnvollen Einsatz zum Wohl der Anwender einsetzen“, so Prof. Radach.

Bei der Tagung gibt es neben einer starken Grundlagenforschung auch viele Beiträge zu Themen wie Emotionen, soziale Kooperation und kulturelle Vielfalt in Ausdruck und Wahrnehmung. Erkenntnisse aus der Psychologie und Informatik werden immer häufiger in praktische Anwendungen umgesetzt, wie die Steuerung von autonomen Fahrzeugen oder die Behandlung von Lesestörungen. Neue Trends in der Forschung zeigen sich vor allem auch in den „Postersitzungen“, in denen meist Doktoranden ihre Projekte vorstellen.

Weitere Informationen:

http://ecem2017.uni-wuppertal.de/

Dr. Maren Wagner | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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