Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europas schnellster Rechner in Jülich eingeweiht

14.02.2013
Superrechner JUQUEEN geht mit 6 Petaflops an den Start

Im Beisein von Vertretern des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen (MIWF) wurde heute im Forschungszentrum der neue Jülicher Spitzenrechner JUQUEEN eingeweiht.


JUQUEEN
Quelle: Forschungszentrum Jülich

Der aktuell schnellste Supercomputer Europas kommt auf eine maximale Rechenleistung von 5,9 Petaflops, also rund 6 Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde. Zugleich ist er einer der weltweit energieeffizientesten Superrechner. Das BlueGene/Q-System vom Hersteller IBM eröffnet den Forschern, insbesondere in den Neurowissenschaften, neue Möglichkeiten für aufwändige wissenschaftliche Simulationen.

"Das Forschungszentrum Jülich präsentiert sich mit JUQUEEN erneut als führende Einrichtung für hochkomplexe wissenschaftliche Berechnungen. Der Supercomputer ist ein weiterer wichtiger Schritt beim Ausbau der europäischen Rechner-Infrastruktur", betonte der Parlamentarische Staatssekretär im BMBF, Thomas Rachel MdB. "Wie wichtig so ein Rechner für die Forschung in Europa ist, zeigt die Beteiligung am EU-Flagship-Projekt Human Brain Project. Alles das belegt: Im Bereich Supercomputing steht Deutschland und insbesondere auch Jülich im europäischen Vergleich hervorragend da."

Helmut Dockter, Staatssekretär im MIWF, hob die Bedeutung des neuen Spitzenrechners für das Land Nordrhein-Westfalen hervor: "Von JUQUEEN profitieren nicht nur verschiedene Hochschulen, sondern auch Unternehmen in NRW. Der neue Rechner wird die Attraktivität des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandorts NRW weiter steigern. Damit ist er auch eine Investition in die Ausbildung und Gewinnung herausragender Forscherinnen und Forscher."

Finanziert wurde JUQUEEN durch die Helmholtz-Gemeinschaft und – zu gleichen Teilen aus Bundes- und Landesmitteln – durch das Gauss Centre für Supercomputing (GCS). Damit werden die drei GCS-Standorte, das Forschungszentrum Jülich, das Stuttgarter Hochleistungsrechenzentrum und das Leibniz-Rechenzentrum in Garching mit Petascale-Systemen ausgestattet. Gemeinsam stellen diese Zentren die mit Abstand größte und leistungsfähigste Plattform für computergestützte Wissenschaften und Industrieforschung in Europa.

JUQUEEN wurde im Laufe des Jahres 2012 bis Anfang 2013 schrittweise auf 28 Racks ausgebaut und erreicht damit eine maximale Rechenleistung von 5,9 Petaflops. Der neue Jülicher Spitzenrechner ist damit der erste Supercomputer Europas mit einer Rechenleistung von über 5 Petaflops – und mit rund zwei Gigaflops pro Watt gleichzeitig eines der effizientesten Systeme. So belegt JUQUEEN sowohl den fünften Platz auf der aktuellen TOP500, der Liste der schnellsten Supercomputer weltweit, als auch den fünften Platz auf der aktuellen Green500, der Liste der energieeffizientesten Rechner der Welt.

Prof. Achim Bachem, Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich, erklärte: "Simulationen auf Rechnern der höchsten Leistungsklasse sind ein unverzichtbares Hilfsmittel für Wissenschaft und Industrie. Der Bedarf an Rechenzeit steigt unaufhaltsam, das hat nicht zuletzt die hohe Auslastung unserer Rechner in der Vergangenheit gezeigt. Von der gesteigerten Rechenleistung profitieren Projekte aus verschiedenen wissenschaftlichen Gebieten wie den Neurowissenschaften, der computergestützten Biologie und der Energie- und Klimaforschung oder der Quantenphysik."

Das System eignet sich insbesondere für Programme, die parallel auf einer sehr großen Anzahl von Rechenkernen laufen können – denn JUQUEEN verfügt insgesamt über 458.752, also fast eine halbe Million Kerne. Auf JUQUEEN liefen bereits umfangreiche Berechnungen zu Phasenübergängen in Datenspeicher-Materialien. Jülicher Hirnforscher nutzen das neue System, um darauf die Aktivität in Hirnstrukturen zu simulieren – unter anderem auch im Zusammenhang mit dem Human Brain Project. Das Vorhaben, dessen Hauptziel die Simulation des menschlichen Gehirns ist, wurde Ende Januar 2013 als europäisches FET-Flagship-Projekt ausgewählt. Darüber hinaus setzen Elementarteilchenphysiker den Jülicher Spitzenrechner ein, um damit Vorhersagen für das Standardmodell der Physik zu treffen – und dieses durch den Vergleich mit Experimenten im Large Hadron Collider am CERN auf die Probe zu stellen.

JUQUEEN wird vom Forschungszentrum Jülich im Forschungsprogramm Supercomputing der Helmholtz-Gemeinschaft betrieben. Der neue Jülicher Spitzenrechner steht Wissenschaftlern aus Deutschland und ganz Europa offen. Rund 70 Prozent der Rechenzeit werden über zwei Supercomputing-Verbünde vergeben: über das Gauss Centre for Supercomputing (GCS) und über die europäische Forschungsinfrastruktur PRACE. Weitere 30 Prozent steht Nutzern des Forschungszentrums Jülich und der Jülich Aachen Research Alliance (JARA) zur Verfügung.

Weitere Informationen:
Mehr zu JUQUEEN:
http://www.fz-juelich.de/portal/juqueen
Bildergalerie zu JUQUEEN:
http://www.fz-juelich.de/portal/DE/Presse/Mediathek/supercomputing/JUQUEEN/_node.html
Technische Informationen zu JUQUEEN:
http://www.fz-juelich.de/ias/jsc/juqueen
TOP500-Liste:
http://top500.org
Green500-Liste:
http://green500.org
Pressemitteilung vom 12.11.2012: "Europas Königin der Rechner“:
http://www.fz-juelich.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/UK/DE/2012/12-11-12juqueen.html
Jülich Supercomputing Centre (JSC):
http://www.fz-juelich.de/ias/jsc/
Ansprechpartner:
Prof. Thomas Lippert
Jülich Supercomputing Centre (JSC),
Tel. 02461 61-6402
th.lippert@fz-juelich.de

Pressekontakt:
Annette Stettien
Tel.: 02461 61-2388
a.stettien@fz-juelich.de

Annette Stettien | Forschungszentrum Jülich
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Tagung "Intelligente Beschichtungen für Außenanwendungen" in Dresden
03.08.2015 | Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP

nachricht MS Wissenschaft in Stuttgart: Fraunhofer zeigt Chancen im Ländle auf
03.08.2015 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kosten sparen beim Bau von Flugzeugturbinen

Verdichterscheiben für Flugzeugturbinen werden aus einem Materialstück herausgefräst. Bei der Bearbeitung fangen die Schaufeln an zu schwingen. Ein neuartiges Spannsystem steigert die Dämpfung der Schaufeln nun auf mehr als das 400-fache. Es lassen sich bis zu 5000 Euro Kosten bei der Fertigung einsparen.

Mal eben schnell in den Urlaub jetten oder für ein langes Wochenende nach Rom, Paris oder Madrid fliegen? Der Flugverkehr steigt, insbesondere der...

Im Focus: Gletscher verlieren mehr Eis als je zuvor

Der Gletscherschwund im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts erreicht einen historischen Rekordwert seit Messbeginn. Das Schmelzen der Gletscher ist ein globales Phänomen und selbst ohne weiteren Klimawandel werden sie zusätzlich an Eis verlieren. Dies belegt die neueste Studie des World Glacier Monitoring Services unter der Leitung der Universität Zürich.

Seit über 120 Jahren sammelt der World Glacier Monitoring Service, mit heutigem Sitz an der Universität Zürich, weltweite Daten zu Gletscherveränderungen....

Im Focus: Glaciers melt faster than ever

Glacier decline in the first decade of the 21st century has reached a historical record, since the onset of direct observations. Glacier melt is a global phenomenon and will continue even without further climate change. This is shown in the latest study by the World Glacier Monitoring Service under the lead of the University of Zurich, Switzerland.

The World Glacier Monitoring Service, domiciled at the University of Zurich, has compiled worldwide data on glacier changes for more than 120 years. Together...

Im Focus: Gefangen in Ruhelosigkeit

Mit ultrakalten Atomen lässt sich ein neuer Materiezustand beobachten, in dem das System nicht ins thermische Gleichgewicht kommt.

Was passiert, wenn man kaltes und heißes Wasser mischt? Nach einer Weile ist das Wasser lauwarm – das System hat ein neues thermisches Gleichgewicht erreicht....

Im Focus: Quantum Matter Stuck in Unrest

Using ultracold atoms trapped in light crystals, scientists from the MPQ, LMU, and the Weizmann Institute observe a novel state of matter that never thermalizes.

What happens if one mixes cold and hot water? After some initial dynamics, one is left with lukewarm water—the system has thermalized to a new thermal...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung "Intelligente Beschichtungen für Außenanwendungen" in Dresden

03.08.2015 | Veranstaltungen

MS Wissenschaft in Stuttgart: Fraunhofer zeigt Chancen im Ländle auf

03.08.2015 | Veranstaltungen

Türme und Maste aus Stahl – Neues aus Forschung und Anwendung

31.07.2015 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Tagung "Intelligente Beschichtungen für Außenanwendungen" in Dresden

03.08.2015 | Veranstaltungsnachrichten

HDT-Seminar Grundlagen der Prozessleittechnik für Einsteiger

03.08.2015 | Seminare Workshops

HDT-Seminar: Druckbehälter nach EN 13445 – Allgemeine Anforderungen, Werkstoffe, Herstellung, Inspektion und Prüfung

03.08.2015 | Seminare Workshops