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Europäische Wissenschaftler diskutieren Strategien gegen Fettleibigkeit bei Kindern

04.11.2010
Das Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin der Universität Bremen koordiniert die europaweite IDEFICS-Studie zu Übergewicht und Adipositas bei Kindern. Die an der Erhebung beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern diskutieren die vorliegenden Ergebnisse am 8. bis 9. November 2010 in Zaragoza.

Jedes fünfte Kind in Europa ist übergewichtig. Fettleibigkeit und Adipositas sind dringliche Themen der europäischen Gesundheitsvorsorge. Das Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS) der Universität Bremen koordiniert dazu die europaweite Studie IDEFICS ("Identification and prevention of Dietary- and lifestyle-induced health EFfects In Children and infantS“) über Ursachen und Vermeidung von Fettleibigkeit bei Kindern, die nun ins fünfte Jahr geht.

Daher treffen sich Wissenschaftler der Studie und andere internationale Experten am 8. und 9. November 2010 in Zaragoza, um die bisherigen Ergebnisse und Strategien zu diskutieren.

Schlafmangel führt zu Übergewicht

„Als eine der bisher wichtigsten Erkenntnisse aus der Studie ist die enge Verbindung von Schlafdauer und Übergewicht zu nennen“, so Wolfgang Ahrens, Professor am BIPS und Leiter der IDEFICS Studie. „Kinder, die zu wenig schlafen, haben ein höheres Risiko für Übergewicht und Adipositas“. Das Verständnis über die Ursachen und das Zusammenspiel der Risiko-Faktoren erlaubt es den Wissenschaftlern, Maßnahmen zur Vorbeugung von Übergewicht und damit zusammenhängenden Krankheiten zu entwickeln.

Bildung und Einkommen sind wichtige Faktoren

Ebenso wichtig ist es, die Eltern in die Betrachtungen einzubeziehen. Ernährungsbedingte Krankheiten sind nicht nur genetisch bestimmt, sondern hängen auch wesentlich vom Verhalten ab. Die Ergebnisse der IDEFICS Studie zeigen, dass Bildung und Einkommen der Eltern einen hohen Einfluss sowohl auf die Qualität der Ernährung als auch auf das Körpergewicht der Kinder haben. „Wenn wir die Mechanismen in den Familien besser verstehen, können wir vorbeugende Maßnahmen gezielter einsetzen“, kommentiert Ahrens die Ergebnisse.

Die richtige Umgebung schaffen

Eine der sechs Schlüsselbotschaften der IDEFICS Studie ist, die Kinder zu mehr Bewegung anzuregen. „In der Studie untersuchen wir auch die bauliche Umwelt der Kinder und welche Bewegungsmöglichkeiten sie den Kindern bietet“, so Ahrens. Eine Umgebung zu schaffen, die zu Bewegung einlädt, wird als wichtiges Mittel angesehen, um einen gesünderen Lebensstil zu fördern und die Ausbreitung von Adipositas zu bekämpfen. „Unser Ziel ist es, die Politiker zu bewegen, sich zusammenzusetzen und bessere Umgebungen für die Gesundheit der Kinder zu schaffen“, so Ahrens weiter.

Die IDEFICS Studie startet nun in ihr fünftes und letztes Jahr. Damit endet eine großangelegte Querschnittsstudie, in der über 16.000 Kinder zwischen zwei und neun Jahren aus acht europäischen Ländern einbezogen wurden. Eine zielgerichtete Intervention und eine nachfolgende Untersuchung ermittelten, welchen Einfluss ein Wechsel in Lebensstil und Ernährung auf Körpergewicht und andere gesundheitliche Parameter hat.

Für das länderübergreifende Projekt entwickelten die Forscher standardisierte Erhebungsmethoden für Ernährungs-, Lebensstil- psychologische, biochemische und genetische Faktoren für Übergewicht, Adipositas, Stoffwechselsyndrome und Knochengesundheit bei Kindern. Solche Standards erlauben die Vergleichbarkeit von Daten verschiedenster Untersuchungen und sind für Forschung und Monitoring in der Zukunft von großem Wert.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS)
Prof. Wolfgang Ahrens
Tel.: 0421 218 56822
E-Mail: ahrens@bips.uni-bremen.de

Eberhard Scholz | idw
Weitere Informationen:
http://www.ideficsstudy.eu
http://www.uni-bremen.de

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