Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europäische Identität(en)

06.03.2013
Nachwuchsforscher diskutieren vom 17. bis 22. März an der Uni Jena die Zukunft Europas

Die Gräben zwischen den EU-Staaten sind tief: Welcher Weg kann aus der Schuldenkrise führen? Wie lässt sich die Gemeinschaftswährung künftig besser schützen? Braucht Europa eine Fiskalunion?

Darüber gehen die Meinungen weit auseinander zwischen Geber- und Nehmerländern, Euro-Staaten und Nicht-Euro-Ländern. Und während die einen noch laut darüber nachdenken, ob etwa Griechenland in der Euro-Zone bleiben darf, sollen die Briten, so kündigte es Premier David Cameron jüngst an, 2017 selbst über ihren Verbleib in der EU abstimmen.

„Einigkeit und Einheit sehen anders aus“, bringt es Prof. Dr. Viktoria Kaina von der Friedrich-Schiller-Universität Jena auf den Punkt. „Angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen stellt sich schon die Frage, was die Bürger der 27 EU-Mitgliedsstaaten eigentlich verbindet“, konstatiert die Politikwissenschaftlerin. „Die Frage, ob es so etwas wie eine gemeinsame europäische Identität überhaupt gibt, wird derzeit auch unter Wissenschaftlern sehr kontrovers diskutiert.“
In diese Diskussion wollen sich Nachwuchswissenschaftler und renommierte Experten an der Universität Jena einschalten: Vom 17. bis 22. März 2013 treffen sie sich hier zur Young Scholars School „European Identity: Concepts – Research Methods – Evidence“, die in Kooperation mit der Volkswagen-Stiftung, der Standing Group „Identity“ des European Consortium for Political Research (ECPR), dem Willy Brandt Zentrum der Universität Wroclaw und der Ernst-Abbe-Stiftung organisiert wird.

„Die Young Scholars School folgt einem neuartigen Konzept“, kündigt Initiatorin Prof. Kaina an. Auf die 20 Nachwuchswissenschaftler, die aus mehr als doppelt so vielen Bewerbern aus aller Welt ausgewählt worden sind, wartet nicht nur das für Frühjahrs- oder Sommerschulen übliche Seminarprogramm. „Das gibt es bei uns zwar auch, aber zusätzlich werden die Nachwuchsforscher mit etablierten Fachleuten in einen direkten wissenschaftlichen Disput treten und die Wissenschaftler werden den Dialog mit einer breiteren Öffentlichkeit suchen“, erläutert Kaina.

Zu diesem Zweck sind drei öffentliche Veranstaltungen vorgesehen: Am Mittwoch (20. März) werden um 19 Uhr im Hörsaal 3 (Carl-Zeiß-Str. 3) hochkarätige Forscher aus Dänemark, Großbritannien, Frankreich, Kanada und Polen in einem englisch-sprachigen Round-Table-Gespräch über die Frage diskutieren „Does the EU really need a European Identity?“. Unter dem Titel „Political Science Meets Politics: The Challenge of European Identity” hält am Donnerstag (21. März) Elmar Brok, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Europäischen Parlaments, ab 19 Uhr einen öffentlichen Festvortrag, ebenfalls im Hörsaal 3. Und am Freitag (22. März) findet um 19 Uhr in der Aula (Fürstengraben 1) eine öffentliche Podiumsdiskussion zum Thema „Demokratie – Identität – soziale Integration: Ist Europa (un)fähig zur Zukunft?“ statt. Auf dem Podium diskutieren die Politikwissenschaftler Peter Graf Kielmannsegg (Uni Mannheim), Dieter Fuchs (Uni Stuttgart) und Peter A. Kraus (Uni Augsburg) sowie der Soziologe Klaus Eder (Humboldt-Uni Berlin). Zu allen drei öffentlichen Veranstaltungen sind Besucher herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei.

Die Teilnehmer der Jenaer Nachwuchstagung sind Doktoranden und Postdocs aus zehn Ländern, darunter nicht nur EU-Staaten, sondern auch aus den USA und Indien. Die Politikwissenschaftler, Soziologen, Sozialpsychologen und Historiker haben sich mit einem eigenen Forschungsprojekt zur europäischen Identität für die Teilnahme beworben. Die besten 20 wurden ausgewählt. „In diesen Arbeiten geht es zum einen um die Chancen und Hindernisse bei der Herausbildung einer europäischen Identität und zum anderen um die Wirkungen eines sich entwickelnden europäischen Gemeinschaftsbewusstseins für den europäischen Integrationsprozess“, fasst Prof. Kaina das Forschungsspektrum zusammen. Diskutiert werden soll u. a. ob sich Ost- und Westeuropäer in ihrer Identifikation mit der EU unterscheiden und wie die aktuellen politischen Debatten die Identifikation der EU-Bürger mit Europa beeinflussen.

Weitere Informationen zu Themen und Teilnehmern sowie das komplette Programm der Young Scholars School sind zu finden unter:
http://www.identity-school-2013.uni-jena.de/

Kontakt:
Prof. Dr. Viktoria Kaina
Institut für Politikwissenschaft der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Carl-Zeiß-Straße 3, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 945421
E-Mail: viktoria.kaina[at]uni-jena.de

Dr. Ute Schönfelder | idw
Weitere Informationen:
http://www.identity-school-2013.uni-jena.de/
http://www.uni-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“
15.12.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor
15.12.2017 | inter 3 Institut für Ressourcenmanagement

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik