Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europäische Fusionsphysiker tagen in Tirol

06.12.2010
Ursachen und Wirkung von Strömungen in Fusionsplasmen stehen im Mittelpunkt des "European Fusion Physics Workshop", zu dem sich in diesem Jahr die Elite der Fusionsforscher aus ganz Europa in Mayrhofen im Zillertal trifft. Die Klausurtagung findet jährlich in einem anderen Land zu wechselnden Themen und in diesem Jahr vom 6. bis zum 8. Dezember erstmals in Österreich statt.

Spezialisten erörtern dort die aktuellsten Erkentnisse zur Physik von heißen Plasmen und diskutieren deren Bedeutung für die Erforschung der Fusionsenergie.

Strömungen in Flüssigkeiten, Gasen und Plasmen haben in vielen Bereichen Bedeutung: Sie bestimmen unser Wetter, die Aerodynamik von Flug- und Fahrzeugen oder das Fließverhalten von Gewässern. Strömungen können einmal verwirbelt und chaotisch sein, und dann wieder geordnet und stabil erscheinen.

Auch in den mehrere hundert Millionen Grad heißen Plasmen zur Erforschung der Energieerzeugung durch Kernfusion entstehen starke Strömungen und beeinflussen wesentlich deren Eigenschaften. Über die Ursachen und Wirkungen solcher Strömungen in Fusionsplasmen diskutieren Physikerinnen und Physiker aus ganz Europa vom 6. bis zum 8. Dezember 2010 auf dem "18th European Fusion Physics Workshop" (EFPW) in Tirol. Die Tagung wird in diesem Jahr von der Assoziation Euratom-ÖAW der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und Physikern der Universität Innsbruck unter lokaler Leitung von Prof. Siegbert Kuhn (Institut für Theoretische Physik) in Mayrhofen ausgetragen.

Etwa 90 auf dem Gebiet der Fusionsforschung führende Experten aus mehr als 20 Ländern erarbeiten auf der Klausurtagung im Europahaus in Mayrhofen neue Methoden und Strategien zur experimentellen und theoretischen Untersuchung von Plasmaströmungen. Auch Österreich ist dabei durch Prof. Alexander Kendl vom Institut für Ionenphysik und Angewandte Physik der Universität Innsbruck mit einen eingeladenen Vortrag zum Thema "3D Effekte auf Turbulenz und Zonenströmungen" vertreten.

Im Mittelpunkt des Interesses der Workshopteilnehmer liegen dabei die Auswirkungen von Strömungen auf die Stabilität der magnetisch eingeschlossenen Plasmen und auf den Transport von Energie und Teilchen aus dem Plasma heraus. Das Ziel der weltweiten Fusionsforschung ist es, ein heißes Gas aus Wasserstoff möglichst lange und stabil in einem Magnetfeldkäfig zusammenzuhalten, um so die Energieerzeugung durch Verschmelzung der Teilchen nach dem Vorbild der Sonne in einem Kraftwerk auf der Erde zu verwirklichen. Dem wollen die Forscher in Zukunft mit dem Fusionsexperiment ITER näherkommen, welches derzeit in Frankreich gebaut wird. Auf dem Weg zur Nutzung der Fusionsenergie sind aber nicht nur einige technische, sondern auch noch grundlegende physikalische Fragen zu lösen. Der Workshop in Tirol zeigt dabei einmal mehr die Bedeutung von internationaler Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung.

Rückfragehinweis:
Univ.-Prof. Dr. Siegbert Kuhn
Institut für Theoretische Physik
Universität Innsbruck
Tel: +43 699 1290 4374
E-Mail: Siegbert.Kuhn@uibk.ac.at

Dr. Christian Flatz | idw
Weitere Informationen:
http://www.plasmaphysik.at/efpw2010/
http://www.uibk.ac.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017
28.04.2017 | Deutsche Gesellschaft für Immunologie

nachricht Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru
28.04.2017 | InfectoGnostics - Forschungscampus Jena e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie