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Euro Hybrid Materials and Structures: Die Zukunft ist bunt

08.05.2014

Werden Flug- und Fahrzeuge in Zukunft eher aus Metallen oder aus faserverstärkten Kunststoffen gebaut? "Sowohl als auch", lautet die Antwort der Teilnehmer* der internationalen Tagung mit begleitender Fachausstellung „Euro Hybrid Materials and Structures".

Mehr als 100 Materialwissenschaftler und Werkstofftechniker kamen am 10. und 11. April 2014 am PFH Campus Stade zusammen und diskutierten über Fragen rund um hybride Werkstoffe und Multimaterialdesign. Veranstalter der Tagung war die Deutsche Gesellschaft für Materialkunde e.V. (DGM) in Verbindung mit ihrer Tochtergesellschaft INVENTUM GmbH.

Einigkeit herrschte unter den Tagungsteilnehmern darüber, dass zur Erzielung definierter und insbesondere lokaler Funktionseigenschaften die Kombination von Werkstoffen unabdingbar ist. Klassische Einstofflösungen können die heutigen technischen und wirtschaftlichen Anforderungen meist nicht mehr erfüllen. Zu den sich daraus ergebenden Herausforderungen bezüglich Verbindungs- und Konstruktionstechniken, der Verarbeitung und des Verhaltens an den Grenzflächen wurden Lösungsansätze und Forschungsergebnisse in über 40 Vorträgen präsentiert und lebhaft diskutiert. Als Vorsitzende des Programmausschusses leiteten Prof. Dr.-Ing. Marc Siebert (PFH Private Hochschule Göttingen, Campus Stade) und Dr. Joachim Hausmann (Deutsches Institut für Luft- und Raumfahrt, Köln und Leiter des DGM Fachausschusses Hybride Werkstoffe) die „Euro Hybrid Materials and Structures“.

Vielversprechende Werkstoffpaarung: CFK und Metall
In Plenarvorträgen stellten Dr.-Ing. Martin Hillebrecht (EDAG GmbH & Co. KGaA), Prof. Dr.-Ing. Axel Herrmann (Faserinstitut Bremen e. V.) und weitere Persönlichkeiten aus Forschung und Industrie die aktuellen Entwicklungen zu Bauweisen aus unterschiedlichsten Werkstoffkombinationen vor. Immer wieder trifft man dabei auf die Verbindung von kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen (CFK) mit Metallen. Diese Werkstoffpaarung verspricht ein hohes Leichtbaupotential zusammen mit den bewährten und gutmütigen Eigenschaften von Metallen. Einige Bauteile werden zwar bereits als hybride Struktur gefertigt, jedoch besteht hier oft noch ein erheblicher Verbesserungsbedarf bei der Ausführung langzeitbeständiger und kraftflussoptimierter Verbindungen.

Die Tagungsräumlichkeiten stellte die Private Hochschule Göttingen an ihrem Campus Stade im Umfeld des CFK-Valley Netzwerks zur Verfügung. Zum Abschluss der Veranstaltung wurden Betriebsbesichtigungen im Composite Technology Center (CTC) und des Stader AIRBUS-Werkes angeboten. Hierbei überzeugten sich die Teilnehmer u.a. davon, dass die neueste Generation der A350-Seitenleitwerke zwar größtenteils aus CFK bestehen, aber auch noch einige Metallkomponenten aufweist. Die derzeit eingesetzten Bolzenverbindungen könnten aber möglicherweise eines Tages von einer auf der „Euro Hybrid Materials and Structures“ vorgestellten Verbindungstechnik ersetzt werden. Dies würde beim Betrieb eines Flugzeugs Gewicht und damit Treibstoff sparen. Ähnliche Technologien könnten auch im Fahrzeugbau zu spürbaren Treibstoffeinsparungen beitragen.

Fortsetzung der Tagung für Frühjahr 2016 geplant
"Die „Euro Hybrid Materials and Structures“ hat den Zahn der Zeit getroffen. Die hier diskutierten Themen sind für sehr viele Branchen relevant", resümierte Siebert zum Ende der Tagung. "Bei Hybridbauweisen geht es nicht nur um Gewichtseinsparung, sondern sie bieten je nach Einsatzfeld auch Lösungen zur Funktionalitätserweiterung, für bessere Wirtschaftlichkeit, zur Ressourcenschonung oder etwa zur Vermeidung von Wärmeausdehnung", so Siebert weiter. Aufgrund des Erfolgs der Auftaktveranstaltung konnten Siebert und Hausmann abschließend auch die Fortsetzung der Tagungsreihe bekannt geben. Die nächste „Euro Hybrid Materials and Structures“ soll im Frühjahr 2016 stattfinden, als Austragungsort ist das Institut für Verbundwerkstoffe in Kaiserslautern vorgesehen.

Mehr Informationen zur Tagung und Ausstellung unter www.dgm.de/hybrid/

Über die DGM
Die Deutsche Gesellschaft für Materialkunde e.V. (www.dgm.de) ist die größte technisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft auf dem Gebiet der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik in Europa. Die DGM fördert mit ihren interdisziplinären Fachausschüssen, Veranstaltungs- sowie Fortbildungsreihen den Dialog zwischen Wissenschaft und Industrie. Der Verein mit Sitz in Frankfurt sorgt für eine deutschlandweite und internationale Vernetzung der Experten, organisiert europaweit Tagungen und Kongresse und bezieht auch den Nachwuchs ein. Mit Exkursionen, vergünstigtem Zugang zu Fortbildungs- und Tagungsplätzen, einer Jugendvertretung („Jung-DGM“) und speziellen Nachwuchsveranstaltungen unterstützt die DGM junge Materialwissenschaftler und Werkstofftechniker. Die Fachausschüsse der DGM decken nahezu alle Materialklassen, Prozesstechniken zur Materialherstellung und -verarbeitung, Erkenntnis- und Anwendungsfelder im Bereich der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik ab.

Weitere Informationen
Mehr Informationen zur DGM finden Sie unter www.dgm.de, Informationen zur INVENTUM GmbH finden Sie unter www.inventum.de.

Ansprechpartner Presse
Deutsche Gesellschaft für Materialkunde e.V.
Yvonne Burger / Miriam Leonardy
Tel.: 069-75306-759
presse@dgm.de

Ansprechpartner Tagungen
INVENTUM GmbH
Alexia Ploetz
Tel.: +49 (0) 151 21 22 74 48
hybrid@inventum.de

* Die Angaben im Text beziehen sich stets auf beide Geschlechter.

Weitere Informationen:

http://www.dgm.de - Deutsche Gesellschaft für Materialkunde e.V.
http://www.inventum.de - Inventum GmbH
http://www.dgm.de/hybrid/ - Informationen zur Tagung, Ausstellung und weitere Presseinformationen
http://www.dgm.de/past/2014/hybrid/photos2014/ - Fotos der Veranstaltung
http://www.dgm.de/past/2014/hybrid/images/EuroHybrid-Proceedings.pdf - der Tagungsband zur Euro Hybrid Materials and Structures

Yvonne Burger | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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