Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU-Telekom-Reform und Digitale Dividende: MCTA 2010 gibt Orientierung

07.01.2010
Zukünftige Chancen und Herausforderungen für Mobilfunknetzbetreiber und Diensteanbieter sind Themen der 10. Konferenz Mobile Communications - Technologien und Anwendungen, die am 1. und 2. Februar 2010 in Berlin stattfindet.

Pünktlich zum 10-jährigen Jubiläum der Konferenz MCTA ist wieder Bewegung auf dem deutschen Mobilfunkmarkt. Neben Auswirkungen der Ende Dezember 2009 verabschiedeten EU-Telekom-Reform stehen Chancen und Hürden der Digitalen Dividende momentan im Mittelpunkt der Diskussion.

"Auf der MCTA 2010 werden wir Fragen zur aktuellen Mobilfunkregulierung und Frequenzpolitik der Bundesregierung sowie deren Auswirkungen auf die Marktteilnehmer analysieren und daneben auch das gesellschaftspolitische Thema der digitalen Spaltung diskutieren", so Dr. Key Pousttchi, der als Leiter der Augsburger Forschungsgruppe wi-mobile die MCTA zum 10. Mal ausrichtet.

Während die Bundesregierung die Novellierung der Regulierung von Telekommunikationsnetzen und die bevorstehende Frequenzvergabe als Chance für den Wettbewerb und die flächendeckende Versorgung mit Breitband-Internet betrachtet, sehen sowohl die Europäische Kommission als auch die betroffenen MNO E-Plus und O2 in dem von der Bundesnetzagentur festgelegten Auktionsverfahren eine Wettbewerbsbenachteiligung kleinerer Marktteilnehmer. Fraglich ist, welche neuen Akzente der neue europäische Rechtsrahmen verlangt und wie sich die bevorstehende Frequenzvergabe auf den deutschen Mobilfunkmarkt auswirken wird. Dies ist Thema auf der 10. Konferenz Mobile Communications - Technologien und Anwendungen (MCTA 2010), die am 1. und 2. Februar 2010 in Berlin stattfindet.

Auswirkungen der EU-Telekom-Reform

Zum Jahresende 2009 wurde die lang umstrittene EU-Telekom-Reform verabschiedet. Das Richtlinienpaket dient der Novellierung der Regulierung von Telekommunikationsnetzen und soll sowohl den Wettbewerb als auch die Investitionen in Kommunikationsnetze und -dienste fördern. Hierdurch sollen neue Chancen für Telekommunikationsunternehmen und grenzübergreifende Kommunikationsdienste in Europa eröffnet werden. Neben Vorgaben zur Stärkung der Verbraucher- und Datenschutzrechte, einen Telekom-Binnenmarkt, schnelle Internetanschlüsse sowie für ein offenes Internet enthält das Reformpaket auch Regelungen zur Verwendung der digitalen Dividende. Diese sollen helfen die bisher fehlende Breitbandversorgung in ländlichen Gegenden zu ermöglichen und so innerhalb der nächsten fünf Jahre für 75 Prozent der Bevölkerung drahtlose Breitbandverbindungen verfügbar zu machen.

"Mobile Breitbanddienste sind wesentlicher Wachstumstreiber der Telekommunikation. Um das gesamtwirtschaftliche Potenzial des Mobilfunks zu nutzen, sind wettbewerbsorientierte Rahmenbedingungen unerlässlich", so Ministerialrat Dr. Peter Knauth, zuständiger Referatsleiter im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi).

Ungeklärt ist jedoch die Frage nach der Finanzierung des flächendeckenden Breitbandausbaus - hier ist eine Reihe von Modellen denkbar. Auf der MCTA wird MinR Dr. Knauth in einem Workshop den Teilnehmern den Status Quo der Telekommunikationspolitik darstellen, die Rolle des Mobilfunks im Rahmen der Breitbandstrategie der Bundesregierung diskutieren und aktuelle Grundsatzfragen der Regulierung im Mobilfunksektor, etwa im Bereich der Terminierung und des Roaming, beleuchten.

Nutzung der Digitalen Dividende

Bei der bevorstehenden Frequenzversteigerung soll ein Frequenzpaket von 360 Megahertz versteigert werden. In diesem ist auch die Digitale Dividende enthalten, die durch die ehemaligen Rundfunkfrequenzen im Bereich von 800 Megahertz frei wird und eine wichtige Rolle bei der Breitbandversorgung spielt. Nachdem EU-Telekommunikationskommissarin Viviane Reding bereits mehrfach die Diskrepanz im Auktionsverfahren zu Lasten von E- Plus und O2 kritisiert hatte, lenkte nun die Bundesnetzagentur ein. Um Wettbewerbsverzerrungen entgegenzuwirken, kündigte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, vor kurzem eine Untersuchung der Wettbewerbsverhältnisse auf dem deutschen Markt drei Monate nach der Versteigerung an. Auf der MCTA wird Stefanie Wagner von der Bundesnetzagentur einen Überblick über das aktuelle Vergabeverfahren sowie zur Nutzung der Digitalen Dividende geben.

Überwindung der digitalen Spaltung

Das Internet hat das Leben der Bevölkerung in den letzten zehn Jahren in vielen Bereichen revolutioniert. Dabei wird jedoch die Spaltung zwischen den mehr oder minder Technikgewandten, die Zugang zum Internet haben, und dem Rest der Bevölkerung, der nicht täglich mit dem Computer umgeht, ein immer dringlicheres Problem. Inwieweit mobile Breitbanddienste zur Überwindung dieser digitalen Spaltung beitragen können, darüber wird Jutta Croll, Geschäftsführerin der Stiftung Digitale Chancen, im Rahmen des MCTA-Konferenzprogramms sprechen.

Workshop-und Konferenzprogramm zu Politik und Regulierung

Neben der technischen, wirtschaftlichen und regulatorischen Weiterentwicklung der Mobilfunknetze und ihrer Auswirkungen verspricht aber auch das übrige Konferenzprogramm spannend zu werden. Unter dem Motto "Science meets industry" bietet die MCTA neben den Bereichen M-Payment, M-Banking, Mobile Business Processes und der Entwicklung von Mobilfunkmärkten ein breites Themenspektrum von Anwendungen wie Mobile Marketing, Mobile Ticketing und Mobile Entertainment. Das Programm beinhaltet Vorträge, Panels sowie je eine Case Study Session und eine Mobile Application Demo Session. Die Vorträge und Diskussionen auf der MCTA werden von einer Reihe hochrangiger Experten bestritten. Die MCTA ist der einzige Major Industry Event der Branche, der von einer Universität ausgerichtet wird.

Anmeldung unter http://www.mcta.de. Anmeldeschluss ist der 20. Januar 2010.

Weitere Informationen zur Konferenz:

Cornelia Noglinski
Tagungssekretariat MCTA 2010
Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Systems Engineering
Universität Augsburg
86135 Augsburg
Telefon +49 (821) 598 4449
cornelia.noglinski@wi-mobile.de
Pressekontakt:
Dr. Key Pousttchi
Forschungsgruppe wi-mobile
Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Systems Engineering
Universität Augsburg
86135 Augsburg
Telefon +49 (177) 6319508
presse@wi-mobile.de
Über die Forschungsgruppe wi-mobile:
Die Forschungsgruppe wi-mobile (früher: Arbeitsgruppe Mobile Commerce) ist mit Anwendungen der Mobilfunk- und weiterer drahtloser Kommunikationstechnologie befasst. Gegründet 2001 am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Systems Engineering der Universität Augsburg (Prof. Turowski), integriert sie als Forschungsgruppe modernen Typs in einem Drei-Säulen-Modell Forschung auf internationalem Niveau, Beratungsprojekte für nationale und internationale Unternehmen sowie Lehrveranstaltungen für Studenten und Industrieteilnehmer. Besondere thematische Schwerpunkte bilden Mobile Payment/Mobile Banking, Mobile Marketing, mobile Geschäftsprozesse und die Weiterentwicklung von Mobilfunkmärkten und Geschäftsmodellen.

Klaus P. Prem | idw
Weitere Informationen:
http://www.mcta.de
http://www.wi-mobile.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein
28.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle
28.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit