Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erster Leipziger Staubtag am 6. März 2014

28.02.2014

Zum ersten „Leipziger Staubtag“ treffen sich am 6. März über 60 Forschende aus 18 Institutionen. Rund um das Thema Wüstenstaub wird in Deutschland in verschiedenen Fachbereichen und Instituten geforscht. Um die Vielfalt zusammen zubringen und neue Verbindungen zu knüpfen, hat das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) diese eintägige Veranstaltung organisiert. Im Vordergrund steht daher der gegenseitiger Austausch, um einen Überblick zu aktuellen Forschungsthemen und Fragestellungen aus den unterschiedlichen Disziplinen zu bekommen.

Staub spielt in den verschiedensten Fachgebieten wie z.B. Meteorologie, Klimaforschung, Geographie, Mineralogie und Bodenkunde eine wichtige Rolle. Entsprechend vielfältig ist das Programm, bei dem über 25 Vorträge und Posterpräsentationen ein breites Spektrum an Forschung vorstellen - von Feld- und Laborexperimenten über die Modellierung auf verschiedenen Raum- und Zeitskalen bis hin zur Satellitenfernerkundung.

„Wir wollen mit dieser Veranstaltung ganz verschiedene Fachbereiche zusammenbringen und freuen uns sehr über das große Interesse, das weit über Leipzig hinausgeht“, berichtet Dr. Kerstin Schepanski vom TROPOS, die die Idee zu der Tagung hatte. Dass Leipzig mit Instituten wie dem Leipziger Institut für Meteorologie der Universität Leipzig und dem TROPOS eine bekannte Adresse für Staubforschung ist, zeigen die Teilnehmerzahlen. Was ursprünglich als kleiner Workshop geplant war, wurde schnell zu einer internationalen Tagung mit Teilnehmern aus Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz und Großbritannien. 

Pro Jahr gelangen etwa fünf Milliarden Tonnen Staubteilchen in die Atmosphäre. Diese Mineralstaubteilchen sind zwar winzig, haben aber große Auswirkungen auf die Erde. Denn sie beeinflussen die Strahlungseigenschaften, den Wasserkreislauf und die Chemie der Atmosphäre. Sie können zudem Bakterien transportieren, die Luftqualität und damit die menschliche Gesundheit genauso negativ beeinflussen wie das Transportwesen oder die Solarstromerzeugung. Oder als Mineraldünger für fruchtbares Land sorgen. Durch zunehmende Wüstenausbreitung in den Trockengebieten wird damit gerechnet, dass die Menge und die Wirkung des Mineralstaubes künftig noch weiter wachsen wird. 

Im Gegensatz zu den Fortschritten, die in den letzten Jahrzehnten in der Klimaforschung gemacht worden, sind viele Fragen zu den Auswirkungen des Mineralstaubes immer noch offen. Das TROPOS führt deshalb seit einigen Jahren intensive Messungen durch, um die Eigenschaften von Mineralstaub und dessen Einfluss auf das Klima zu erforschen. Dazu fanden seitdem mehrere großangelegte Messkampagnen zur Untersuchung von Staub aus der Sahara statt. Diese Experimente fanden in Marokko (2006), auf den Kapverdischen Inseln (2008) und Barbados (2013) statt. Messungen im Rahmen des Projektes SALTRACE (Saharan Aerosol Long-range Transport and Aerosol Cloud Interaction Experiment) werden zur Zeit auf Barbados fortgesetzt. Seit 2007 laufen außerdem auf den Kapverdischen Inseln Langzeitmessungen zu Mineralstaub. Mitunter kann der Wüstenstaub selbst in Leipzig beobachtet werden, wenn die Lidargeräte bei ungewöhnlichen Wetterlagen Staub aus der Sahara registrieren. 

Die Erforschung von Eigenschaften der Mineralstaubpartikel ist von Interesse, da diese ein besonderes Verhalten zeigen. Die Form von Staubpartikel weicht stark von allgemein angenommenen kugelförmigen Partikeln ab. „Die Auswirkungen der komplexen Form sind vielfältig. Zum einem ist es schwierig den Staubpartikeln aufgrund der Form eine definierte Größe zuzuweisen. Zum anderem wird Licht an Staubpartikeln stärker gestreut als im Vergleich zu vergleichbar großen kugelförmigen Partikeln“, erläutert Dr. Thomas Müller. Dieser Effekt konnten bei den Großexperimenten SAMUM-I und SAMUM-II beobachtet werden, die Saharastaub genauer untersucht haben. Bei Feldexperimenten werden die Messungen immer wieder durch Beimischungen anderer Partikel wie z.B. Biomassenverbrennung beeinflusst. Daher finden detaillierte Untersuchungen zu den Eigenschaften von Staub auch in einem Labor des TROPOS statt, da im Labor unter genau definierten Bedingungen gearbeitet werden kann. Die eingesetzten Messtechniken sind dabei vergleichbar wie auch in Feldexperimenten um die Vergleichbarkeit dieser Studien zu sichern. Mithilfe von physikalischen Modellen zur Berechnung der Eigenschaften von Mineralstaub werden die Ergebnisse aus Labor- und Feldmessungen interpretiert. Die gewonnen Kenntnisse tragen wesentlich zu einem besseren Verständnis der Einflusses von Mineralstaub auf das Klima bei.

 Leipziger Staubtag:

06.03.2014, 9:00-17:30 Uhr

KUBUS Leipzig, Permoser Str. 15, 04318 Leipzig

Anmeldungen für Medienvertreter bitte via

http://www.tropos.de/aktuelles/veranstaltungen/leipziger-wuestenstaubtag/

Weitere Infos:

Dr. Kerstin Schepanski, Prof. Dr. Ina Tegen, Dr. Thomas Müller

Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS)

Tel. +49-341-2717-7050, -7042, -7066

http://www.tropos.de/institut/ueber-uns/mitarbeitende/

oder

Tilo Arnhold, TROPOS-Öffentlichkeitsarbeit

Tel. 0341-2717-7060

http://www.tropos.de/aktuelles/pressemitteilungen/

Fotos:

http://www.tropos.de/aktuelles/pressemitteilungen/details/erster-leipziger-staubtag/

Das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, die 89 selbständige Forschungseinrichtungen verbindet. Deren Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute bearbeiten gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevante Fragestellungen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Grundlagenforschung. Sie unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an.

Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Institute pflegen intensive Kooperationen mit den Hochschulen – u.a. in Form der WissenschaftsCampi - , mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem maßstabsetzenden transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 17.000 Personen, darunter 7.900 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei 1,5 Milliarden Euro.

http://www.leibniz-gemeinschaft.de

Dr. Kerstin Schepanski | Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS)

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University
18.10.2017 | Jacobs University Bremen gGmbH

nachricht Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft
18.10.2017 | gbo datacomp GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik