Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erkrankungen und gefälschten Lebensmitteln auf der Spur - Magnetresonanz-Spektroskopiker tagen

20.08.2013
Vom 9. bis 12. September treffen sich die Fachleute der Magnetresonanz-Spektroskopie beim 35th FGMR Discussion Meeting and Joint Conference auf Frauenchiemsee.

Die Tagung deckt die gesamte Anwendungsbandbreite sowohl der Kernresonanz-(NMR)- als auch der Elektronen-Spin-Resonanz-(EPR)-Spektroskopie ab, u.a. für die Alzheimerforschung, die Vermeidung lebensgefährlichen Nierenversagens und den Nahrungsmittelsektor.

Die Konferenz wird von der Fachgruppe Magnetische Resonanzspektroskopie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gemeinsam mit ihren italienischen (Gruppo Italiano Discussione Risonanze Magnetiche) und slowenischen (Slovenian NMR Center) Kollegen organisiert.

Mit Alzheimer, einer der heimtückischsten Krankheiten und aufgrund des demographischen Wandels einer zunehmenden Herausforderung für die Gesundheitssysteme, beschäftigt sich der Beitrag von Professor Dr. Hans Robert Kalbitzer, Universität Regensburg.

Er zeigt, wie NMR-Methoden genutzt werden können, um die für Alzheimer-Erkrankungen typische Bildung von Amyloid-Fibrillen – Fasern abnorm veränderter, unlöslicher Proteine – zu untersuchen. So können Erkenntnisse über deren Entstehung gewonnen werden, was einen Ansatz zur Bekämpfung der Erkrankung verspricht; denn die Ablagerung solcher Fibrillen im Gehirn gilt als eine der Ursachen für Alzheimer.

Helena U. Zacharias, Doktorandin an der Universität Regensburg, trägt in Frauenwörth zur NMR-Analyse humaner Körperflüssigkeiten vor, womit es möglich wird, frühzeitig ein akutes Nierenversagen (ANV) im Nachgang von herzchirurgischen Eingriffen zu entdecken. ANV stellt für viele Patienten, beispielsweise im Zuge einer Bypass-Operation, ein Risiko mit hoher Sterblichkeitsrate dar. Zacharias untersuchte NMR-spektroskopisch Urin und Plasma-Bestandteile von 106 Patienten zu unterschiedlichen Zeitpunkten der Operation. Mittels metabolomischer, also stoffwechselbezogener, „Fingerabdrücke“ in den Proben gelang es der Wissenschaftlerin, ANV mit mehr als 80 Prozent Genauigkeit bei schweren Fällen vorherzusagen. Auf diese Weise könnten künftig neue Biomarker identifiziert und neue Einsichten in die Pathomechanismen von Krankheitsbildern gewonnen werden.

Mit den Einsatzmöglichkeiten der NMR-Spektroskopie im Lebensmittelsektor beschäftigen sich die Beiträge von Professor Dr. Luisa Mannina, Universität Rom, und Dr. Roberto Consonni, Institut für Makromolekulare Studien des italienischen Consiglio Nazionale delle Ricerche. In Ihren Beiträgen zeigen die Wissenschaftler, wie man NMR-spektroskopische Verfahren nutzen kann, um beispielsweise die geographische Herkunft, die landwirtschaftliche Bearbeitung oder die Qualität von Nahrungsmitteln zu beurteilen. Derartige Informationen gewinnen in Zeiten von Lebensmittelskandalen und gefälschten Bio-Produkten zunehmend an Bedeutung und bieten so dem Konsumenten eine gesteigerte Sicherheit.

Traditionell werden auf der Tagung auch die Ernst-Awards verliehen. Benannt nach dem Schweizer Chemie-Nobelpreisträger von 1991, Professor Dr. Richard R. Ernst, werden damit Studierende und Doktoranden für eine herausragende Publikation geehrt, die Neues zur Methodik der NMR, ihrem theoretischen Verständnis oder innovativen Anwendungen beschreibt und sich durch Kreativität und Originalität auszeichnet. Ernst wird die Preise persönlich an die zu Ehrenden überreichen. Dies sind Franz Schilling, Technische Universität München, Yesu Feng, Duke University Durham, North Carolina, sowie Mariusz und Lukasz Jaremko, Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, Göttingen.

Weitere Informationen zur Veranstaltung unter www.fgmr2013.de.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker gehört mit über 30.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 27 Fachgruppen und Sektionen, darunter die Fachgruppe Magnetische Resonanzspektroskopie mit rund 500 Mitgliedern aus Industrie und Forschung. Die Fachgruppe vertritt die Belange der magnetischen Resonanzspektroskopie in wissenschaftlichen Gremien und pflegt den Kontakt mit anderen Organisationen auch aus anderen Disziplinen.

Dr. Renate Hoer | GDCh
Weitere Informationen:
http://www.gdch.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Das Immunsystem in Extremsituationen
19.10.2017 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm
19.10.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise