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Ergebnisse der Afrika-Forschung des Instituts für Soziologie

10.01.2014
Zwei Tagungen der Universität Gießen zu Ernährungssicherung und AIDS-Waisen

Seit 2011 und 2012 befassen sich zwei Forschungsteams am Institut für Soziologie der Justus-Liebig-Universität Gießen mit zwei der drängendsten Probleme in Afrika: „Ernährungssicherung und kleinbäuerliche Landwirtschaft“ sowie „Soziale Folgen der AIDS-Waisen-Krise“.

Die Forschungsprojekte zu den gegenwärtigen sozialen und ökonomischen Veränderungen im subsaharischen Afrika werden von Prof. Dr. Reimer Gronemeyer geleitet. Projektförderer sind die Fritz Thyssen Stiftung und die Deutsche Forschungsgemeinschaft.

Im Januar 2014 werden auf zwei interdisziplinären Tagungen auf Schloss Rauischholzhausen sowie in Köln Ergebnisse von Forschungsprojekten vorgestellt, die mit profilierten Fachleuten diskutiert werden.

„Who takes care? Waisen und ‚vulnerable children‘ im subsaharischen Afrika“, 16. bis 18. Januar 2014, Schloss Rauischholzhausen

Die Ergebnisse des noch laufenden DFG-Forschungsprojekts „AIDS-Waisen im Südlichen Afrika (Namibia): Soziale Krisen und soziale Kräfte (2012-2015)“ werden vom 16. bis 18. Januar 2014 bei der interdisziplinären Tagung „Who takes care? Waisen und ‚vulnerable children‘ im subsaharischen Afrika“, auf Schloss Rauischholzhausen, der Tagungsstätte der JLU, vorgestellt und diskutiert.

Thema der internen Expertentagung sind die Lebensbedingungen von Waisen in Ländern des subsaharischen Afrika und deren Versorgung auf den unterschiedlichen gesellschaftlichen Ebenen: der staatlichen, der zivilgesellschaftlichen, der familialen und der kommunalen Ebene.

Die kulturell unterschiedlichen Bedingungen von Kindheit und Elternschaft im afrikanischen Kontext sind für das Waisen-Thema von zentraler Bedeutung und sollen ebenfalls thematisiert werden. Die Waisenkrise, die vor allem eine Folge der HIV/AIDS Epidemie ist, soll insgesamt in einem größeren Zusammenhang beleuchtet werden:

In den wissenschaftlichen Diskursen und in der Entwicklungszusammenarbeit hat sich der Terminus ‚vulnerable children‘ etabliert, denn die Gründe für die prekären Lebensbedingungen der Kinder sind vielfältig. Waisen sind nicht immer „vulnerable children“ – sie können durchaus gut eingebettet sein in ihre Großfamilie – und „vulnerable children“ sind nicht identisch mit Waisen. Die sozialen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und Hintergründe der Krise werden ebenso Thema der Tagung sein wie die sozialen Kräfte und innovativen Potentiale, die aus der Krise entstehen können.

Schließlich sollen Erfahrungen und Perspektiven von Unterstützungsmaßnahmen im Kontext internationaler Entwicklungszusammenarbeit diskutiert werden. Für die Tagung konnten international profilierte Expertinnen und Experten aus den Bereichen Soziologie, Ethnologie und Politologie, sowie Vertreterinnen von Hilfsorganisationen, wie terre des hommes und Brot für die Welt, gewonnen werden, die in Vorträgen zu Wort kommen.

„Ernährungssicherung in Afrika. Kleinbäuerinnen und Kleinbauern zwischen Tradition und Moderne“, 24. bis 25. Januar 2014, Fritz Thyssen Stiftung Köln

Um die Ergebnisse des Forschungsprojekts „Saatgut und Sozialsystem - Ernährungssicherung in ländlichen Entwicklungsgebieten am Beispiel der Ruvuma Region in Tansania und der Oshana Region in Namibia“ wird es am 24. und 25. Januar 2014 bei einer interdisziplinären Tagung gehen, die unter dem Titel „Ernährungssicherung in Afrika. Kleinbäuerinnen und Kleinbauern zwischen Tradition und Moderne“ in Köln, im Haus der Fritz Thyssen Stiftung, stattfinden wird. Die Fritz Thyssen Stiftung ist Förderer der Forschung, die ebenfalls am Institut für Soziologie der JLU Gießen durchgeführt wird (2011-2014).

Hunger und Ernährungsunsicherheit zählen - trotz weltweit steigenden Wohlstandes - zu den gravierendsten Problemen der Gegenwart. Stärker als je zuvor wenden sich daher nationale Politiken und Entwicklungsprogramme der internationalen Gemeinschaft Fragen der Ernährungssicherung und der ländlichen Entwicklung zu. Dabei stehen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern nach jahrzehnterlanger Vernachlässigung wieder im Fokus des Interesses. Ihr Potenzial für die Zukunft der Welternährung wird in Politik und Wissenschaft mittlerweile stärker wahrgenommen. Gleichzeitig führen Modernisierung- und Globalisierungsprozesse zu einem dramatischen Wandel kleinbäuerlicher Lebensweisen in afrikanischen Ländern. Das zeigt sich zum Beispiel an der zunehmenden Vergeldlichung der Lebensverhältnisse, der Feminisierung der Landwirtschaft und am veränderten Umgang mit Saatgut.

Die gesellschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen und Hintergründe einer sich zuspitzenden Ernährungskrise – in Afrika und im globalen Kontext - werden ebenso Thema der Tagung sein wie die Strategien und Erfahrungen internationaler Entwicklungszusammenarbeit. Die Tagung steht allen Interessierten offen. Die Teilnehmerzahl ist jedoch begrenzt. Die Organisatoren bitten um Anmeldung bis zum 15. Januar 2014 per E-Mail an: projekt-saatgut@sowi.uni-giessen.de.

Weitere Informationen:
http://www.uni-giessen.de/cms/fbz/fb03/institute/ifs/perso/gronemeyer

Lisa Dittrich | idw

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