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Das Energieproblem lösen, von global bis individuell

18.11.2010 - 18.11.2010
Am 18. November findet das Bayreuther Zukunftsforum auf dem Campus statt – Wilhelmine-Preis für Prinz Hassan

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„Energie – globale Herausforderungen, regionale Kooperationen, lokale Initiativen“: Dies ist das Leitthema des Bayreuther Zukunfts-forums, das die Universität Bayreuth, die Stadt Bayreuth und die Stiftung für Zukunftsfragen – eine Initiative von British American Tobacco am 18. November gemeinsam auf dem Campus veranstalten. Im Rahmen dieses Zukunftsforums wird dem jordanischen Prinzen Hassan ibn Talal der „Wilhelmine-von-Bayreuth-Preis für Toleranz und Humanität in kultureller Vielfalt“ verliehen.


Energie, so Professor Dr.-Ing. Dieter Brüggemann, ist längst ein globales Thema – „allein schon aufgrund der mit dem Energie- verbrauch verbundenen Umweltproblematik.“ Wer Antworten auf drängende Fragen nach der künftigen Deckung des Energiebedarfs und der Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen sucht, muss ganzheitlich denken. „Es kann und wird keine Lösung geben, die allein von der Politik, allein von der Wirtschaft oder allein von einzelnen Menschen getragen ist“, so der Inhaber des Lehrstuhls für Technische Thermodynamik und Transportprozesse, Ausrichter der Tagung und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Bayreuther Zukunftsforums. „Wir lösen das komplexe Energieproblem nur gemeinsam.“

Diese Botschaft soll von dem Bayreuther Zukunftsforum 2010 ausgehen: Von global bis individuell ist denn auch der Zuschnitt der Fachbeiträge. Global wirkt das Projekt DESERTEC – ein Riesen- Solarkraftwerk in den Wüsten Nordafrikas, das Strom sowohl für den Eigenbedarf der Region, wie auch für europäische Abnehmer liefern soll. Max Schön, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft Club of Rome und Vorsitzender des Aufsichtsrats der DESERTEC Foundation, wird das Projekt vorstellen, für das sich auch Prinz Hassan von Jordanien nachhaltig einsetzt. Prinz Hassan gehört zu den Gründern der DESERTEC Foundation, die Aktivitäten der DESERTEC-Netzwerke koordiniert und weltweit Allianzen für die Realisierung des wegweisenden Energieprojekts schmiedet. Mitglieder dieser Foundation setzen darüber hinaus ihre Zeit und ihr Geld dafür ein, globale Lösungen für Energie-, Wasser- und Klimasicherheit voranzubringen.

Bei all dem Guten, das DESERTEC bewirken kann: „Dieses Projekt allein wird die globale Energiefrage natürlich nicht lösen können“, so Professor Brüggemann. Es muss mehr geschehen – zum Beispiel auf dem Sektor der Mobilität. Die weitreichenden Ideen seines Unternehmens zur Zukunft des Elektro-Autos wird Professor Dr. Gernot Spiegelberg, Vice President Strategie und Technologie der Siemens AG, in seinem Beitrag zum Zukunftsforum darstellen. Er rechnet mit einer zunehmenden Abkehr von dem mit Benzin betriebenen Verbrennungsmotor. Siemens sieht das E-Auto als Bestandteil eines völlig neuartigen Konzepts: Autofahrer sind dabei nicht nur Energieverbraucher, sondern auch Energielieferanten.

Welche Herausforderungen im Energiebereich auf lokaler Ebene bestehen, wird der Geschäftsführer der Bayreuther Energie- und Wasserversorgungs GmbH, Jürgen Bayer, in seinem Vortrag erläutern. Der Systemwechsel der Erlösregulierung der Netze von der Kostenregulierung zur Anreizregulierung stellt nicht nur die Energieversorgungsbranche vor schwierige Aufgaben, sondern auch die Politik. Nur durch langfristige Investitionsanreize und investitionsfreundliche Rahmenbedingungen sind Stabilität und Versorgungssicherheit langfristig gewährleistet. „Ein Ausbau der Vorsorgungsnetze hin zu einem intelligenten Netz (Smart Grid) wird nur dann geschehen wenn die notwendigen Investitions- rahmenbedingungen stimmen“, so Bayer.

„Nicht zuletzt aber wird es bei jedem Konzept darauf ankommen, dass es von den Menschen getragen wird. Dabei darf man neben den Kosten die emotionale Seite nicht vergessen“, so Professor Brüggemann. Die Erde erwärmt sich. Gletscher schmelzen. Der Meeresspiegel steigt. All dies ist kein Science-Fiction Szenario, sondern Realität. Welche Rolle aber spielen diese Umweltveränderungen für die Bürger? Wie bewusst sind sie sich über die Veränderungen und deren Folgen? Und wichtiger noch: Wozu sind die Deutschen konkret bereit, um ihren Anteil an einer auch zukünftig lebenswerten Umwelt zu leisten? Diesen Fragen wird in den Ausführungen der Stiftung für Zukunftsfragen, einer Ini tiative von British American Tobacco, nachgegangen und ein aktuelles Bild des Umweltverständnisses der Bürger gegeben. Beim Bayreuther Zukunftsforum wird Professor Dr. Ulrich Reinhardt, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Stiftung für Zukunftsfragen, die Bereitschaft der Menschen zum Umdenken diskutieren. Reinhardts Forschungsschwerpunkte in der Stiftung liegen im Bereich des gesellschaftlichen Wandels, der Mobilitäts- und Medienforschung, sowie des Freizeit-, Konsum- und Tourismusverhaltens. Derzeit arbeitet er an einer weiteren Publikation zum Thema „europäische Werte“. Er ist Mitglied in unterschiedlichen Beraterkreisen im In- und Ausland und Professor in Salzburg. 2011 wird Reinhardt die Nachfolge von Professor Horst Opaschowski als Wissenschaftlicher Leiter der Stiftung für Zukunftsfra gen antreten.

Prinz Hassan von Jordanien nimmt nicht nur an dem Forum auf dem Campus der Universität Bayreuth teil, er wird seine Gedanken auch in einem Vortrag deutlich machen. Die Initiatoren des Zukunftsforums, allen voran die Stadt Bayreuth, werden Prinz Hassan im Anschluss an sein Referat für seine Verdienste mit dem „Wilhelmine-von-Bayreuth-Preis für Toleranz und Humanität in kultureller Vielfalt“ auszeichnen.

Hintergrund: Bayreuther Zukunftsforum

Die Universität Bayreuth gründete mit dem „Zukunftsforum: Wissenschaft – Kultur – Gesellschaft“ eine Plattform, um zukunfts- trächtige Themen im Gespräch zwischen der Wissenschaft und Partnern aus außerwissenschaftlichen Bereichen der öffentlichen Kultur zu reflektieren. Im Zukunftsforum werden natur- und geisteswissenschaftliche Herangehensweisen zusammengeführt und mit zentralen Zukunftsfragen der Gesellschaft verknüpft. Um zu gewährleisten, dass dieser Dialog über die Grenzen der Wissenschaft hinausweist, kooperiert die Universität mit der Stadt Bayreuth. Die institutionelle Kooperation des Zukunftsforums ist offen für weitere Partner, um Wissenschaft, Politik und Wirtschaft zu verbinden. Derzeit ist das global agierende Unternehmen British American Tobacco durch seine Stiftung für Zukunftsfragen am Zukunftsforum beteiligt. Gleichzeitig stiftet die Stadt Bayreuth den „Wilhelmine-von-Bayreuth-Preis“, dotiert mit 10.000 Euro. Der Preis wird an Persönlichkeiten oder Gruppen verliehen, die sich international auf kulturellem, sozialem, politischem oder wissenschaftlichem Gebiet um die kritische Reflexion europäischer Wertvorstellungen und die interkulturelle Verständigung verdient gemacht haben.

Frank Schmaelzle | Quelle: Universität Bayreuth
Weitere Informationen: www.uni-bayreuth.de

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