Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektronik zur Beantwortung großer Menschheitsfragen

13.09.2010
TWEPP-Konferenz vom 20. bis 24. September an der RWTH Aachen

Wie ist unser Universum entstanden? Aus welchen kleinsten Bausteinen besteht unsere Welt? Und was hält sie im Innersten zusammen? Auf diese philosophisch anmutenden Fragen versucht die Teilchenphysik mit den Mitteln der exakten Wissenschaft Antworten zu geben.

Dazu braucht sie Detektoren in der Größe von Mehrfamilienhäusern und die leistungsfähigsten Teilchenbeschleuniger der Welt. Das Flaggschiff dieser Super-Mikroskope ist der Large Hadron Collider (LHC) am Europäischen Zentrum für Teilchenphysik CERN in Genf. Seit Ende des vergangenen Jahres liefert er erste Daten. Dort werden Protonen mit Energien aufeinander geschossen, wie sie eine Billionstel Sekunde nach dem Urknall herrschten.

Die Endprodukte dieser Kollisionen werden anschließend unter anderem mit dem CMS-Detektor vermessen, an dem Physiker der RWTH mitarbeiten. Weil Beschleuniger und Detektoren sehr gut funktionieren, erwarten die Physiker bereits im kommenden Jahr, in bisher unerforschtes Neuland vorstoßen und dort umfassendere Antworten auf die eingangs genannten Fragen finden zu können.

„Diese Detektoren funktionieren wie große Kameras“, erläutert Professor Lutz Feld vom I. Physikalischen Institut der RWTH: CMS beispielsweise nimmt mit 100 Millionen sensitiven Elementen 40 Millionen extrem präzise Bilder pro Sekunde auf. Dies erfordert eine Vielzahl elektronischer Komponenten. Die kleinen Signale aus jedem Detektorelement müssen verstärkt, aufbereitet und an die zentrale Datenverarbeitung übertragen werden, die alle Informationen zusammenfasst und analysiert. Diese Aufgaben übernehmen analoge und digitale Elektronik-Chips, die zu komplexen Systemen kombiniert und über Glasfaser verbunden werden. Die Anforderungen der Teilchenphysik sind so speziell, dass man die meisten dieser Komponenten nicht fertig kaufen kann. Sie müssen von den Teilchenphysikern selbst entwickelt werden. Während der LHC in Genf gerade mit seiner Datenanalyse begonnen hat, wird bereits die Elektronik für Nachfolgeprojekte entwickelt, denn es dauert viele Jahre, bis aus ersten Ideen ausgereifte Lösungen entstehen.

Die TWEPP-Konferenz wird jährlich veranstaltet, in diesem Jahr erstmalig an der RWTH Aachen. Vom 20. bis 24. September treffen sich hier weltweit führende Experten für die Entwicklung von Elektronik für Teilchenphysikexperimente, um ihre Ergebnisse auszutauschen. Die Themen umfassen analoge und digitale elektronische Schaltkreise, Optoelektronik, Strahlenhärte, programmierbare Logikbausteine, Aufbau- und Verbindungstechnik, Systemintegration, Produktion und Qualitätssicherung, Designwerkzeuge und einiges mehr. Professor Lutz Feld und sein Team, die die Konferenz in diesem Jahr organisieren, erwarten etwa 200 Teilnehmer aus aller Welt und freuen sich auf die Präsentation vieler neuer Entwicklungen und auf spannende Diskussionen.

Weitere Informationen gibt es bei:

Univ.-Prof. Dr. Lutz Feld
Lehrstuhl für Experimentalphysik I B und
I. Physikalisches Institut
Internet: www.physik.rwth-aachen.de
Telefon: +49241/ 80 27 182
E-Mail: Lutz.Feld@physik.rwth-aachen.de
i.A. Gabriele Renner

Thomas von Salzen | idw
Weitere Informationen:
http://www.physik.rwth-aachen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Von Batterieforschung bis Optoelektronik
23.06.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

nachricht 10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge
22.06.2017 | Haus der Technik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften