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Elektromobilität: Revolution oder Evolution?

26.11.2012
Auf der VDI-Fachkonferenz „Batterieproduktion und Recycling“ diskutierten Automobil-Experten über die Kosten für Batterierecycling

Elektromobilität ist ein wesentlicher Bestandteil auf dem Weg, den CO2-Ausstoß im Verkehr zu senken. Über den technischen Stand im Bereich Batterien tauschten sich rund 50 Experten aus der Branche anlässlich der VDI-Fachkonferenz „Batterieproduktion und Recycling“ in Stuttgart Mitte November aus. Aktuell stehen alle Unternehmen vor dem Problem, dass aufgrund der noch geringen Akzeptanz nur kleine Stückzahlen produziert werden, was gleichzeitig die Kosten nach oben treibt.

Tagungsleiter Prof. Achim Kampker von der RWTH Aachen verwies auf die Anfänge der Automobil-Industrie und der Computer. Am Anfang standen die Kunden den ersten Autos und Computern skeptisch gegenüber, weil sie das Produkt nicht kannten. Der Rest der Erfolgsschichte ist bekannt. „Die Elektromobilität wird eine ähnliche Erfolgsgeschichte erleben“, sagte Kampker. „Die Autos mit elektrischen Antrieben müssen erlebbar sein und kontinuierlich weiterentwickelt werden.“

Gute Chancen bescheinigten die Teilnehmer Fahrzeugkonzepten für Nischenprodukte, etwa im Bereich von Lieferfahrzeugen. Die kurzen Fahrwege und das ständige Stop-and-Go bieten beste Voraussetzungen, dass sich hier kurzfristig elektrisch angetriebene Fahrzeuge erfolgreich am Markt etablieren.

Gleichzeitig zeigten die Vorträge aber auch, dass die beteiligten Unternehmen noch mehr Verbindlichkeit wünschen. „Die ersten Etappenziele haben wir erreicht, aber es ist unklar, wohin die Reise geht“, sagte Kampker während der zweitägigen Konferenz. „ Es fehlt noch die Rechtsverbindlichkeit, ob der Markt der Elektrofahrzeuge sich evolutionär entwickelt oder eine Revolution ihn verändert.“ Gerade im Bereich der Kostenfrage zeigte dies sich sehr deutlich. Aufgrund der kleinen Stückzahlen treibt auch das Recycling von nicht mehr einsetzbaren Traktionsbatterien die Kosten. Dabei befindet sich gerade hier ein entscheidender Hebel, um Kosten zu senken. Einige Vorträge befassten sich mit der Frage, wie sich schon in der Entwurfsphase oder der Produktion Kosten einsparen lassen.

„Zwei wesentliche Aspekte sind allen Beteiligten klar geworden: die Unternehmen in der Elektromobil-Branche ziehen alle am gleichen Strang, müssen aber noch stärker mögliche Synergieeffekte nutzen“, sagte Prof. Kampker zum Abschluss der Veranstaltung. „Zum zweiten haben die Vorträge verdeutlicht, dass eine integrierte Produkt- und Produktionsplanung die Kostenfrage nachhaltig positiv beeinflusst.“

Über das VDI Wissensforum
Das VDI Wissensforum mit Sitz in Düsseldorf gehört zur Unternehmensgruppe des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) und ist seit mehr als 50 Jahren der führende Weiterbildungsspezialist für Ingenieure, für Fach- und Führungskräfte im technischen Umfeld. Es vermittelt das Wissen aller automobilrelevanten Technikdisziplinen und bietet eine umfassende Themenvielfalt rund um die Fahrzeugindustrie. Fragen zu aktuellen Antriebsaggregaten, zur Fahrzeugelektronik und Fahrerassistenzsystemen werden behandelt neben Themen wie Anforderungen zur Fahrzeugsicherheit, Komfortoptimierung oder auch Lösungen zur CO2-Reduktion und Nachhaltigkeit des Automobils. Das Unternehmen bietet eines der größten Automobilindustrie-Netzwerke mit weltmarktführenden Herstellern, Zulieferern und Dienstleistern sowie international renommierten Wissenschaftlern. Die Veranstaltungen des VDI Wissensforums sind unverzichtbar für die Automobilindustrie.

Stefan Karpenstein | VDI Wissensforum GmbH
Weitere Informationen:
http://www.vdi.de
http://www.vdi-wissensforum.de

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