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Einweihung moderner Mikrowindturbine für Gästehaus auf Helgoland

11.11.2011
Heute wird eine neue Windkraftanlage für das Gästehaus der Biologischen Anstalt Helgoland eingeweiht.

Die Mikrowindturbine namens quietrevolution qr5 soll zukünftig den Strombedarf für das so genannte Mielck-Haus im Helgoländer Unterland mit decken. Die vertikalen Rotorblätter arbeiten besonders leise und stellen sicher, dass auch bei turbulenten Winden Strom erzeugt wird. Die Anschaffung der Anlage hat etwa 35.000 Euro gekostet und die Turbine konnte innerhalb weniger Tage errichtet werden.


Die Mikrowindturbine quietrevolution qr5: die vertikalen, fünf Meter langen Rotoren auf dem 15 Meter hohen Mast. Foto: Johanna Slembeck, Alfred-Wegener-Institut

Bei der feierlichen Einweihung der Mikrowindturbine am Nachmittag des 11. November 2011 weht es mit fünf bis sechs Windstärken aus Südosten. Für die etwa 50 Gäste der Veranstaltung auf Helgoland nichts Ungewöhnliches. „Auf einer Nordseeinsel die Windkraft zu nutzen, ist für uns als Klimafolgenforscher ein sehr wichtiger Schritt“, sagt Prof. Dr. Karen Wiltshire, Leiterin der Biologischen Anstalt Helgoland (BAH) in der Stiftung Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft. Wissenschaftlich beschäftigen sie und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts sich mit den Folgen des Klimawandels auf die marine Tier- und Pflanzenwelt. Neben Maßnahmen zur energetischen Sanierung und damit zum Stromsparen, nutzen sie mit der Mikrowindturbine zukünftig regenerative Energien.

Die erwartete Gesamtleistung der Anlage beträgt bis zu 7.500 Kilowattstunden pro Jahr und kann damit einen Teil des Strombedarfs des Gästehauses im Unterland decken. Hier wohnen pro Woche etwa 44 Studenten, die für Universitätskurse an die BAH kommen. „Die qr5 ist durch die vertikalen Rotorblätter besonders leise und eignet sich sogar für den Betrieb in Wohngebieten“, erläutert Heino Peters die Wahl der modernen Anlage, die in Deutschland noch selten zu sehen ist. Der Leiter der BAH-Haustechnik ergänzt: „Die Technik funktioniert bei turbulenten Winden effektiv. Wird der Wind verwirbelt, so kann er auch von unten die vertikalen Rotorblätter antreiben.“ Hinter der Typenbezeichnung qr5 verbirgt sich die englische Herstellerfirma quietrevolution, deren Produkte in Deutschland die Firma RWE Innogy vertreibt.

Die vertikalen Rotoren haben eine Länge von fünf Metern und drehen sich parallel zum Mast, der seinerseits 15 Meter hoch aufragt. Ob sich die Anlage auf Zugvögel auswirkt, wird von den Biologen der BAH in Kooperation mit dem Institut für Vogelforschung „Vogelwarte Helgoland“ untersucht. Falls erforderlich, kann sie bei bestimmten Wetterlagen während des Vogelzuges beleuchtet oder abgeschaltet werden. „Schließlich wollen wir nicht, dass die Nutzung regenerativer Energien zum Schutz des Klimas zu einer Belastung der Natur wird“, erläutert Wiltshire die Intention. Sie hofft mit der Anlage ein positives Zeichen für Helgoland zu setzen. Dankbar zeigt sie sich gegenüber der Gemeinde, die der BAH einen Teil des Geländes im Unterland zur Nutzung der Windkraftanlage überlassen hat. „Das Bauvorhaben wurde mit Rat und Tat vom Fachdienst Bauordnung des Kreises Pinneberg und von vielen Helgoländer Betrieben unterstützt und zeigt den Spirit für ein neues Helgoland“, so die BAH-Leiterin. Zukünftig könne man sich vorstellen, Mikrowindturbinen auch an anderen Standorten des Alfred-Wegener-Instituts zu nutzen, wenn sich die Anlage unter den Einsatzbedingungen auf Helgoland bewährt.

Ihre Ansprechpartnerin in der Pressestelle des Alfred-Wegener-Instituts ist Folke Mehrtens (Tel.: 0471 4831-2007, Freitag, 11. November unter Mobil: 0160 905 54 944; E-Mail: medien@awi.de).

Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der mittleren und hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der 17 Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.

Ralf Röchert | idw
Weitere Informationen:
http://www.awi.de

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