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Erkrankungen, aber auch Operationen im Bereich der Schädelbasis können aufgrund der zahlreichen Nerven- und Blutbahnen in dieser Körperregion zu bleibenden Beeinträchtigungen wie Taubheit, Blindheit oder Lähmungen und damit zu einem enormen Verlust an Lebensqualität für die Betroffenen führen.
Bei der Entfernung von Hirntumoren oder beim Einsetzen von Hörimplantaten ist gerade wegen der schlechten Erreichbarkeit des Gehirns an dieser Stelle höchste Präzision gefordert. Deshalb kommen, ähnlich einer Einparkhilfe in modernen Autos, bei Schädelbasisoperationen schon heute computergesteuerte Assistenzsysteme zum Einsatz – insbesondere dann, wenn die Operationswerkzeuge so exakt geführt werden müssen, dass dies für die menschliche Hand unmöglich ist. Das erlaubt ein präziseres Arbeiten, der Operateur kontrolliert zu jeder Zeit das Geschehen.
„Unser Ziel ist es, gewebeschonend zu operieren, Körperfunktionen wie beispielsweise das Hören zu erhalten und die Infektionsgefahr möglichst gering zu halten“, sagt Prof. Jörg Schipper, Präsident der Jahrestagung der DGSB und Direktor der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum Düsseldorf. Endoskopische Operationsmethoden wären zum Erreichen dieses Zieles ideal. Hierfür braucht man jedoch kleinere und flexiblere Operationswerkzeuge.
„Wir Mediziner wissen genau, wie diese intelligenten Werkzeuge der Zukunft – im Fachjargon „Smart Manipulators“ genannt – funktionieren sollten, was sie im Detail können müssen. Nun sind die Entwicklungsabteilungen in den Medizintechnikunternehmen gefragt. Leider fehlen diesen oft die finanziellen Mittel“, so Prof. Schipper. Im internationalen Vergleich nehmen deutsche Medizintechnikunternehmen eine führende Rolle ein und stellen nach Angaben des Bundesverbandes Medizintechnologie e.V. inzwischen mehr als 170.000 Arbeitsplätze. Da diese Firmen jedoch zu einem großen Teil dem Mittelstand angehören, sind die finanziellen Ressourcen zur Entwicklung neuer Techniken begrenzt. „Um international am Ball zu bleiben, sollten von der Politik Strukturen geschaffen werden, um die mittelständischen Unternehmen finanziell zu unterstützen. Ein Forschungsfonds wäre hierfür beispielsweise denkbar“, führt Prof. Schipper weiter aus.
Pressevertreter sind zum Besuch der Tagung herzlich eingeladen. Weitere Informationen zum Tagungsprogramm sowie das Akkreditierungsformular finden Sie auf der Kongresshomepage http://www.dgsb2011.de. Bei Interesse steht Prof. Schipper sehr gern als Interviewpartner zu Verfügung.
Hintergrund:
Bei der Behandlung von Erkrankungen der Schädelbasis, dem Grenzgebiet zwischen Gehirn und Gesichtsschädel, sind Fachärzte der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, der Neurochirurgie, der Neuroradiologie sowie der Augenheilkunde beteiligt. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen diesen Fachrichtungen in der Diagnostik und der Therapie ist vor allem wegen des komplizierten anatomischen Aufbaus dieser Körperregion und der erheblichen Auswirkungen der Erkrankungen auf die Lebensqualität der Patienten von sehr hoher Bedeutung. Die Deutsche Gesellschaft für Schädelbasischirurgie e.V. hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, die interdisziplinäre Erforschung der Schädelbasis sowie die Erkennung und Behandlung von Fehlbildungen, Verletzungen und Erkrankungen in diesem Bereich zu fördern.
Julius Kohl | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.dgsb2011.de/
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