Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eingriff in die Natur

15.08.2012
Globale Erwärmung, Überdüngung von Ökosystemen, Ausrottung von Tieren und Pflanzen und Ausbreitung von nicht-einheimischen Organismen: Das sind nur einige Beispiele dafür, wie Menschen die physikalischen, chemischen und biologischen Bedingungen auf der Erde verändert haben.
Diese Eingriffe verändern die Natur in einem Ausmaß, das Wissenschaftler veranlasst, von einem neuen geologischen Zeitalter zu sprechen: dem Anthropozän – dem Zeitalter der menschengemachten Natur. Wissenschaftler befassen sich mit dieser „ökologischen Neuartigkeit“ von Montag bis Mittwoch, 27. bis 29. August, auf einer Konferenz im Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld.

Die Natur- und Sozialwissenschaftler aus Deutschland, der Schweiz und den USA versuchen zu verstehen, welche dieser menschengemachten Umweltveränderungen die gesellschaftlichen Entwicklung beeinträchtigen und wie die Natur gestaltet werden kann, ohne ihr zu schaden. Die Forscher diskutieren daher, wie sich problematische Naturveränderungen ausgleichen oder rückgängig machen lassen.
Dabei steht ihnen die ökologische Neuartigkeit im Weg. Denn sie bedeutet, dass aktuelles ökologisches Wissen nur begrenzt gültig ist – eben, weil es für die aktuellen Fälle von Umweltveränderungen keine historischen Beispiele gibt. Zentrale Frage der Konferenz ist daher: Wie sind verantwortungsbewusste Eingriffe in die Umwelt möglich, wenn verlässliches Wissen über die Folgen fehlt und Nicht-Handeln ebenfalls problematisch ist?

Beispiele für ökologische Sanierung sind die Wiederansiedlung von vertriebenen Pflanzen und Tieren, die Erneuerung von Erdböden, die Vernichtung giftiger Substanzen und das Aufreißen von Straßen, so dass sie von der Natur zurückerobert werden können. Waldbrände und Wasserfluten haben mitunter ebenfalls ökologische Funktionen, indem sie Landstriche mit Nährstoffen versorgen. So verhindern zum Beispiel künstliche Begradigungen von Flüssen, dass regelmäßiges Hochwasser angrenzende Felder überschwemmt und Schlamm als natürlichen Dünger zurücklässt. In solchen Fällen könnte ein Rückbau sinnvoll sein – und gleichzeitig riskant, weil sich nicht berechnen lässt, welche nicht gewollten Schäden er anrichtet.

„Es geht uns um das Spannungsfeld zwischen Vorsorgeprinzip und Realwelt-Experiment“, sagt der Leiter der Tagung, Dr. Christoph Küffer von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Derzeit dominiert in der europäischen Umweltpolitik die Vorsorge: Belastungen und Schäden für die Umwelt sollen im Voraus vermieden werden. Damit haben Versuche mit neuen Eingriffen in die Natur, die Anpassungen an ökologische Neuartigkeit ermöglichen sollen, geringe Chancen. Die Teilnehmer der Konferenz sprechen über die Ethik von Interventionen in Ökosystemen. Außerdem greifen sie auf, welche Möglichkeiten es gibt, Ökosysteme zu „designen“.
Tagungszeiten:
27. August, 9.00 Uhr bis 19.00 Uhr
28. August, 9.00 Uhr bis 19.00 Uhr
29. August, 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr

Kontakt bei Fragen zur Veranstaltung:
Dr. Christoph Küffer, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich
Institut für Integrative Biologie
Telefon: +41 44 632 43 08
E-Mail: christoph.kueffer@env.ethz.ch

Um Anmeldung im Tagungsbüro wird gebeten:
Trixi Valentin, Universität Bielefeld
Telefon: 0521 106-2769
Fax: 0521 106-6024
E-Mail: trixi.valentin@uni-bielefeld.de

Jörg Heeren | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bielefeld.de
http://www.uni-bielefeld.de/ZIF/AG/2012/08-27-Kueffer.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Kongress Meditation und Wissenschaft
19.01.2018 | Universität Witten/Herdecke

nachricht LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen
18.01.2018 | Haus der Technik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie