Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein neues Leben zu verschenken - Mediziner diskutieren innovative Wege der Transplantationsmedizin

21.10.2015

Im Jahr des 20-jährigen Bestehens des Transplantationszentrums am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden tagen 800 Transplantationsmediziner aus Deutschland und Europa drei Tage in der sächsischen Hauptstadt zu neuen Therapieformen der Organverpflanzung. Auf dem 24. Jahreskongress der Deutschen Transplantationsgesellschaft wagen sie auch ungewohnte Blicke auf ein viel diskutiertes Thema. Dazu gehört auch, dass Angehörige in den Fokus gerückt werden – welche Emotionen waren im Spiel, wenn in dem schmerzhaften Moment der Trauer die Entscheidung getroffen werden muss: Ja, ich gebe meinen Mann zur Organspende frei und erfülle ihm damit seinen letzten Wunsch.

"Für mich ist es heute noch so wie ein neues Leben geschenkt bekommen zu haben“, sagt Dr. Kathrin Lusky. In Dresden hat sie eine Niere gespendet bekommen. „Diesen Glücksumstand habe ich meinem Vater zu verdanken, der in jeder Beziehung unglaublich hartnäckig und direkt gewesen ist.“

Dr. Helmut Lusky hat dem Leben seiner Tochter wieder einen neuen Wert gegeben. Ein Schritt, der nicht von jetzt auf gleich vollzogen war, an dessen Ende aber neben dem persönlichen Glück auch ein tieferer Einblick in das Phänomen der Organtransplantation stand. „Die Nierentransplantation, mit Lebendspende, sollte unbürokratischer, entkrampfter und freier erfolgen. So würde sehr viel Leid gemindert und auch Geld gespart.“

Die Transplantationsmedizin gehört zu den spannendsten und sich am schnellsten entwickelnden Gebieten der Medizin. Doch trotz aller großen Erfolge und weitreichenden Fortschritte gibt es auch die gesellschaftlichen und ethischen Herausforderungen in der Transplantationsmedizin. Tagungspräsident Prof. Christian Hugo, Leiter des Bereichs Nephrologie der Medizinischen Klinik III am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden, sagt in diesem Kontext:

„In dieser Zeit der Diskussion um unsere multikulturelle Gesellschaft wollen wir von Dresden aus ein besonderes Zeichen gegen das in Deutschland fortbestehende größte Problem der Transplantationsmedizin setzen: den Mangel an Organspenden. Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung werden wir uns im Namen aller Transplantationszentren in Deutschland bei den Organspendern – beziehungsweise stellvertretend ihren Angehörigen – bedanken und die Organspende als das ultimative Geschenk und Zeichen der Nächstenliebe ohne soziokulturelle Grenzen ehren.“

Interdisziplinarität ist ein Schlüssel zum Erfolg in der Transplantationsmedizin. So werden die unterschiedlichen Sichtweisen beteiligter Disziplinen auf das gleiche Problem oder die Art und Weise ihrer Interaktion zur Problemlösung diskutiert. Personalisierte Transplantationsmedizin – ein realisierbares Ziel oder ein unerfüllbarer Traum? Gibt es neue Marker für ein individuelles Monitoring? Wie kann das immunologische Risikomanagement von Transplantationsempfängern optimiert werden? Was sind die letzten Entwicklungen in der immunsuppressiven Therapie – was sind die Konsequenzen kurzfristig oder – wichtiger - auf lange Sicht für das Transplantat- und Patientenüberleben? Wie können wir die Adhärenz von Patient und Arzt in der Transplantationsmedizin verbessern?

Zur diesjährigen Tagung werden in Dresden etwa 800 Teilnehmer erwartet. Im Rahmen der Jahrestagung der DTG werden die bedeutendsten Forschungspreise der deutschen Transplantationsmedizin verliehen, wie der Rudolf-Pichlmayr-Preis, der Preis zur Förderung der Organspende und der Forschungspreis Immunsuppression der DTG.

Kontakt
Prof. Dr. med. Christian Hugo
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Medizinische Klinik und Poliklinik III
Nephrologie
Tel. 0351/458-4879
Fax 0351/458-5333
E-Mail: christian.hugo@uniklinikum-dresden.de

Weitere Informationen:

http://WWW.uniklinikum-dresden.de/mk3
http://www.dtg2015.de

Konrad Kästner | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Das Immunsystem in Extremsituationen
19.10.2017 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm
19.10.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise