Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ehemalige Bergbauregionen müssen ihre Zukunft neu bestimmen

17.09.2009
Am 17. und 18. September 2009 treffen sich Experten der Stadt- und Regionalentwicklung zur Konferenz der internationalen Bauausstellung in Großräschen, um Konzepte zur Zukunft von Landschaften und Regionen nach dem Bergbau zu diskutieren.

Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR) präsentieren dort erste Ergebnisse des europäischen Projekts "ReSOURCE". Es beschäftigt sich umfassend mit der Zukunft klein- und mittelstädtisch geprägter Regionen Europas, in denen der Bergbau zu Ende geht oder gegangen ist.

Zu Beginn des Projekts wurden Kommunalpolitiker, Wirtschaftsvertreter, Verwaltungsfachleute und Planer aus Bergbauregionen an einen Tisch geholt, um zunächst den Status Quo bei der Sanierung und Entwicklung zu bestimmen und Entwicklungspotenziale abzuschätzen. Insgesamt fanden bisher sechs solcher regionalen Treffen in fünf Ländern statt.

Ein erster Vergleich dieser Treffen zeigte, dass sich die Regionen bei der Überwindung des Strukturbruchs in unterschiedlichen Stadien befinden. So sind einige Regionen bereits sehr weit bei der Erarbeitung von regionalen Visionen und bei der Umsetzung von Projekten fortgeschritten. In anderen Revieren stehen diese Prozesse erst am Anfang. Während sich einige Regionen bisher auf die Beseitigung der Zeugnisse des Bergbaus verlegt hatten, wird in anderen bereits seit Jahren an deren Inwertsetzung gearbeitet. Doch auch Gemeinsamkeiten werden sichtbar: Komplizierte Eigentumsverhältnisse und unzureichendes Bewusstsein für lokale Problemlagen auf staatlicher Ebene hemmen die Entwicklung von Projekten.

Bergbauregionen stehen am Ende der Rohstoffförderung unter einem beträchtlichen Veränderungsdruck, da sie in der Regel ihre wirtschaftliche Basis verlieren. Ein weiterer Negativ-Faktor und Abschreckung für potenzielle Investoren sind die Umweltschäden, wie zum Beispiel unterirdische Hohlräume, Bodensenkungen, Grundwasserschäden oder Altlasten. Kleine und mittelgroße Bergbaustädte leiden besonders unter den Problemen, da ihre finanziellen, konzeptionellen und organisatorischen Kapazitäten begrenzt sind. Ungeachtet dieser ungünstigen Rahmenbedingungen haben die betroffenen Regionen aber auch Chancen, die zu einer positiven zukünftigen Entwicklung beitragen können. Eine besteht darin, Potenziale, die der Bergbau hinterlassen hat für neue wirtschaftliche Ansätze zu nutzen. So bietet sich warmes Grubenwasser für die Energieversorgung an. Aber auch das kulturelle Erbe in Form von Bauwerken, einmaligen Bergbaulandschaften und Traditionen bietet viel - beispielsweise als Basis für themenbezogenen Tourismus. Die positiven Ansätze, die sich bieten, müssen jedoch durch kreative Konzepte erschlossen werden: Die Nutzung der Potenziale ist kein Selbstläufer.

"Erfolge und Misserfolge im Strukturwandel sind in hohem Maße vom Handeln der lokalen und regionalen Akteure abhängig", sagt Dr. Peter Wirth, Projektleiter im IÖR. "Unser Forschungsprojekt trägt dazu bei, die lokalen und regionalen Unterschiede in der Nutzung der Potenziale zu ermitteln und zu erklären. Es soll aber auch Lösungen aufzeigen, wie kleine Bergbaustädte ihre Kapazitäten vergrößern können." Dazu arbeiten im Projekt "ReSOURCE" Partner aus Deutschland, Österreich, Polen, Slowenien, Tschechien und Ungarn bis 2012 zusammen. Deutsche Partner sind die ehemalige Steinkohlenbergbauregion um Zwickau-Lugau-Oelsnitz und die einstige Kupferschieferregion Mansfeld-Südharz. Das IÖR koordiniert im Projekt einen Forschungsverbund mit sechs Institutionen. Die gemeinsamen Arbeiten von Wissenschaftlern und Praktikern zielen darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit der Regionen zu erhöhen und nachhaltige Lösungsansätze zu entwickeln.

Ansprechpartner im IÖR:
Dr. Peter Wirth, Tel.: 0351-4679232, E-Mail: P.Wirth@ioer.de

Anja Schomakers | idw
Weitere Informationen:
http://www.resource-ce.eu
http://www.ioer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen
20.01.2017 | Ernst-Abbe-Hochschule Jena

nachricht Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens
19.01.2017 | Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise