Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EHEC und andere Krisen kennen keine Grenzen

12.09.2012
BfR veranstaltet gemeinsam mit der französischen Agentur für Lebensmittelsicherheit (ANSES) und dem nationalen Lebensmittelinstitut der dänischen Technischen Universität ein Symposium zum Thema Handeln in Krisen und Krisenprävention

Der EHEC-Ausbruch 2011 hatte über 50 Todesfälle zur Folge und war eine der schwerwiegendsten Lebensmittelkrisen seit Langem in Europa. Ereignisse wie diese können jederzeit wieder auftreten. Wie können Krisen bewältigt werden? Wie kann vorgebeugt werden? Welche Lehren werden für Staat und Gesellschaft aus Krisen in der Vergangenheit gezogen und wie sollte sich die Zusammenarbeit der verschiedenen staatlichen und überstaatlichen Ebenen gestalten?

Diese Fragen diskutieren Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, öffentlichen Institutionen, Wissenschaft sowie gesellschaftlichen Interessengruppen am 13. und 14. September 2012 im Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin-Marienfelde. „Der EHEC-Ausbruch hat deutlich gemacht, dass Krisen nicht vor Grenzen halt machen“, sagt Professor Dr. Reiner Wittkowski, Vizepräsident des BfR.

„Alle Beteiligten müssen, auch auf internationaler Ebene, effektiv zusammenarbeiten und bereit sein, ständig hinzuzulernen“. Das BfR richtet das Symposium „Handeln in Krisen und Krisenprävention“ gemeinsam mit der französischen Agentur für Lebensmittelsicherheit, Umwelt- und Arbeitsschutz (ANSES) und dem Lebensmittelinstitut der dänischen Technischen Universität aus.

Obwohl der Standard der Lebensmittelsicherheit in Europa sehr hoch ist, müssen die Verantwortlichen stets auf mögliche Zwischenfälle vorbereitet sein. Die Auslöser von Krisen können vielfältig sein. Nur durch koordiniertes Vorgehen der Beteiligten können Krisen vermieden bzw. ein adäquates und schnelles Agieren während der Krise gewährleistet werden.

An dieser international ausgerichteten Veranstaltung, die das BfR gemeinsam mit der französischen Schwesterbehörde ANSES und dem nationalen Lebensmittelinstitut der dänischen Technischen Universität organisiert, sind eine Vielzahl von Stakeholdern beteiligt.

An den beiden Veranstaltungstagen beschäftigen sich Experten aus Deutschland, dem europäischen Ausland, der Europäischen Union und der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Fragen der Verantwortlichkeiten zu Zeiten nationaler und internationaler Lebensmittelkrisen, mit der Rolle des Staates und der von anderen Institutionen, mit der institutionellen und wissenschaftlichen Zusammenarbeit in Krisenzeiten sowie Instrumenten der Krisenbewältigung und Krisenprävention in der Lebensmittelwirtschaft.

Dabei werden die unterschiedlichen Perspektiven aus Politik, Wirtschaft, öffentlichen Institutionen und Wissenschaft im Krisenfall dargestellt und diskutiert. Am zweiten Tag werden insbesondere gesellschaftliche Interessengruppen die Möglichkeiten der Krisenprävention und der institutionellen Zusammenarbeit diskutieren und beratschlagen, welche Alternativen sinnvoll und welche Maßnahmen der Prävention akzeptabel sind, damit der Standard der Lebensmittelsicherheit noch weiter steigt.

Bereits 2010 haben BfR, ANSES und das nationale Lebensmittelinstitut der dänischen Technischen Universität eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Ziel der deutsch-französisch-dänischen Kooperation ist es, die gemeinsame Arbeit auf dem Gebiet der Lebensmittelsicherheit im europäischen Rahmen noch besser und effektiver als bisher zu gestalten. Dies ist ein zukunftsweisender Ansatz, weil alle drei Institutionen ähnliche Aufgaben wahrnehmen und aufgrund der Trennung von Bewertung und Management vergleichbare Strukturen aufweisen. Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind der Austausch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, fachlichen Stellungnahmen sowie die engere Zusammenarbeit bei der Risikokommunikation.

Langfristiges Ziel ist die Erstellung gemeinsamer Risikobewertungen. Dies soll zu gemeinsam verantworteten Stellungnahmen auf höchstem wissenschaftlichem Niveau führen und der Vermeidung von Doppelarbeit die-nen. In diesem Sinn kann die Kooperation zu einer weiteren Vertiefung der Zusammenarbeit mit anderen EU-Mitgliedstaaten und der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) beitragen.

Das Symposium dient auch dem Austausch der Notfallplanungen in Europa. Das BfR war im Jahr 2007 vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zur nationalen Kontaktstelle der EFSA (EFSA Focal Point) ernannt worden und ist somit für den wissenschaftlichen Informationsaustausch zwischen der EFSA und den Mitgliedstaaten verantwortlich.

Zu der Veranstaltung werden rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet. Das Programm und weitere Informationen können im Bereich "Veranstaltungen" auf der Homepage des BfR abgerufen werden.

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftliche Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

Dr. Suzan Fiack | idw
Weitere Informationen:
http://www.bfr.bund.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Das Immunsystem in Extremsituationen
19.10.2017 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm
19.10.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise