Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dialogforum zur biologischen Vielfalt in Kommunen

04.02.2010
o Städte und Gemeinden engagieren sich für die Biodiversität
o Kommunales Bündnis für biologische Vielfalt wird angestrebt

Der Einsatz für die biologische Vielfalt ist für Städte und Gemeinden ein wichtiges Anliegen. Das wurde gestern auf dem Dialogforum "Biologische Vielfalt in Kommunen" deutlich, zu dem das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und die Deutsche Umwelthilfe (DUH) nach Bonn eingeladen hatten.

Rund 50 Vertreterinnen und Vertreter von mehr als 30 Kommunen sowie der Deutsche Städtetag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund erarbeiteten gemeinsam den Vorschlag für eine entsprechende Deklaration. Diese soll in den folgenden Wochen den Kommunalparlamenten zur Unterzeichnung vorgelegt werden. Mit der Unterzeichnung wollen die teilnehmenden Städte und Gemeinden ihren Willen bekunden, sich weiter für die Biodiversität in den Kommunen zu engagieren.

"Den Kommunen kommt für den Erhalt der biologischen Vielfalt eine Schlüsselrolle zu. Denn gerade Siedlungsräume zeichnen sich durch eine beachtliche Vielfalt an Arten und Lebensräu-men aus. Vor allem aber ist die kommunale Ebene diejenige Politikebene, die den Bürgern am nächsten ist. In den Städten und Gemeinden werden wesentliche konkrete Handlungsentschei-dungen getroffen. Sie haben zudem die unmittelbare Möglichkeit, das öffentliche Bewusstsein zur Bedeutung der biologischen Vielfalt zu stärken", erklärte Prof. Beate Jessel, Präsidentin des BfN während des Dialogforums. Das BfN und die DUH begrüßen daher ausdrücklich die Überlegun-gen der Kommunen, sich zu einem "Bündnis für biologische Vielfalt" zusammen zuschließen. Dies sei ein erfreuliches Signal. BfN und DUH seien gerne bereits, weitere Aktivitäten im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu unterstützen und zu begleiten, sagte die BfN-Präsidentin.

Ziel des Dialogforums "Biologische Vielfalt in Kommunen" war es, die Vertreter der Kommunen mit der Nationalen Strategie der Bundesregierung zur biologischen Vielfalt bekannt zu machen. Dabei wurden ihre Inhalte und die Bedeutung für die kommunale Ebene aufgezeigt. Außerdem stand die Frage im Mittelpunkt, welchen Beitrag die Städte und Gemeinden zur Umsetzung der Strategie leisten können, wie die biologische Vielfalt verstärkten Niederschlag im kommunalen Handeln finden kann und wie die Kommunen in Ihrem Engagement und bei Ihren Aktivitäten unterstützt werden können. Im Ergebnis des Dialogforums wurde gemeinsam die Bonner Erklärung "Biologische Vielfalt in Kommunen" erarbeitet, welche konkrete Handlungsansätze für Kommunen beinhaltet und nun von den anwesenden Vertreterinnen und Vertretern in die Kommunalparla-mente getragen werden soll. In der Deklaration sprechen sich die Kommunen u. a. dafür aus, die Anforderungen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt bewusst in die Entscheidungen auf kommunaler Ebene" einzubeziehen. "Viele Städte und Gemeinden in Deutschland leisten bereits heute sehr viel für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Mit der Deklaration wird deutlich gemacht, dass die Kommunen sich den Herausforderungen stellen, sie benötigen ihrerseits aber auch die Unterstützung von Bund und Ländern", so Axel Welge vom Deutschen Städtetag.

"Wenn Kommunen sich vor Ort gezielt für die Erhaltung der biologischen Vielfalt engagieren und wirksame Maßnahmen umsetzen sollen, dürfen die Kommunen nicht allein gelassen werden", betonte in diesem Zusammenhang Robert Spreter, Leiter Kommunaler Umweltschutz bei der DUH. "Allein ein Appell an die Verantwortung der Städte und Gemeinden würde wohl ungehört verpuffen."

Um das Engagement und die Netzwerkarbeit der Städte und Gemeinden im Bereich biologische Vielfalt zu verstetigen, wurde auf dem Dialogforum zudem die Gründung eines "Bündnisses der Kommunen" für die biologische Vielfalt angeregt. Das Bündnis soll mit zahlreichen konkreten Vorteilen für die Kommunen verbunden sein. Dazu gehörten unter anderem der bundesweite Erfahrungsaustausch, die Verbreitung guter Beispiele und nicht zuletzt die Möglichkeit, gemein-sam größere Unterstützungsleistungen bei Maßnahmen zum Erhalt der biologischen Vielfalt zu akquirieren. "Der Zusammenschluss in einem Bündnis bietet den Kommunen viele Möglichkeiten, ihre Bemühungen um den Schutz der biologischen Vielfalt weiter zu verstärken. Die Kommunen erwarten aber die Bereitstellung finanzieller Fördermittel für den Erhalt der biologischen Vielfalt, beispielsweise in Form eines Biodiversitätsfonds", erklärte Ute Kreienmeier vom Deutschen Städte und Gemeindebund.

Deutlich wurde auf dem Dialogforum "Biologische Vielfalt in Kommunen", dass mit dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt auf kommunaler Ebene vielfältige Aufgabenbereiche berührt sind, die neben der Gestaltung und Pflege von Grün- und Freiflächen etwa auch Belange des Gewässerschutzes, der Förderung umweltverträglicher Landnutzungs-formen sowie erzielbare Synergien zwischen dem Naturschutz und einer Abminderung der Folgen des Klimawandels betreffen. Nicht zuletzt kann der Einsatz für den Erhalt der biologischen Vielfalt auch aktiv für das Tourismus- und Stadtmarketing und damit für eine positive Imagegestaltung eingesetzt werden. Die Teilnehmer des Dialogforums waren sich einig, dass der Erhalt der biologischen Vielfalt für die Lebensqualität in den Kommunen von großer Bedeutung ist und ein gemeinsames Vorgehen der Kommunen in Deutschland erfordert. Sie begrüßten die Initiative des Bundesamtes für Naturschutz, die Städte und Gemeinden aktiv in den Umsetzungsprozess der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt einzubinden. Alle interessierten Kommunen sind herzlich eingeladen, sich diesem Prozess anzuschließen!

Hintergrund:
Das Dialogforum "Biologische Vielfalt in Kommunen" ist Teil des Dialog-Prozesses zur Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt, die 2007 von der Bundesregierung verabschiedet wurde. Die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt wendet sich als gesamtgesellschaftliche Strategie an alle gesellschaftlichen Akteure, an die Kommunen, aber auch die Länderregierungen, an die Verbände, an die Wirtschaft und an viele mehr.
Die Nationale Strategie zu biologischen Vielfalt enthält zahlreiche Ansatzpunkte für die Kommunen, welche als unmittelbarer Bezugs- und Lebensraum aller Beteiligten einen wichtigen Ausgangspunkt für den Umsetzungsprozess bilden. So enthält die Strategie eine Vision für urbane Landschaften, die mit Zielen und Maßnahmen untersetzt ist. Die Vision für die Zukunft lautet: Unsere Städte weisen eine hohe Lebensqualität für die Menschen auf und bieten vielen, auch seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Vielfältiges Grün verbessert Luftqualität und Stadtklima. Es bietet umfassende Möglichkeiten für Erholung, Spiel und Naturerleben für Jung und Alt.
Folgende Ziele wurden von der Bundesregierung beschlossen: Bis zum Jahre 2020 soll die Durchgrünung der Siedlungen einschließlich des wohnumfeldnahen Grüns wie z.B. Hofgrün, kleine Grünflächen, Dach- und Fassadengrün, deutlich erhöht sein. Öffentlich zugängliches Grün mit vielfältigen Qualitäten und Funktionen soll spätestens in 2020 i. d. R. fußläufig zur Verfügung stehen. Hierfür sollen alle vorhandenen Möglichkeiten genutzt werden, um die direkte Umgebung von Wohngebäuden zu verbessern - z. B. durch Entsiegelung, Hof- und Gebäudebegrünung, Rückbau und Beruhigung von Straßen.
Für Rückfragen:
Alice Kube, Bundesamt für Naturschutz, Außenstelle Leipzig, Karl-Liebknecht-Str. 143, 04277 Leipzig. Tel.: 0341 30977-36, Fax: 0341 30977-40, E-Mail: alice.kube@bfn.de
Robert Spreter, Deutsche Umwelthilfe e.V., Kommunaler Umweltschutz, Fritz-Reichle-Ring 4, 78315 Radolfzell. Tel.: 07732 9995 -30, Fax: 07732 99 95 -77,

E-Mail: spreter@duh.de

Franz August Emde | idw
Weitere Informationen:
http://www.duh.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018
21.02.2018 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen
21.02.2018 | Deutsche Leberstiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Im Focus: Developing reliable quantum computers

International research team makes important step on the path to solving certification problems

Quantum computers may one day solve algorithmic problems which even the biggest supercomputers today can’t manage. But how do you test a quantum computer to...

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Von Hefe für Demenzerkrankungen lernen

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Sektorenkopplung: Die Energiesysteme wachsen zusammen

22.02.2018 | Seminare Workshops

Die Entschlüsselung der Struktur des Huntingtin Proteins

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics