Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Diabetes Herbsttagung: Individualisierte Medizin – Prävention und Therapie nach Maß

13.11.2012
Die Zahl der derzeit etwa sechs Millionen Diabetes-Patienten in Deutschland steigt. Schätzungen zufolge werden es im Jahr 2030 fast acht Millionen sein.

Was einen Diabetes auslöst oder den jeweiligen Patienten anfällig für bestimmte Folgeerkrankungen macht, erforschen derzeit Experten des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) in drei Studien.

Welche „maßgeschneiderte“ Vorbeugung und Behandlung sich daraus ableiten lässt, diskutieren Fachleute in dem Symposium „Individualisierte Diabetesprävention und Therapie“ auf der Diabetes Herbsttagung vom 16. bis 17. November 2012 in Berlin.

Jeder dreizehnte Deutsche ist an Diabetes erkrankt, 90 Prozent davon an Typ-2-Diabetes. Die Empfehlung, zur Vorbeugung der Erkrankung den Lebensstil zu ändern, klingt einfach. Das hilft aber nicht bei jedem. Welche Menschen auf welche Veränderungen ansprechen, untersucht deshalb die „Prädiabetes Lebensstil-Interventionsstudie (PLIS)“ des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD), zu dem insgesamt fünf Forschungsinstitute gehören. „Wir untersuchen an allen Standorten des DZD Personen mit einem erhöhten Typ-2-Diabetesrisiko und erforschen die Effektivität unterschiedlicher Präventionsmaßnahmen abhängig von Biomarkern und weiteren individuellen Faktoren,“ erklärt DZD-Vorstandsmitglied Professor Dr. Dr. Hans-Ulrich Häring vom Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen des Helmholtz Zentrums München an der Universität Tübingen (IDM). Die Ergebnisse der Studie sollen zur Entwicklung individualisierter Präventionsmaßnahmen bei Diabetes führen.

Ähnliche Ziele verfolgt eine neue DZD-Studie zum Schwangerschaftsdiabetes, auch Gestationsdiabetes genannt, in Tübingen, München und Düsseldorf. Untersucht werden Schwangere sowie Frauen, die noch bis vor zehn Jahren einen Schwangerschaftsdiabetes hatten. Die rechtzeitige Behandlung eines Gestationsdiabetes kann Komplikationen für Mutter und Kind während der Schwangerschaft und der Geburt erfolgreich verhindern. Häufig bleibt jedoch ein erhöhtes Risiko für beide, später an Diabetes zu erkranken. Risikofaktoren und geeignete Präventionsstrategien sollen nun erforscht werden.

Neue Erkenntnisse darüber, wie sie schwerwiegenden Folgeerkrankungen eines unzureichend behandelten Diabetes vorbeugen können, erwarten Wissenschaftler von der Deutschen Diabetes-Studie (DDS). Darin beobachten sie den Krankheitsverlauf von Neupatienten mit Diabetes, um individuelle Risikoprofile zu ermitteln. Erforscht wird, inwiefern der Lebensstil, weitere Begleiterkrankungen oder auch genetische und stoffwechselbedingte Parameter zu Folgeschäden führen.

Die Forscher stellen die drei Studien auf der 6. Diabetes Herbsttagung vor. Tagungspräsident Professor Dr. med. habil. Peter Schwarz von der Medizinischen Fakultät des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus in Dresden erklärt: „Wir wollen auf der Diabetes Herbsttagung die personalisierte Medizin voran bringen und besprechen, wie wir das richtige Interventionsprogramm für unsere Patienten identifizieren und anschließend auch qualitätskontrolliert umsetzen können.“

Terminhinweise:
DDG Symposium: „Individualisierte Diabetesprävention und Therapie“
Termin: Freitag, 16. November 2012, 11.15 bis 12.45 Uhr
Ort: ICC-Lounge

Pressekonferenz der DDG im Rahmen der 6. Herbsttagung
Termin: Freitag, 16. November 2012, 12.30 bis 13.30 Uhr
Ort: Raum 43 im ICC Berlin
Themen und Referenten:
Neues DDG Zertifikat: Wie Kliniken sich auf die „Nebendiagnose Diabetes“ spezialisieren können
Professor Dr. med. Stephan Matthaei
Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), Chefarzt des Diabetes-Zentrums am Christlichen Krankenhaus Quakenbrück (CKQ)

Programm-Highlights der Diabetes Herbsttagung: Neues aus der Forschung für die Praxis
Professor Dr. med. habil. Peter Schwarz
Tagungspräsident, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

Diabetes bei geriatrischen Patienten: Was ist anders, was ist schwierig?
Dr. med. Ann-Kathrin Meyer
Chefärztin der Abteilung Geriatrie Asklepios Klinik Wandsbek, Hamburg, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Geriatrie der DDG

Individualisierte Diabetesprävention und Therapie: Wie können neue Studienergebnisse helfen?
Professor Dr. med. Dr. h. c. Hans-Ulrich Häring
Mitglied des Vorstands des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum München

Personalisierte Medizin: Wie bringt man Menschen mit Diabetes in Bewegung?
Univ.-Professorin Dr. Petra Wagner
Direktorin des Instituts für Gesundheitssport und Public Health, Leipzig

Zuckerkrank und Autofahren: Was tun, wenn der Blutzuckerspiegel absinkt?
Dr. med. Hermann Finck
Niedergelassener Diabetologe, Schenklengsfeld, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses Soziales der DDG

Kontakt für Journalisten:
Dagmar Arnold/Corinna Spirgat
Kongress-Pressestelle DDG 2012
Pf 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-380/-293, Fax: 0711 8931-167
arnold@medizinkommunikation.org

Julia Voormann | idw
Weitere Informationen:
http://www.herbsttagung-ddg.de
http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Ballungsräume Europas
26.04.2017 | Frankfurt University of Applied Sciences

nachricht 200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin
26.04.2017 | AiF Projekt GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie