Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DGRh-Kongress: Rheuma: Dem Kinderwunsch steht meist nichts entgegen

08.08.2013
DGRh-Kongress: Wie Patientinnen Schwangerschafts-Komplikationen vermeiden

Immer noch bekommen mehr als die Hälfte der Frauen mit entzündlich rheumatischen Erkrankungen weniger Kinder als ursprünglich geplant. Denn eine Schwangerschaft kann bei ihnen problematischer verlaufen als bei gesunden Frauen.

So erleiden Patientinnen mit Gelenkrheuma – rheumatoide Arthritis (RA) – fast doppelt so häufig eine Frühgeburt oder bringen ein Kind mit niedrigem Geburtsgewicht zur Welt. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Lebendgeburten dank neuer Erkenntnisse in den letzten Jahren deutlich verbessert.

Wie sich Rheumapatientinnen ihren Kinderwunsch möglichst komplikationsfrei erfüllen, ist Thema einer Pressekonferenz am 19. September 2013 auf dem 41. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh). Dieser findet vom 18. bis 21. September 2013 in Mannheim statt.

Mehr als 20 Prozent der Frauen mit RA – der häufigsten entzündlich rheumatischen Erkrankung – erhalten die Diagnose vor dem ersten Kind. „Die meisten Frauen mit Rheuma müssen auf Kinder aber nicht verzichten“, sagt die Rheumatologin Dr. med. Rebecca Fischer-Betz, Sprecherin des DGRh-Arbeitskreises ‚Schwangerschaft und rheumatische Erkrankungen‘. Der Zeitpunkt einer Schwangerschaft sollte jedoch gut geplant sein: „Wir empfehlen eine Phase, in der die Erkrankung stabil ist.“

Wichtig ist eine Überprüfung der Medikation. Einige Antirheumatika müssen vor der Schwangerschaft aufgrund erhöhter Risiken für kindliche Fehlbildungen abgesetzt werden, beispielsweise Methotrexat. Kortison darf zwar in der Schwangerschaft eingesetzt werden, bei dauerhaft höheren Dosierungen können jedoch negative Effekte für die Mutter beziehungs-weise den Schwangerschaftsverlauf eintreten. „Zudem liegen uns aus Registern erste Daten zum Einsatz neuerer Therapieformen wie den Biologika bei Kinderwunsch vor“, kündigt die Oberärztin vom Universitätsklinikum Düsseldorf im Vorfeld des DGRh-Kongresses an. Aufgabe des Rheumatologen sei es, Nutzen und Risiken dieser Arzneimittel abzuwägen und gegebenenfalls umzustellen. „Je besser Frauen mit Rheuma medikamentös eingestellt sind, desto weniger Erkrankungsschübe und Komplikationen erleben sie in der Schwangerschaft.“

Einige Frauen benötigen während der Schwangerschaft sogar weniger Medikamente. Denn bei der RA verbessert sich der Krankheitsverlauf in der Schwangerschaft bei etwa 60 Prozent. Allerdings tritt bei 90 Prozent nach der Geburt eine Verschlechterung ein.

Ganz anders gestaltet es sich hingegen bei Patientinnen mit Systemischem Lupus Erythematodes (SLE), der sogenannten Schmetterlingserkrankung. „Bei 30 bis 40 Prozent treten während einer Schwangerschaft Krankheitsschübe auf“, so Fischer-Betz. Dies betrifft besonders Frauen mit einer Nierenbeteiligung. Außerdem ist bei SLE das Risiko für Fehlgeburten, Schwangerschaftsvergiftungen und Frühgeburten etwa drei Mal höher als bei gesunden Frauen. Betroffene sollten eine Schwangerschaft besonders sorgfältig planen und einen Zeitraum wählen, in der die Erkrankung nicht aktiv sei, empfiehlt die Rheumatologin. Während der Schwangerschaft seien regelmäßige Kontrollen bei einem Rheumatologen notwendig.

So sei es nicht zuletzt durch verbesserte Planung gelungen, die Anzahl der Lebendgeburten seit Ende der 1990er Jahre von 60 auf derzeit 85 bis 90 Prozent zu verbessern, betont sie. Wie Rheumapatientinnen ihre Schwangerschaft sicher planen, erklären Experten auf der DGRh-Kongress-Pressekonferenz am 19. September 2013 von 11 bis 12 Uhr in Mannheim.

Quellen:
Redemanuskript zur Pressekonferenz
Fischer-Betz R. Rheumatische Erkrankungen in der Schwangerschaft. Internist (Berl). 2012;53(9):1047–53
41. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)
mit der 27. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie

und der 23. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie

18. bis 21. September 2013, Congress Center Rosengarten, Mannheim

Terminhinweis:
Kongress-Pressekonferenz
auf dem 41. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)
Termin: Donnerstag, 19. September 2013, 11.00 bis 12.00 Uhr
Ort: Hotel Dorint, Raum Richard-Wagner, Mannheim
Eines der Themen:
Kinderwunsch bei entzündlich rheumatischer Erkrankung:
Schwangerschafts-Verlauf verbessern und Komplikationen vermeiden
Dr. med. Rebecca Fischer-Betz
Kontakt für Journalisten:
Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie
Kongress-Pressestelle
Kathrin Gießelmann/Christina Seddig
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-981/-442
Fax: 0711 8931-167
giesselmann@medizinkommunikation.org
seddig@medizinkommunikation.org

Kathrin Gießelmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.medizinkommunikation.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Einblicke ins menschliche Denken
17.08.2017 | Universität Potsdam

nachricht Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017
16.08.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Graduiertenschule HyPerCells entwickelt hocheffiziente Perowskit- Dünnschichtsolarzelle

17.08.2017 | Energie und Elektrotechnik

Forschungsprojekt zu optimierten Oberflächen von Metallpulver-Spritzguss-Werkzeugen

17.08.2017 | Verfahrenstechnologie

Fernerkundung für den Naturschutz

17.08.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz