Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DGRH-Kongress: Infektionen und Rheumaschübe bei Gelenkersatz-OP verhindern

22.08.2012
40. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)
mit der 26. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie und der 22. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie
19. bis 22. September 2012, RuhrCongress Bochum
Rheumaorthopädisches Komplikationsregister mit neuen Empfehlungen:
Infektionen und Rheumaschübe bei Gelenkersatz-OP verhindern

Etwa jeder vierte Patient mit entzündlich rheumatischen Erkrankungen erhält nach zehn Jahren Krankheitsdauer ein künstliches Gelenk. Doch vor allem bei Menschen mit Rheuma kommt es bei einer Gelenkersatz-Operation immer wieder zu Komplikationen. Denn Rheuma-Medikamente beeinflussen das körpereigene Abwehrsystem und steigern daher das Risiko für Wundheilungsstörungen und Infektionen. Werden sie jedoch abgesetzt, drohen schmerzhafte rheumatische Schübe. Für das Standardmedikament Methotrexat liegen verbindliche Empfehlungen zur Dosierung vor einer Operation vor – nicht jedoch für die neue Medikamentengruppe gentechnisch erzeugter Biologika.
Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh) hat daher das „rheumaorthopädische Komplikationsregister“ gegründet. Auf der Kongress-Pressekonferenz am 20. September 2012 anlässlich des Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) in Bochum stellen Experten erste Ergebnisse des Registers vor.

Neue Medikamente wie etwa Biologika, aber auch die mittlerweile konsequente Anwendung der klassischen Basistherapeutika, haben den Krankheitsverlauf bei Patienten mit entzündlichem Rheuma deutlich verbessert. „Rheumatische Entzündungen der Gelenke verlaufen weniger aggressiv als noch vor zehn Jahren“, erklärt Privatdozent Dr. med. Klaus Schmidt, Kongresspräsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh). Wucherndes Gewebe zerstöre jetzt seltener mehrere Gelenke gleichzeitig, so dass Ärzte es nur noch bei etwa zehn Prozent der Patienten operativ oder mittels radioaktiver oder chemischer Substanzen entfernen müssten, sagt der stellvertretende ärztliche Direktor der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Rheumaorthopädie am Katholischen Krankenhaus Dortmund-West. Noch vor zehn Jahren erfolgten diese Eingriffe mehr als doppelt so häufig. Der operative Gelenkersatz wurde somit zur häufigsten rheumaorthopädischen Eingriffsart. „Gerade dieser Eingriff führt bei Rheuma-Patienten häufiger zu Komplikationen.“

Grund hierfür ist, dass Rheuma-Medikamente das Immunsystem unterdrücken, um schmerzhafte Entzündungen der Gelenke zu reduzieren. Doch das stört die Wundheilung nach der Operation. Deshalb galt lange Zeit, Rheuma-Medikamente vor einem Eingriff abzusetzen. Dies führte jedoch zu Rheumaschüben, die Gelenke und Gewebe zusätzlich schädigen. „Mittlerweile empfehlen wir, das klassische Basistherapeutikum Methotrexat bei den meisten Operationen weiter einzunehmen“, erläutert Schmidt. Bei Biologika sei die Datenlage noch unsicher: „Daher gilt bislang die Empfehlung diese vor Operationen abzusetzen, selbst wenn das erneut Rheumaschübe verursacht“, so der Experte im Vorfeld des DGRh-Kongress.
Um zeitnah Behandlungsempfehlung für Biologika zu erarbeiten, hat die DGORh im vergangenen Jahr das rheumaorthopädische Komplikationsregister eingerichtet. Beteiligt daran sind derzeit vier Krankenhäuser, mit jährlich bis zu 500 Operationen bei Patienten mit rheumatoider Arthritis. „Nach vollständiger Auswertung können wir auch für Biologika verbindliche Empfehlungen aussprechen und somit Rheumaschübe und schwerwiegende Infektionen bei Operationen vermeiden“, prognostiziert Schmidt. Auf der Pressekonferenz anlässlich des Jahreskongresses der DGRh am 20. September 2012 in Bochum stellt Schmidt das Komplikationsregister vor und berichtet über erste Ergebnisse.

Terminhinweise:

Vorab-Pressekonferenz
Eines der Themen:
Paradigmenwechsel bei der endoprothetischen Versorgung von Patienten mit Rheumatoider Arthritis
Termin: Mittwoch, 12. September 2012, 11.00 bis 12.00 Uhr
Ort: Tagungszentrum im Haus der Bundespressekonferenz, Raum 3, Berlin

Kongress-Pressekonferenz
Eines der Themen:
Das orthopädisch-rheumatologische Komplikationsregister: Nutzen für die Patienten
Termin: Donnerstag, 20. September 2012, 11.30 bis 12.30 Uhr
Ort: Tagungsraum Madrid+Brüssel (Renaissance Hotel), RuhrCongress, Viktoriastr. 10, 44787 Bochum

Zum vollständigen Programm der Pressekonferenzen anlässlich des DGRh-Kongresses 2012: http://dgrh-kongress.de/presse-konferenzen.html

Kontakt für Journalisten:
Kathrin Gießelmann/Christina Seddig
Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)
Kongress-Pressestelle
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-981 bzw. -442
Fax: 0711 8931-167
giesselmann@medizinkommunikation.org
seddig@medizinkommunikation.org

Kathrin Gießelmann | idw
Weitere Informationen:
http://dgrh-kongress.de/presse-konferenzen.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen
24.03.2017 | Technische Hochschule Wildau

nachricht Lebenswichtige Lebensmittelchemie
23.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise