Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DGNC-Kongress: Hirntumoren – Mit Biomarkern auf dem Weg zur personalisierten Therapie

05.05.2011
62. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC), 7. bis 11. Mai 2011, Congress Center Hamburg (CCH)
Bösartige Hirntumoren stärker beforschen:
Mit Biomarkern auf dem Weg zur personalisierten Therapie
Bösartige Hirntumoren gehören zu den am schwierigsten zu behandelnden Krebserkrankungen. Neue Biomarker und verbesserte Diagnoseverfahren können den Weg für eine individualisierte Therapie bereiten. Um diesen vielversprechenden Ansatz weiter auszubauen, sei eine intensivere Beforschung von Hirntumoren notwendig. Darauf weisen Experten im Vorfeld der 62. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC) in Hamburg hin.

Die meisten bösartigen Hirntumore sind Gliome. „Es handelt sich um Geschwülste der Glia, die als Stützgewebe den Raum zwischen den Nervenzellen ausfüllt”, erläutert Professor Dr. med. Jörg-Christian Tonn, Direktor der Neurochirurgischen Klinik und Poliklinik am Klinikum der Universität München.

Gliome sind aus mehreren Gründen ungewöhnlich: Im Gegensatz zu anderen Krebserkrankungen bilden sie niemals Tochtergeschwülste außerhalb des Gehirns. Dennoch sind sie extrem aggressiv. Die mittlere Überlebenszeit beim Glioblastom, der bösartigsten Variante, beträgt derzeit nur 15 Monate. Häufig entstehen die Tumore aus langsam wachsenden Vorläuferformen, die urplötzlich bösartig werden.

Die Forschung ist den Gründen für die ungewöhnlichen Eigenschaften der Gliome auf der Spur. „Es gibt mittlerweile Genmarker, an denen wir biologische Unterschiede zwischen relativ gutartigen und bösartigen Varianten erkennen können”, erklärt Tonn. Ein anderer Marker zeigt an, ob eine Chemotherapie erfolgversprechend ist. Zudem wurden im Tumor spezifische Strukturen entdeckt, die Ansätze zur Entwicklung neuer Therapien liefern. Als Angriffspunkte bieten sich Moleküle auf der Oberfläche der Tumorzellen an, über die diese Wachstumssignale empfangen. Gliome senden aber auch Signale aus, die die Bildung von Blutgefäßen anregen. Diese stellen die Energiezufuhr des Tumors sicher. Auch diese Prozesse könnten zu Ansatzpunkten für eine maßgeschneiderte Therapie werden.

Obwohl Gliome in vieler Hinsicht einzigartig sind, gibt es häufig auch Parallelen zu Krebserkrankungen in anderen Organen: „Gliome sind zu Mustertumoren geworden, an denen Mechanismen des Tumorwachstums und Konzepte einer personalisierten Therapie entwickelt werden“, erklärt Tonn.

Fortschritte hat es auch im Bereich der bildgebenden Diagnostik gegeben. Dank der Weiterentwicklung der Magnetresonanztomographie (MRT) lässt sich die Ausdehnung von Gliomen heute viel exakter bestimmen als noch vor wenigen Jahren. Mit der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) können Ärzte besonders bösartige Herde im Inneren des Tumors nachweisen. So können viele Patienten heute bereits frühzeitig eine gezielte Therapie erhalten.

Wichtig sei jedoch, Gliome künftig noch intensiver zu beforschen, so der Experte. „Auch wenn die Ansätze für eine personalisierte Tumortherapie vielversprechend sind, bleiben noch viele Fragen offen. Nur durch eine umfangreiche Beforschung dieser sehr aggressiven Tumorerkrankung werden wir Therapiekonzepte entwickeln können, die das Überleben der Betroffenen verlängern“, betont Tonn. Vor diesem Hintergrund sei auch ein vermehrter wissenschaftlicher Austausch notwendig. Gelegenheit hierzu bietet die 62. Jahrestagung der DGNC in Hamburg. Bösartige Hirntumoren und deren Behandlung sind ein Schwerpunktthema des Kongresses.

Weitere Informationen sowie das Programm der 62. DGNC-Jahrestagung sind unter www.dgnc.de/2011/ abrufbar.

Terminhinweis:

Kongresspressekonferenz
Montag, 9. Mai 2011, 12.15 – 13.15 Uhr
Congress Center Hamburg, Saal 12, Am Dammtor/Marseiller Straße, 20355 Hamburg
Themen und Referenten:
+ Neurochirurgie – Entwicklungen des Faches und Schwerpunkte der Jahrestagung
Professor Dr. med. Manfred Westphal, Hamburg-Eppendorf
+ Das Kind als Patient in der Neurochirurgie: Junge Krebspatienten gezielt behandeln – Nebenwirkungen minimieren

PD Dr. med. Martina Messing-Jünger, Sankt Augustin

+ Tumoren der Wirbelsäule fächerübergreifend therapieren: Schmerzen lindern und Lähmungen beheben

Professor Dr. med. Bernhard Meyer, München

+ Die Zeitbombe im Kopf entschärfen: Welche Gefäßfehlbildungen des Gehirns sind gefährlich? Wie lassen sie sich behandeln?

Professor Dr. med. Volker Seifert, Frankfurt am Main

+ Warum Hirntumor nicht gleich Lungentumor ist: Hirntumoren stärker beforschen und individualisierte Behandlungskonzepte entwickeln

Professor Dr. med. Jörg-Christian Tonn, Großhadern

Kontakt für Journalisten:

Silke Stark
Pressestelle
62. Jahrestagung der DGNC
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel.: +49 (0)711 8931-572
Fax: +49 (0)711 8931-167
stark@medizinkommunikation.org

Silke Stark | idw
Weitere Informationen:
http://awmf.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017
17.10.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017
17.10.2017 | Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie

Pflanzen gegen Staunässe schützen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Trends der Umweltbranche auf der Spur

17.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz