Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DGE-Kongress 2015: Cholesterinwerte sollten bei Risikopatienten noch niedriger sein

26.02.2015

Bislang galten Statine als wirksamste Arzneimittel zur Senkung der Cholesterinwerte. Zusätzliche Medikamente wie der Lipidsenker „Ezetimib“ halfen, das Cholesterin weiter zu senken. Mit den neuen, bald auf den Markt kommenden PCSK9-Inhibitoren kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen noch deutlicher verringert werden. Therapieziel vor allem für Risikopatienten sollte ein noch niedrigerer Zielwert für das LDL-Cholesterin als <70 mg/dl, nämlich <50 mg/dl sein, das zeigen neue Langzeitstudien. Auf der Pressekonferenz anlässlich des 58. Symposiums der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) am 18. März 2015 in Lübeck erläutern Experten diese Ergebnisse.

Eine zu hohe Konzentration des sogenannten „schlechten“ LDL-Cholesterins kann zur Arterienverkalkung und schließlich zum Herzinfarkt oder Schlaganfall führen.

„Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind immer noch die häufigste Todesursache in Deutschland“, stellt Professor Dr. med. Eberhard Windler, Professor für Innere Medizin, Endokrinologie und Gastroenterologie, Abteilung für Präventive Medizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf fest. „Umso wichtiger ist es für Patienten mit hohem LDL-Cholesterin im Blut, effektiv behandelt zu werden, sodass der Cholesterinwert so stark wie möglich reduziert wird.“ Insbesondere gilt das für Risikopatienten, etwa nach einem Herzinfarkt.

Wurde durch die bisherige Standardbehandlung mit Statinen das Cholesterin auf einen Zielwert von unter 100mg/dl reduziert, so sank das Herzinfarktrisiko um 30 Prozent. Angestrebt werden sollte ein Wert mindestens unter 70 mg/dl.

Die Langzeitstudie IMPROVE-IT zeigte dann, dass eine Kombination aus Statinen und dem Medikament „Ezetimib“ Patienten, deren Cholesterin sich allein mit Statinen nicht weit genug senken ließ, besser vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützt. Bei dieser Patientengruppe mit einen schon tiefen Ausgangswert des LDL-Cholesterins von 95 mg/dl wurde nach einem Behandlungsjahr mit 40 mg Simvastatin ein LDL-Wert von etwa 70 mg/dl und mit zusätzlich 10 mg „Ezetimib“ sogar der Wert 50 mg/dl erzielt. Der Effekt hielt sieben Jahre lang an, der kombinierte kardiovaskuläre Endpunkt sank signifikant, wenn auch nicht sehr stark ausgeprägt von 34,7 auf 32,7 Prozent. Dabei ist zu berücksichtigen, dass diese Patienten schon einen niedrigen LDL-Ausgangswert hatten.

In der ODYSSEY Long Term Study mit PCSK9-Inhibitoren trat bei 2341 Patienten mit hohem kardialem Risiko nach 24 Wochen eine signifikante, starke Reduktion von LDL-Cholesterin auf. „Diese Studie zu den neuen, wohl bald auf den Markt kommenden Anti-PCSK9-Antikörpern zeigt, dass Patienten, deren LDL-Cholesterin unter 50 mg/dl fällt, deutlich weniger von Schlaganfällen und Herzinfarkten betroffen sind“, erklärt Professor Dr. med. Dr. h. c. Helmut Schatz, Mediensprecher der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE). Patienten, die mit Statinen ihren Cholesterinwert bereits erfolgreich senken konnten, benötigen die zusätzliche Behandlung nicht. „Für Hochrisikopatienten, zu denen auch Diabetiker zählen, könnte diese Therapie sehr nützlich sein, um ihren Cholesterinwert schnell und effektiv auf einen niedrigen Zielwert zu senken“, meint der DGE-Mediensprecher.

Auf der Pressekonferenz anlässlich des 58. Symposiums der DGE in Lübeck informieren Experten über aktuelle Therapien bei Patienten mit hohem LDL-Cholesterin, über die Ergebnisse der IMPROVE-IT-Studie und die Cholesterinsenkung durch die neuen PCSK9-Antiköper. Sie erläutern, welche Patienten von den neuen Erkenntnissen besonders profitieren.

Literatur:
Christopher P Cannon, Boston: IMPROVE-IT – Trial: A comparison of ezetimibe/simvastatin versus simvastatin monotherapy on cardiovascular outcomes after acute coronary syndromes.
AHA 2014 Scientific Sessions, 17 November 2014, Chicago.
Professor Dr. med. Eberhard Windler: Redemanuskript DGE-Pressekonferenz, 18.03.2015

Terminhinweis:
Pressekonferenz anlässlich des 58. Symposiums der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)
Termin: Mittwoch, 18. März 2015, 11.00 bis 12.00 Uhr
Ort: Musik- und Kongresshalle Lübeck, Willy-Brandt-Allee 10, 23554 Lübeck, Raum: 5-6
Thema u.a.
Cholesterin noch effizienter senken: Neue Behandlungsansätze schützen vor Arterienverkalkung
Professor Dr. med. Eberhard Windler, Hamburg

Weitere Informationen zur Tagung und das Programm finden Sie im Internet unter http://www.dge2015.de.

Endokrinologie ist die Lehre von den Hormonen, Stoffwechsel und den Erkrankungen auf diesem Gebiet. Hormone werden von endokrinen Drüsen, zum Beispiel Schilddrüse oder Hirnanhangdrüse, aber auch bestimmten Zellen in Hoden und Eierstöcken, „endokrin“ ausgeschüttet, das heißt nach „innen“ in das Blut abgegeben. Im Unterschied dazu geben „exokrine“ Drüsen, wie Speichel- oder Schweißdrüsen, ihre Sekrete nach „außen“ ab.


Kontakt für Journalisten:
Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)
Dagmar Arnold
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-380
Fax: 0711 8931-167
arnold@medizinkommunikation.org
http://www.endokrinologie.net

Weitere Informationen:

http://www.dge2015.de
http://www.endokrinologie.net

Medizin - Kommunikation | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit
24.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0
23.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Impfstoff-Kandidat gegen Malaria erfolgreich in erster klinischer Studie untersucht

25.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Erkheimer Ökohaus-Pionier eröffnet neues Musterhaus „Heimat 4.0“

25.04.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

25.04.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics