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DGAUM-Jahrestagung 2014:Schwerpunktthema „Physikalische Einflussfaktoren in Arbeitswelt und Umwelt“

12.03.2014

Noch 3 Wochen bis zur DGAUM-Jahrestagung: Mit einem verstärkten Lärmschutz in Arbeitswelt und Umwelt lassen sich Schwerhörigkeit verhindern und Herz-Kreislauf-Risiken verringern

Es kreischt, wummert und dröhnt: Manche Berufstätige sind täglich so großem Lärm ausgesetzt, dass sie Gefahr laufen, schwerhörig zu werden. Betroffen sind Metallbauer und Schreiner, aber auch Berufsmusiker oder Mitarbeiter in Diskotheken und Clubs.

Darauf weist die DGAUM im Vorfeld ihrer 54. Wissenschaftlichen Jahrestagung hin, die von Mittwoch, 2. April, bis Freitag, 4. April 2014, im Deutschen Hygienemuseum in Dresden stattfindet und zu der mehr als 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erwartet werden.

Die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles, MdB hat für diesen DGAUM-Kongress die Schirmherrschaft übernommen. Lärmschwerhörigkeit ist nach wie vor die häufigste Berufskrankheit in Deutschland: Nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung sind rund vier Millionen Beschäftigte in Deutschland in ihrem Job einer gesundheitsgefährdenden Lärmbelästigung ausgesetzt.

Das Gefährliche sei, dass die Betroffenen die Schwerhörigkeit oft erst bemerken, wenn es schon zu spät ist, so die DGAUM. Meist nehme die Hörfähigkeit schleichend über die Jahre ab. Sind die Hörzellen einmal abgestorben, bilden sich keine neuen. Zunächst einmal ist hier der Arbeitgeber gefragt: Am besten sei es, wenn Lärm von vorneherein verhindert wird und möglichst leise Geräte angeschafft werden. 

Die Arbeitsplätze sind im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung im Hinblick auf Lärmquellen zu beurteilen. Betriebsärztinnen und Betriebsärzte können hierbei und bei der Entwicklung von Maßnahmen zur Lärmminderung eine wichtige Unterstützung leisten. In sehr lauter Umgebung sollte das Personal deshalb alle paar Stunden rotieren, empfiehlt die DGAUM.

An lauten Arbeitsplätzen kann zur Vermeidung einer Lärmschwerhörigkeit ein Gehörschutz erforderlich sein. An die Arbeitnehmer ist zu appellieren, diesen Gehörschutz auch konsequent zu tragen. Die regelmäßige Teilnahme an arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen kann zudem eine drohende Lärmschwerhörigkeit schon im Frühstadium erkennen.

Meist kann dann bei konsequenter Umsetzung von Lärmschutzmaßnahmen zumindest eine Verschlimmerung verhindert werden. Gerade Lärmarbeitern kann empfohlen werden, sich in ihrer Freizeit nicht weiterem Lärm auszusetzen, sondern sich möglichst viel Ruhe zu gönnen. 

Generell kann nicht nur beruflicher Lärm die Gesundheit beeinträchtigen: Ein hoher Anteil der Bevölkerung ist Lärm durch Straßenverkehr, Flugzeuge oder Eisenbahnen ausgesetzt. Hier droht zwar keine Lärmschwerhörigkeit, es kann aber das Risiko für Schlafstörungen, Bluthochdruck und sogar für schwere Herzerkrankungen wie Herzinfarkte ansteigen. Laut DGAUM werden inzwischen erhebliche Forschungsanstrengungen unternommen, um den Zusammenhang zwischen Verkehrslärm und Krankheitsrisiken besser zu verstehen und um wirksame Lärmschutzmaßnahmen entwickeln zu können. Im Rahmen des Dresdner DGAUM-Kongresses stehen Fragen rund um die physikalischen Einflussfaktoren in Arbeitswelt und Umwelt – und das schließt Arbeitslärm wie Umweltlärm ein – im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Diskussion. 

Das Kongress-Programm der DGAUM-Jahrestagung bietet darüber hinaus einen weiten Überblick über alle relevanten Themen der modernen Arbeitsmedizin: Arbeitsphysiologie, Arbeitspsychologie und arbeitsbedingte Belastungen, Berufsdermatosen, Betriebliche Gesundheitsförderung und Prävention, Ergonomie, Gefahrstoffe und Biomonitoring oder Versorgungsforschung.

Darüber hinaus werden im Programm attraktive Angebote für den wissenschaftlichen Nachwuchs sowie für das arbeitsmedizinische Assistenzpersonal als neue Zielgruppe für die Tagung angeboten. Die DGAUM will damit sowohl den wissenschaftlichen Nachwuchs stärker fördern als auch die Schnittstelle zwischen arbeitsmedizinischer Forschung und den unterschiedlichen Praxisfeldern an zentraler Stelle im Programm berücksichtigen. 

Weitere Informationen zum Programm sowie zur Presseakkreditierung für die DGAUM-Jahrestagung: www.dgaum.de/dgaum-jahrestagung/presse-2014/


Kontakt:
Prof. Dr. med. Andreas Seidler, MPH
Tagungspräsident DGAUM 2014,
Direktor des Instituts und der Poliklinik fürs Arbeits- und Sozialmedizin,
Medizinische Fakultät der Technischen Universität Dresden
Fetscherstraße 74, 01307 Dresden,
Tel.: +49 (0)351 3177-441,
E-Mail: ArbSozPH @mailbox.tu-dresden.de

Dr. Thomas Nesseler | id

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