Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dezentrale vs. zentrale Finanzsysteme – IAT diskutiert Wissen und Raum als Unterscheidungsfaktoren

04.06.2012
Wie leistungsfähig und krisenfest ein nationales Finanzsystem arbeitet, ist europa- und weltweit sehr unterschiedlich, wie die Finanzkrise von 2008 gezeigt hat.

Die herkömmliche Unterscheidung zwischen bankbasierten und kapitalmarktbasierten Finanzsystemen hilft aber bei der Suche nach den Ursachen nur bedingt weiter, vielmehr sollte die räumliche Perspektive einbezogen werden, schlagen Dr. Stefan Gärtner und Franz Flögel vom Institut Arbeit und Technik (IAT / Westfälische Hochschule) vor.

Auf einem Praxis-Wissenschaftsdialog am 19. Juni am IAT soll das finanzwirtschaftliche Spannungsfeld zwischen regionaler Konzentration und dezentraler Versorgung diskutiert werden.

Wie die beiden Wissenschaftler vom IAT-Forschungsbereich Raumkapital in einem aktuell erschienenen Diskussionspapier aufzeigen, verfügen einige Länder, wie Deutschland, über ein ausgeprägtes dezentrales Bankensystem mit vielen regionalorientierten Banken (Sparkassen und Genossenschaftsbanken). Andere Länder, wie z.B. UK, weisen dagegen einen außerordentlich konsolidierten und konzentrierten Bankenmarkt mit wenigen nationalen bzw. internationalen Banken auf. Nach Einschätzung des IAT hat das Engagement der regionalorientierten Banken in Deutschland zu einer Stabilisierung der Kreditversorgung während der Krise beigetragen.

Dezentrale Finanzsysteme zeichnen sich dadurch aus, dass sich die Finanzintermediäre im Wesentlichen auf regionale Geschäftsgebiete beschränken und sie Entscheidungen in räumlicher Nähe zu den Entscheidungsobjekten (z.B. Unternehmenskunden) treffen. Für die Wissensgenerierung wird auf räumliche Nähe gesetzt, so dass weiche Informationen wie „local buzz“ berücksichtigt werden können. Zentrale Finanzsysteme hingegen lassen sich dadurch charakterisieren, dass die Finanzintermediäre räumlich konzentriert überregional Geschäfte tätigen und dass Entscheidungen eher aus der Ferne getroffen werden. Für die Wissensgenerierung und Entscheidungsfindung wird besonders auf harte Informationen und standardisierte Bewertungsverfahren gesetzt.

Die Diskussion der Vor- und Nachteile dezentraler versus zentraler Finanzintermediation zielt nicht darauf ab, die Überlegenheit eines Verfahrens zu beweisen. Die IAT-Wissenschaftler erhoffen sich von der Gegenüberstellung „nur“ die unterschiedlichen Logiken, Stärken und Schwierigkeiten der Intermediationsverfahren herausarbeiten zu können, wozu auch der Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis dient.

Ihre Ansprechpartner:
Franz Flögel, Tel.: 0209-1707-203, E-Mail: floegel@iat.eu
Dr. Stefan Gärtner: Tel.: 0209-1707-164, E-Mail: gaertner@iat.eu
Diskussionspapier:
http://www.iat.eu/forschung-aktuell/2012/fa2012-06.pdf
Veranstaltung:
http://www.iat.eu/files/praxis-wissenschafts-dialog-19-06-2012.pdf

Claudia Braczko | idw
Weitere Informationen:
http://www.iat.eu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Poseidon goes Politics – Wer oder was regiert die Ozeane?
27.02.2017 | Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT)

nachricht Fachtagung Rapid Prototyping 2017 – Innovationen in Entwicklung und Produktion
27.02.2017 | Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Proteine Zellmembranen verformen

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor Oliver Daumke vom MDC erforscht. Er und sein Team haben nun aufgeklärt, wie sich diese Proteine auf der Oberfläche von Zellen zusammenlagern und dadurch deren Außenhaut verformen.

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor...

Im Focus: Safe glide at total engine failure with ELA-inside

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded after a glide flight with an Airbus A320 in ditching on the Hudson River. All 155 people on board were saved.

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded...

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Poseidon goes Politics – Wer oder was regiert die Ozeane?

27.02.2017 | Veranstaltungen

Fachtagung Rapid Prototyping 2017 – Innovationen in Entwicklung und Produktion

27.02.2017 | Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Herz-Untersuchung: Kontrastmittel sparen mit dem Mini-Teilchenbeschleuniger

27.02.2017 | Medizintechnik

Neue Maßstäbe für eine bessere Wasserqualität in Europa

27.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wenn der Schmerz keine Worte findet - Künstliche Intelligenz zur automatisierten Schmerzerkennung

27.02.2017 | Medizintechnik