Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutscher Mediationstag 2010

28.09.2010
Universität Jena veranstaltet am 8./9. Oktober den „Deutschen Mediationstag 2010“ / Lieber an einem Tisch sitzen, als vor dem Richter stehen

Wenn die Hecke mal wieder auf das Nachbargrundstück ragt oder Musik die Wände eines Mehrfamilienhauses erbeben lässt, dann ist Streit programmiert. Der muss aber nicht immer vor einem Gericht enden. In den vergangenen Jahren hat sich das Verfahren der Mediation als Mittel der Konfliktbewältigung bewährt.

Dabei setzen sich die Streitparteien gemeinsam an einen Tisch und finden im Gespräch selbst zu einer Lösung ihres Problems. Wichtig ist dabei eine dritte unparteiische Person, die das Gespräch moderiert und auf ein Ziel lenkt. Teure und langwierige Gerichtsverhandlungen können dadurch oft vermieden werden.

Inzwischen existiert eine EU-Richtlinie zur Mediation, die bis 2011 in nationales Recht umgesetzt werden soll. Diskutiert werden in diesem Zusammenhang auch Ausbildungs- und Qualitätsstandards. Die zunehmende Institutionalisierung der Mediation verlangt nach Qualitätssicherung und damit verbundenen Normierungen.

Wie diese aussehen könnten, darüber diskutieren etwa 150 Experten am 8. und 9. Oktober während des Deutschen Mediationstags 2010 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Die Tagung steht unter der Schirmherrschaft des Thüringer Justizministers Dr. Holger Poppenhäger und wird gemeinsam mit der D.A.S. Rechtsschutz-Versicherungs-AG veranstaltet.

„Allein schon die Frage, was einen guten Mediator ausmacht, ist schwer zu beantworten“, erklärt der Organisator der diesjährigen Tagung Prof. Dr. Christian Fischer von der Universität Jena. „Schließlich gibt es keine allgemeingültigen Richtlinien für die Mediationsausbildung.“ Einen gemeinsamen Nenner zu finden ist nicht leicht, da sich das Anwendungsgebiet dieser Selbstfindung von Problemlösungen in den letzten Jahren enorm ausgeweitet hat. „Um Streit in Familien zu schlichten, braucht ein Mediator ganz andere Voraussetzungen als für Konflikte in einem großen Unternehmen“, meint der Jenaer Rechtsexperte. Außerdem ist die Mediatorenlandschaft in Deutschland sehr vielseitig. Verschiedene Verbände konkurrieren miteinander, setzen in der Ausbildung auf unterschiedliche Schwerpunkte. Rainer Tögel, Vorstandssprecher der D.A.S. Rechtsschutz-Versicherungs-AG, plädiert deshalb für eine Art „Gütesiegel“: „Als komplexe Dienstleistung wird die Mediation erst von den Verbrauchern akzeptiert werden, wenn es transparente Standards gibt. Wer eine Mediation in Anspruch nehmen möchte, muss sich darauf verlassen können, dass der Mediator ausreichend qualifiziert ist. Und er muss dies auf einfache Art in Erfahrung bringen können.“

Am 8. Oktober widmen sich die Teilnehmer des Kongresses der Qualitätsregelung und -sicherung der Mediation. Wissenschaftler und Experten aus der Praxis tauschen sich in einer Podiumsdiskussion darüber aus. Am 9. Oktober können sich die Teilnehmer schließlich in unterschiedlichen Foren über die verschiedenen Anwendungsbereiche der Mediation informieren. Dabei stehen Standards guter Mediation in verschiedenen Einsatzbereichen im Mittelpunkt.

Kontakt:
Prof. Dr. Christian Fischer
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Jena
Carl-Zeiß-Straße 3, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 942120
E-Mail: ch.fischer[at]uni-jena.de

Sebastian Hollstein | idw
Weitere Informationen:
http://www.rewi.uni-jena.de/Mediationstagung.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte
23.11.2017 | Universität Witten/Herdecke

nachricht IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen
22.11.2017 | Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher verwandeln Diamant in Graphit

24.11.2017 | Physik Astronomie

Dinner in the Dark – ein delikates Wechselspiel der Mikroorganismen

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

24.11.2017 | Physik Astronomie