Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Desertec: Strom aus der Wüste verbindet Europa mit der Arabischen Welt

26.10.2010
  • Teilnehmer aus Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen und Ägypten auf der ersten Jahreskonferenz der Industrieinitiative Dii
  • In den kommenden zehn Jahren wird Wüstenstrom nach Europa fließen

Sauberer Strom aus den Wüsten wird schon bald in immer größerem Maße zur Energieversorgung der Menschen in Nordafrika und dem Nahen Osten beitragen. Und auch nach Europa wird Strom aus Solar- und Windenergie in den Wüsten schon innerhalb des kommenden Jahrzehnts fließen. Auf diese Weise wird er dazu beitragen, dass alle 27 EU-Staaten bis zum Jahr 2020 ihre ehrgeizigen Erneuerbare-Energien-Ziele erreichen können.

"Auf Basis von Respekt, Partnerschaft und Zusammenarbeit kann ein für alle Seiten nutzbringendes Zeitalter der nachhaltigen Energieversorgung beginnen.Nun wollen wir zeigen, wie die Desertec-Vision der Stromversorgung aus Erneuerbaren Energien für Nordafrika, den Nahen und Mittleren Osten und Europa partnerschaftlich in konkrete, umsetzbare Schritte und Projekte zu überführt werden kann", sagte Dii-CEO Paul van Son heute anlässlich der ersten Dii-Jahreskonferenz in Barcelona.

Rund 300 Teilnehmer aus den arabischen Ländern und Europa nutzen die ersteDii-Jahreskonferenz heute und morgen als umfassende Bestandsaufnahme zum Thema Strom aus der Wüste. Die Anwesenheit von Regierungs- und Unternehmensrepräsentanten aus potenziellen Stromerzeugungsländern wie Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen und Ägypten belegt das starkeInteresse in Nordafrika an den Erneuerbaren Energien. Auf der Konferenz, die EU-Energiekommissar Günther Oettinger eröffnete, werden alle wesentlichen Aspekte der Desertec-Vision adressiert:

- Stromerzeugung in Wüsten: An welchen Standorten kann in Wüstenregionen mit welcher Technologie und zu welchen Kosten Strom aus Sonne und Wind erzeugt werden? Dies sind die Schlüsselfragen im Bereich der Stromerzeugung (Power Generation), die internationale Experten aus Wirtschaft und Forschung diskutieren. Auf Basis geowissenschaftlicher Analysen müssen die in Frage kommenden Standorte gefunden, die bestgeeigneten Technologien, etwa Solarthermie oder Photovoltaik, identifiziert und die zu erwartenden Stromgestehungskosten errechnet werden. Auch die Möglichkeiten zur Kostensenkung bei der Stromerzeugung sind hier ein wichtiger Baustein.

- Stromübertragung zu lokalen und weit entfernten Verbrauchszentren: Auch bei den Fragen des Stromtransport von den Erzeugungsstandorten zu den Verbrauchszentrum sind viele technische wie auch ökonomische Aspekte zu klären. Existierende Stromnetze müssen auf ihre Zukunftsfähigkeit hin untersucht, Engpässe identifiziert und die optimalen Übertragungstechnologien ausgewählt werden werden. Die Dii wird im Rahmen ihrer Arbeit bis 2012 auch Szenarien für die Gestaltung der Stromnetze und dazugehörige Investitionsvorschläge vorlegen. Von besonderer Bedeutung wird dabei eine enge Kooperation zwischen Dii und MEDGRID/Transgreen sein.

Dieses internationale Industriekonsortium soll im November in Paris gegründet werden und einen integrierten Masterplan für ein leistungsfähiges Stromnetz im Mittelmeer entwickeln. Über dieses Netzsollen dann im Rahmen des Mittelmeer-Solarplans (MSP) auch bis zu fünf Gigawatt von Afrika nach Europa transportiert werden können.

- Entwicklung der Strommärkte: Im Mittelpunkt der Marktanalysen steht die Frage, wie beim Strom aus der Wüste die Lücke zwischen den Kosten und den zu erwarteten Einnahmen im Zeitverlauf überbrückt werden kann. Die Analyse des Marktpotenzials ist dabei ebenso wichtigwie die Frage, wer als künftiger Abnehmer des Stroms in Frage kommt. Um Wüstenstrom mittelfristig marktfähig zu machen, müssen Stimulierungsmechanismen untersucht und verglichen werden. Hierbei wäre insbesondere ein europaweit einheitlicher Einspeisetarif für nordafrikanische Solar- und Windenergie ein wichtiges Instrument. Die in Europa erzielbaren Vergütungen etwa für Solarstrom könnten auf diese Weise auch als Finanzierungshebel für mehr Investitionen in denNordafrika wirken.

- Ökonomisches und soziales Entwicklungspotenzial für die MENA-Region: Entscheidender Erfolgsfaktor für die Umsetzung der Desertec-Vision wird auch die Analyse und Vermittlung des Nutzens sein, den die potenziellen Produzenten des Stroms aus der Wüste habenwerden. Dazu müssen beispielsweise die volkswirtschaftlichen Effekte der zu erwartenden Investitionen ermittelt werden. Die lokale Wertschöpfung von Desertec muss sichtbar werden, etwa durch die Entwicklung von Industrien vor Ort, durch Schaffung von Arbeitsplätzen und durch Wissenstransfer.

- Politisch-regulatorisches Umfeld: Das politisch-regulatorische Umfeld ist ein weiterer entscheidender Faktor für die Umsetzung der Desertec-Vision. So liefert die EU-Direktive zur Förderung Erneuerbarer Energien bereits die entscheidende Grundlage für die Integration von Strom aus der Wüste. Die Direktive ermöglicht erneuerbare Stromimporte aus Nicht-EU-Staaten, welche dann innerhalb der EU verbraucht werden müssen. "Die EU-Richtlinie zur Förderung vonErneuerbaren Energien ist ein wichtiger regulatorischer Hebel, um dieVision vom Strom aus der Wüste entscheidend voran zu bringen", sagt Paul van Son, CEO der Industrieinitiative Dii.

Alexander Mohanty | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.dii-eumena.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin
24.02.2017 | TMF - Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e.V. (TMF)

nachricht Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie
24.02.2017 | Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie