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Degenerative Netzhaut-Erkrankungen: Vom Molekül zur Gentherapie und Sehprothese

08.04.2010
Ab morgen, wird Potsdam wieder zum Mekka der internationalen Netzhaut-Forscher: Mehr als 150 Grundlagenforscher und Kliniker aus ganz Europa und den USA treffen sich zum 6. Pro Retina-Forschungskolloquium.

Eröffnet wird die Tagung von Eva Luise Köhler, Gattin des Bundespräsidenten und Schirmherrin der Allianz Chronisch Seltener Erkrankungen (ACHSE). International führende Wissenschaftlergruppen präsentieren neue Erkenntnisse. Veranstalter ist die "Pro Retina Stiftung zur Verhütung von Blindheit", einer Stiftung der Selbsthilfevereinigung Pro Retina Deutschland e.V.

In Deutschland wird eines von 4000 Kindern mit einer erblichen Netzhaut-Erkrankung geboren. Am häufigsten ist die sogenannte Retinitis Pigmentosa - an ihr leiden hierzulande 30000 Patientinnen und Patienten. Das Leiden beginnt meistens mit Störungen des Dämmerungssehens, gefolgt von Nachtblindheit. Dann kommt es typischerweise durch fortschreitende Einengung des Gesichtsfeldes zum "Tunnelblick". Oft steht am Ende die völlige Erblindung. Da erbliche Netzhaut-Leiden selten auftreten, gelten sie als "Orphan Diseases", Waisen-Krankheiten.

All diese Leiden haben eines gemeinsam: Die Augenärzte können den Untergang der Nervenzellen in der Retina zwar diagnostizieren, oft schon im Kindesalter, doch sie können ihren Patienten in den allermeisten Fällen keine Therapie anbieten. Dies beginnt sich zu ändern: Beim Forschungskolloquium der Pro Retina Stiftung präsentieren US-Forscher die Ergebnisse klinischer Gentherapie-Studien an Patienten präsentieren. Deutsche Forschergruppen stellen ihre bisherigen Ergebnisse mit Sehprothesen, sogenannten Retina-Implantaten vor.

Dem Kolloquium voraus geht das erste Jahrestreffen der Wissenschaftler, die im HOPE-Forschungsverbund (Hereditary Retinal Disorders: From Patients towards Therapy) zusammenarbeiten. Der Verbund wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen eines Förderschwerpunktes zur Erforschung seltener Erkrankungen gefördert (www.rd-hope.de). "Wir sind überzeugt", sagt Franz Badura von der Pro Retina-Stiftung, "dass die Umsetzung der Forschungsergebnisse in neue Behandlungskonzepte durch den Austausch zwischen Ärzten und Grundlagenforschern weiter an Fahrt gewinnen wird."

DIE PRO RETINA-STIFTUNG ZUR VERHÜTUNG VON BLINDHEIT
Die Pro Retina-Stiftung wurde 1996 gegründet. Sie hat die Aufgabe, die Forschung auf dem Gebiet der Netzhaut-Erkrankungen zu fördern. Sie stellt finanzielle Fördermittel zur Verfügung, um Forschungsprojekte voranzubringen und um wichtige Vorhaben anzuschieben. Das langfristige Ziel ist, dazu beizutragen, dass Wissenschaftler und Ärzte wirksame Therapien zur Behandlung von Netzhaut-Erkrankungen entwickeln können.
Pressekontakt
Barbara Ritzert
ProScience Communications -
Die Agentur für Wissenschaftskommunikation GmbH
Andechser Weg 17
82343 Pöcking
Tel.: 08157-9397-0
Fax: 08157-9397-97

Barbara Ritzert | idw
Weitere Informationen:
http://www.pro-retina.de

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