Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Datenmengen beherrschen mit dem Supercomputer

30.09.2011
IT-Experten tagen am 6./7. Oktober an der Universität Jena zum Thema Hochleistungsrechnen

Zur Hochleistungswissenschaft gehören Hochleistungscomputer. Vor allem an Universitäten und Forschungseinrichtungen ist High-Performance Computing (HPC) inzwischen nicht mehr wegzudenken.

Komplexe Systeme können damit anschaulich gemacht, riesige Messdaten verarbeitet werden. So modellieren Wissenschaftler damit etwa Nanostrukturen bestimmter Materialien, untersuchen damit deren Eigenschaften und liefern dadurch wichtige Informationen für eine eventuelle Anwendung in der Industrie. Zunehmend schwierig gestaltet sich allerdings das Speichern der großen Datenmengen.

Dieses Problem steht im Mittelpunkt der Tagung des Arbeitskreises „Supercomputing“ des Vereins der Zentren für Kommunikation und Informationsverarbeitung (ZKI) an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Am 6. und 7. Oktober treffen sich 80 IT-Spezialisten von Universitäten, Forschungszentren und führenden IT-Firmen, um darüber zu sprechen, wie man die bei steigenden Rechenleistungen anfallenden enormen Datenmengen speichern kann.

Außerdem sollen die riesigen Datenmengen sicher abgelegt, langfristig archiviert und Forschernetzwerken zur Verfügung gestellt werden. Gastgeber ist das Rechenzentrum der Universität Jena. „Es freut mich, dass die Friedrich-Schiller-Universität Austragungsort für eine so hochkarätig besetzte Konferenz ist“, sagt der Leiter des Jenaer Rechenzentrums Dr. Harald Ziegler. „Denn auch in Jena ist auf diesem Gebiet einiges passiert und es muss noch viel mehr passieren.“

So befindet sich der Supercomputer des Rechenzentrums im JenTower, da der Platz im alten Gebäude des Universitätsrechenzentrums bei weitem nicht ausreicht und dort auch das notwendige Umfeld nicht geschaffen werden kann. Wer ihn nutzen möchte, muss sich vorher anmelden und bekommt dann Arbeitszeit zugewiesen. Vor allem Wissenschaftler aus der Physik und Chemie nutzen das High-Tech-Werkzeug für ihre Arbeit. Zunehmend melden sich aber auch Biologen, Mediziner und etwa Computerlinguisten an. Weitere Supercomputer für spezielle Einsatzzwecke sind in Jena für die Photonik, die Gravitationsphysik und die Biologie im Einsatz.

An sich sieht der Supercomputer aus wie ein ganz normaler PC. „Für den Hochleistungsrechner sind aber insgesamt etwa 1 600 normale Rechnerkerne miteinander kombiniert“, erklärt Ziegler. „Die Leistung entspricht dann etwa der von 1 000 handelsüblichen PCs, wobei diese aber mit einem sehr leistungsfähigen Netz miteinander verbunden sind, dessen Übertragungsraten 5 000 mal höher als der des heimischen DSL Anschlusses sind.“ Für die Zukunft sieht er erheblichen Aufrüstungsbedarf. Allein an der Universität Jena seien voraussichtlich fünf Supercomputer dieser Art notwendig, um der Nachfrage aus der Wissenschaft gerecht zu werden. „Selbst wenn der Schwerpunkt unserer Arbeit an der Friedrich-Schiller-Universität liegt, so können wir, gemeinsam mit unseren Partnern aus Ilmenau und Weimar, weitere Thüringer Anforderungen nicht aus den Augen verlieren“, sagt Dr. Ziegler. Landeshochleistungsrechenkapazitäten, wie sie inzwischen in fast allen Bundesländern bestehen, fehlen in Thüringen bislang noch.

Kontakt:
Dr. Harald Ziegler
Universitätsrechenzentrum der Universität Jena
Am Johannisfriedhof 2, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 940500
E-Mail: harald.ziegler[at]uni-jena.de

Sebastian Hollstein | Friedrich-Schiller-Universität J
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht
05.12.2016 | Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

nachricht Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel
02.12.2016 | Münchner Kreis

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flüssiger Wasserstoff im freien Fall

05.12.2016 | Maschinenbau

Forscher sehen Biomolekülen bei der Arbeit zu

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungsnachrichten