Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das Nagoya-Protokoll und seine Folgen

08.07.2015

Wie können in Forschung und Entwicklung Vorteile aus genetischen Ressourcen und Wissen aus anderen Ländern auf faire Weise geteilt werden? Diese zentrale Frage liegt dem 2014 verabschiedeten Nagoya-Protokoll zugrunde. Ergänzt wird das Abkommen seit kurzem durch eine neue EU-Verordnung, die den Zugang zu genetischen Ressourcen und den Vorteilsausgleich regelt. Um den komplexen Hintergrund und die Auswirkungen beider Regelwerke für die wissenschaftliche Arbeit geht es bei einem Symposium am 14. Juli im Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT).

Wie können in Forschung und Entwicklung Vorteile aus genetischen Ressourcen und Wissen aus anderen Ländern auf faire Weise geteilt werden? Diese zentrale Frage liegt dem 2014 verabschiedeten Nagoya-Protokoll zugrunde.


Korallenriff vor Thailand

G. Schmidt, ZMT

Ergänzt wird das Abkommen seit kurzem durch eine neue EU-Verordnung, die den Zugang zu genetischen Ressourcen und den Vorteilsausgleich regelt. Um den komplexen Hintergrund und die Auswirkungen beider Regelwerke für die wissenschaftliche Arbeit geht es bei einem Symposium am 14. Juli im Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT).

Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen bergen ein großes, teils noch unentdecktes Potenzial für die Entwicklung neuer Produkte wie etwa Arzneimittel oder Kosmetika. Ihr genetisches Material und das traditionelle Wissen um ihren Nutzen können Menschen bedeutende wirtschaftliche und nicht-gewerbliche Vorteile bringen.

Vor diesem Hintergrund hat die zehnte Vertragsstaatenkonferenz der Biodiversitätskonvention das Nagoya-Protokoll verabschiedet, das im Oktober 2014 in Kraft trat. 58 Staaten und die EU sind dem Abkommen bislang beigetreten.

Das Nagoya-Protokoll und eine neue EU-Verordnung vom April 2015 stellen Regeln auf, die festlegen, wie genetische Ressourcen und Wissen aus anderen Ländern auf faire Weise für Forschung und Entwicklung genutzt werden können. Diese Instrumente des sogenannten „Access and Benefit Sharing“ sollen gewährleisten, dass die Vorteile aus der Nutzung gerecht mit dem Ursprungsland geteilt werden. Länder, die über eine hohe biologische Vielfalt verfügen, erhalten Anreize, ihre Ökosysteme wie Regenwälder oder Korallenriffe und deren Artenvielfalt zu erhalten und nachhaltig zu nutzen.

Doch was genau bedeutet dieses umfassende Regelwerk des „Access and Benefit Sharing“, das der Biopiraterie Einhalt gebieten soll, für die Forschung in Deutschland? Wie können Zoologen, Botaniker oder naturkundliche Sammlungen, die mit biologischem Material, Wirkstoffen und traditionellem Wissen aus dem Ausland arbeiten, mit diesen Bestimmungen umgehen? Kann die Grundlagenforschung den großen Verwaltungsaufwand überhaupt leisten, der mit den komplexen Vorschriften einhergeht? Der Bioökonomierat der Bundesregierung befürchtet gar, dass die bürokratischen Anforderungen internationale Partnerschaften einschränken oder verhindern könnten.

Dies sind nur einige der Fragen, mit denen sich Experten unterschiedlicher Disziplinen beim Symposium „Das Nagoya-Protokoll und seine Folgen“ beschäftigen werden. Veranstaltet wird die ganztägige Konferenz am 14. Juli vom Büro für Wissensaustausch des ZMT. In die Diskussion können die Wissenschaftler des Instituts umfangreiche Erfahrungen aus ihren partnerschaftlich organisierten Projekten mit Ländern wie Indonesien, Brasilien, China oder Namibia einbringen. Bereits seit seiner Gründung teilt das ZMT auf Grundlage eigens definierter Kriterien die Vorteile, die aus der Forschung entstehen, mit den Partnerländern der Tropen.

Interessierte Medienvertreter sind zu dem Symposium herzlich eingeladen.

Datum: 14 Juli 2015
Dauer: 11:00 – 16:30 Uhr
Ort: Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie, Fahrenheitstraße 6, Bremen
Kontakt: Dr. Bevis Fedder, Büro für Wissensaustausch am ZMT, Tel: 0421 / 23800-67, Mail: bevis.fedder@zmt-bremen.de

Weitere Informationen:

http://www.zmt-bremen.de/ZMT_Seminar.html
http://www.zmt-bremen.de/Binaries/Binary_11624/Draft_programme.pdf

Dr. Susanne Eickhoff | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal
18.08.2017 | Bergische Universität Wuppertal

nachricht Einblicke ins menschliche Denken
17.08.2017 | Universität Potsdam

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie