Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das große Krabbeln - Tagung der Deutschen Gesellschaft für allgemeine und angewandte Entomologie

25.02.2015

Bienensterben, Insekten in Bernsteinen und Kommunikation zwischen Gliedertieren: Vom 2. bis 5. März tagt die Deutsche Gesellschaft für allgemeine und angewandte Entomologie (DGaaE) im Hörsaalgebäude der Goethe-Universität auf dem Campus Bockenheim. Die Entomologentagung wird von der DGaaE in Zusammenarbeit mit der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung organisiert. Ein Abendvortrag und die Vorführung mehrerer Kurzfilme bieten auch für interessierte Laien spannende Informationen.

Was tötet Bienen – und wie lässt sich das Sterben der honigsammelnden Insekten aufhalten? Dies ist eines von vielen Themen, das bei der Tagung der „Deutschen Gesellschaft für allgemeine und angewandte Entomologie“ (DGaaE) auf der Agenda steht.


Frisch geschlüpft: Eine Florfliege

© Urs Wyss


Ein asiatischer Marienkäfer verspeist eine Blattlaus

© Urs Wyss

„Das Bienensterben ist zwar kein globales, aber ein ernstzunehmendes Problem“, sagt PD Dr. habil. Michael Schade, Insektenforscher und Leiter des Workshops zum Bienensterben. In mehreren Ländern ist ein dramatischer Rückgang von Bienenvölkern zu verzeichnen, verantwortlich machen die Wissenschaftler eine Vielzahl von Faktoren: Der unsachgemäße Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, Infektionskrankheiten, Varroa-Milben, fehlendes Nahrungsangebot und Witterungseinflüsse.

„Unser Ziel muss es sein, diese Einflussfaktoren zu gewichten und daraus konkrete Lösungswege aufzuzeigen“, erklärt Dr. Stephan Blank vom Senckenberg Deutsches Entomologisches Institut in Müncheberg und ergänzt: „Wir werden innerhalb eines Workshoptages sicher keine Lösung finden, aber bei der Entomologentagung treffen sich die Experten, um gemeinsam danach zu suchen.“ Deswegen möchten die Insektenkundler auch einen Arbeitskreis ins Leben rufen, der sich des Problems annimmt.

„Aber nicht nur Bienen stehen auf unserer Agenda“, erzählt Prof. Dr. Thomas Schmitt, Leiter des Senckenberg Deutschen Entomologischen Instituts in Müncheberg, und fügt hinzu: „Entomologen beschäftigen sich mit allen Insekten – Käfer, Schmetterlinge, Ameisen, Heuschrecken – beinah alles mit gegliederten Körper und 6 Beinen. Und auch die Spinnentiere sind ein Thema der Entomologentagung.“

Insekten sind die artenreichste Klasse innerhalb der Tierwelt: Beinahe eine Million Insektenarten sind bisher wissenschaftlich beschrieben – man rechnet aber mit weiteren Millionen, die bisher unentdeckt blieben. Ein breites Spektrum, das die Tagung an vier Tagen mit sechs parallelen Sitzungen und mehreren Workshops abzudecken versucht.

Beim öffentlichen Abendvortrag am 3. März 2015 um 20 Uhr im Hörsaal H08 auf dem Campus Bockenheim, der sich auch an Laien richtet, geht es beispielsweise um eine mediterrane Grabwespe und deren Räuber-Beute-Beziehung mit Grillen. Die Weibchen der Grabwespe jagen Grillen als Nahrung für ihren zukünftigen Nachwuchs. Dabei wenden sie einige Tricks an, um das Warnsystem der Beutetiere zu umgehen und sie dann mit einer Giftinjektion zu überwältigen.

Unter dem Titel „Mord im Apfelbaum“ werden verschiedene Kurzfilme über Insekten am 3. März 2015 von 14:00 bis 16:00 Uhr im Hörsaal H11 gezeigt. Es geht um das schwere Leben von Milben-Männchen, den verborgenen Mikrokosmos im Apfelbaum und Metamorphosen von Monstern zu Diven. In insgesamt 6 Kurzfilmen präsentiert Prof. Dr. Urs Wyss von der Universität Kiel unterhaltsame und biologisch informative Filme über die Entwicklung und das Verhalten von Insekten. Auch die Filme richten sich nicht nur an Wissenschaftler, sondern bieten Jedermann unterhaltsam aufbereitete Informationen.

„Wir freuen uns darauf, die vielfältige Welt der Insekten der Öffentlichkeit vorzustellen!“, lädt Blank ein.

Weitere Informationen zur Tagung und zum Programm finden Sie unter http://www.dgaae.de/index.php/programm.html .

Kontakt
Prof. Dr. Thomas Schmitt
Dr. Stephan M. Blank
Senckenberg Deutsches Entomologisches Institut Müncheberg
Tel. 033432- 73698-3700
Thomas.Schmitt@senckenberg.de
Stephan.Blank@senckenberg.de

Judith Jördens
Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1434
pressestelle@senckenberg.de


Die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt an Lebensformen zu erforschen und zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen erhalten und nachhaltig nutzen zu können - dafür arbeitet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit nunmehr fast 200 Jahren. Diese integrative „Geobiodiversitätsforschung“ sowie die Vermittlung von Forschung und Wissenschaft sind die Aufgaben Senckenbergs. Drei Naturmuseen in Frankfurt, Görlitz und Dresden zeigen die Vielfalt des Lebens und die Entwicklung der Erde über Jahrmillionen. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ist ein Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Das Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt am Main wird von der Stadt Frankfurt am Main sowie vielen weiteren Partnern gefördert. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de 

Judith Jördens | Senckenberg

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen
24.03.2017 | Technische Hochschule Wildau

nachricht Lebenswichtige Lebensmittelchemie
23.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise