Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Crohn & Colitis-Tag am 2. Oktober

24.09.2010
Über 320.000 Menschen leiden in Deutschland an chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

„Crohn & Colitis-Tag“ im UKM, Talk-Runde im „Uferlos“

Durchfall, Bauchschmerzen und Blähungen können Hinweise sein / Offene Sprechstunde am 1. Oktober und Talkrunde am 2. Oktober

Am 2. Oktober ist der deutschlandweite „Crohn & Colitis-Tag“. Die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (kurz: CED) Morbus Crohn und Colitis ulcerosa und die aktuellen Therapiemöglichkeiten werden dabei in den Mittelpunkt gestellt. Die interdisziplinäre Crohn & Colitis-Ambulanz des Universitätsklinikums Münster (UKM) bietet bereits einen Tag zuvor, am Freitag, 1. Oktober, ab 9 Uhr eine offene Sprechstunde an. Treffpunkt ist die Leitstelle Ost im Zentralklinikum an der Albert-Schweitzer-Straße 33, Ebene 05. Am 2. Oktober (Samstag) gibt es eine offene CED-Talkrunde mit niedergelassenen Medizinern, Experten des UKM und Vertretern von regionalen Selbsthilfegruppen zum Thema Darmerkrankungen von 10 bis 13 Uhr im Cafe Uferlos am Aasee.

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa äußern sich häufig durch anhaltende schwere und blutige Durchfälle, Gewichtsverlust, Bauchschmerzen und Blähungen. Die genaue Ursache der lebenslangen, schubweise verlaufenden Erkrankungen ist trotz intensiver Forschung noch immer weitgehend unverstanden. Ein weiteres Problem: „Es besteht wahrscheinlich eine sehr hohe Dunkelziffer, da viele Patienten aufgrund von Unwissenheit keine ärztliche Diagnostik in Anspruch nehmen oder nicht umfangreich genug untersucht werden“, so Prof. Dr. Matthias Brüwer, Leitender Oberarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des UKM.

Sicher ist: Die Zahl der Betroffenen wächst dramatisch, gerade in den westlichen Industrienationen. „Rund 320.000 Menschen leiden derzeit in Deutschland an Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Die Folgen der Krankheit sind schwerwiegend: Sie ist zwar nicht unmittelbar lebensbedrohlich, allerdings sind die Betroffenen vielfachen körperlichen und auch seelischen Belastungen ausgesetzt“, erklärt Privat-Dozent Dr. Jan Heidemann, Oberarzt der Klinik für Innere Medizin B (Allg. Innere Medizin sowie Gastroenterologie und Stoffwechselkrankheiten). ). Gegenüber den 1960er Jahren habe sich die Zahl der Betroffenen in den Industrieländern verzehnfacht, so Heidemann.

Neue Medikamente und Operationsverfahren entwickelt
Die medikamentöse Therapie der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen war früher infolge häufig hoher Cortisongaben mit wesentlichen Nebenwirkungen belastet. Allerdings gibt es hier in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte: Durch den Einsatz neu entwickelter Medikamente (sog. Biologika) und bestimmter, das Immunsystem regulierender Medikamente (Immunsuppressiva) können inzwischen viele der Patienten über Jahre hinweg krankheitsfrei gehalten werden.

Patienten mit CED werden am Universitätsklinikum Münster grundsätzlich interdisziplinär betreut. Internisten und Chirurgen behandeln gemeinsam ihre CED-Patienten. Bei Nichtansprechen auf die medikamentöse Therapie oder bei komplizierten Krankheitsverläufen, z.B. mit schweren Darmverengungen bis hin zum Darmverschluss, ist eine Operation durch CED-erfahrene Chirurgen erforderlich. Dabei ist es heute bei der Mehrzahl der Patienten möglich, auf einen großen Bauchschnitt zu verzichten. Am UKM wird, wann immer es individuell möglich ist, die Operation nur noch über einen einzigen kleinen Hautschnitt im Bereich des Nabels durchgeführt. Dadurch wird gegenüber herkömmlichen „minimal-invasiven“ Verfahren der postoperative Verlauf beschleunigt und das kosmetische Ergebnis deutlich verbessert.

Mit mehr als 750 Patienten jährlich verfügen die Spezialambulanzen „Crohn & Colitis” des Universitätsklinikums Münster unter der Leitung von Privatdozent Dr. Jan Heidemann und Prof. Dr. Matthias Brüwer, beide Mitglieder im Kompetenznetzwerk für chronisch entzündlich Darmerkrankungen, über einen großen Erfahrungsschatz in der Erkennung und Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen. Diagnostische und therapeutische Verfahren auf dem neuesten Stand der Technik (z.B. Single-Ballon-Enteroskopie und Magnetresonanztomographie, Minimal Invasive Chirurgie), die rasche stationäre Aufnahme der Patienten und kurze Kommunikationswege innerhalb des CED-Teams sichern die optimale Versorgung der oft schwerkranken Patienten.

Dr. Heidemann: „Mit unseren Veranstaltungen wollen wir Betroffenen konkrete Hilfe bieten, gleichzeitig aber auch die Öffentlichkeit für dieses Thema sensibilisieren. Umso wichtiger ist es, dass es bei solchen bundesweiten Aktionstagen auch Angebote in den einzelnen Städten gibt ohne große Hürden. Denn bei vielen Betroffenen führen diese Erkrankungen zu einer enormen Einschränkung der Lebensqualität.“

Telefonnummer der Crohn & Colitis-Ambulanz des Universitätsklinikums Münster (UKM): 0251 / 83-48383, http://www.ukmuenster.de

Termine:

- Offene Sprechstunde im UKM: Freitag, 1. Oktober, ab 9 Uhr,
Zentralklinikum, Ebene 05, Leitstelle Ost.
- Talkrunde im Cafe Uferlos: Samstag, 2. Oktober, 10 bis 13 Uhr,
Teilnehmer: Prof. Dr. Matthias Brüwer, Privat-Dozent Dr. Jan Heidemann, Dr. Markus Masin (alle Universitätsklinikum Münster), Privat-Dozent Dr. Andreas Lügering, Dr. Peter Erren (beide Medizinisches Versorgungszentrum ”Portal 10” Münster), Iris Rosin (Selbsthilfegruppe Münster), Karin Wahlbrink-Schmitz (Selbsthilfegruppe Ibbenbüren). Die Moderation übernimmt Ralf Meistes (Journalist).

Simone Hoffmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.crohn-und-colitis-tag.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus
21.09.2017 | MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen

nachricht 23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus
21.09.2017 | Hochschule Stralsund

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften