Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Von Computerspielen lernen: Tagung über Flow und Computerspielerlebnisse

06.03.2012
„Von Computerspielen können wir viel lernen“, unterstreicht Medienwissenschaftler Dr. Mathias Mertens.

Am 9. und 10. März steht das Phänomen „Flow" im Fokus der interdisziplinären Tagung „flow aus spielen“ des Instituts für Medien und Theater der Universität Hildesheim. Ziel ist es, das Konzept des Flow greifbar und übertragbar zu machen – für die Medien- und Kulturwissenschaften sowie für Wirtschaft und Gesellschaft. Der Gegenstand Computerspiel ist dabei das zentrale Beispiel.

„Computerspiele sind ein Kulturphänomen. Es gibt zahlreiche Menschen, die sie spielen, man kann sie nicht wegdenken. Was Computerspiele als kulturelle Leistung bedeuten – sie schaffen Erlebnisstrukturen –, wird häufig vernachlässigt“, erklärt Privatdozent Dr. Mathias Mertens, der eine Vertretung der Professur für Medienästhetik am Institut für Medien und Theater innehat.

Bislang beschränke sich die Auseinandersetzung mit Computerspielen in vielen Fällen auf die Gefahrenpotentiale des Mediums. Aber: Was sind und was schaffen Computerspiele? Der Gegenstand ist vielfältig, ausdifferenziert, so Mertens, der vor zehn Jahren sein erstes Seminar an der Universität Hildesheim über Computerspieltheorie angeboten hat. Zu seinen Lehr- und Forschungsschwerpunkten zählt die Computerspielästhetik.

„Die gemeinsame Ebene des Diskurses über Computerspiele ist das Spielerlebnis“, unterstreicht der Medienwissenschaftler. „Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen können sich austauschen, zum Beispiel über die banale Frage: Warum macht es Spaß, Computer zu spielen? Dabei wird nicht das Spiel definiert, sondern der Spieler und die Situationen des Spielens.“

Dieses Spielerlebnis hat viel mit dem Flow-Konzept zu tun und rückt in den Mittelpunkt einer Tagung des Instituts für Medien und Theater der Universität Hildesheim. Gemeinsam mit Anne-Kristin Langner hat Mathias Mertens die interdisziplinäre Tagung „flow aus spielen“ konzipiert, die am 9. und 10. März beim Kooperationspartner Phaeno in Wolfsburg ausgerichtet wird.

Ziel der Tagung ist es, das Konzept des Flow greifbar, übertragbar und diskutierbar zu machen – für die Medien- und Kulturwissenschaften sowie für Wirtschaft und Gesellschaft. Der Gegenstand Computerspiel ist dabei das zentrale Beispiel.

Neben der Beschäftigung mit Erlebnisstrukturen in Computerspielen stehen auf dem Tagungsprogramm Vorträge aus unterschiedlichen Disziplinen. „Wir zeigen auf, dass das Flow-Konzept und die Betrachtung von Computerspielen anschlussfähig an alle Diskurse sind“, unterstreicht Mertens.

„Flow beschreibt ein psychologisches Phänomen der optimalen Erfahrung, wenn man in einer Tätigkeit im Fluss, weder unter- noch überfordert ist und sich dadurch die eigenen Fähigkeiten steigern“, erklärt Anne-Kristin Langner. Sie hat in Hildesheim Internationales Informationsmanagement studiert, promoviert derzeit über Quizshows im interkulturellen Vergleich und beschäftigt sich mit Medienrezeptionsforschung und Game Studies. Der Begriff „Flow“ stammt ursprünglich aus der Psychologie und kommt im Bereich der Mitarbeitermotivation zum Einsatz. In den Medien- und Kulturwissenschaften ist Flow noch ein peripheres Phänomen, sagt Langner.

Die Tagung ist öffentlich und wird am Freitag, 9. März, um 11:00 Uhr im Phaeno in Wolfsburg eröffnet. Den Auftakt machen Andreas Lange vom Computerspielmuseum Bern („Flow in einem technik- und kulturhistorischen Kontext“, 11:30 Uhr) und Prof. Dr. Christina Bermeitinger („Flow in meiner Psychologie“, 12:15 Uhr). Doktoranden und Kulturwissenschaftsstudierende nähern sich dem Flow-Phänomen in mehreren Essays (15:00 bis 18:30 Uhr). Am Freitagabend diskutieren ab 18:30 Uhr Mathias Mertens, Anne-Kristin Langner und Constantin Gillies mit der Öffentlichkeit über das Flow-Phänomen in Computerspielen. Die Tagung endet am Samstag um 18:00 Uhr.

Organisiert wird die Tagung von Studierenden und Mitarbeitern der Universität Hildesheim. Kooperationspartner sind das phaeno in Wolfsburg und das Computer-spielemuseum in Berlin. Ein Tagungsband erscheint im blumenkamp-Verlag.

Isa Lange | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hildesheim.de/index.php?id=881
http://www.flowausspielen.de/Flow_Programm.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW
08.12.2016 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht NRW Nano-Konferenz in Münster
07.12.2016 | Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie