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Mit Computerspielen lernen: ExpertInnen-Treffen an der FH JOANNEUM

28.02.2012
Am 26. und 27. Februar kamen im Rahmen des EU-Projekts „GREAT“ an der FH JOANNEUM in Graz europäische Expertinnen und Experten im Bereich spielebasiertes Lernen zusammen.

Im Mittelpunkt stand dabei die Diskussion über zukünftige Chancen und Herausforderungen, die mit dem Einsatz von Computerspielen zur Lernunterstützung in Bildung und Training verbunden sind.

Das Projekt „GREAT“ wird im Rahmen des EU-Programms LLP – Programm für Lebenslanges Lernen, Leonardo da Vinci, unterstützt und soll die Arbeitsleistung von Lehrerinnen und Lehrern, Trainerinnen und Trainern sowie Lernenden durch den Einsatz von spielebasiertem Lernen (Game Based Learning, GBL) fördern. Das Projekt läuft seit Oktober 2011 und wird von verschiedenen europäischen Bildungseinrichtungen, darunter die FH JOANNEUM mit dem Studiengang „Informationsdesign“, getragen.

„Erfolgreiche Game Based Learning-Strategien stellen aktive Partizipation und Interaktion in das Zentrum des Lernprozesses und regen die Kreativität und Innovationsfähigkeit an“, sagt Maja Pivec, Lehrende am Studiengang „Informationsdesign“ und Koordinatorin von „GREAT“ an der FH JOANNEUM. Computerspiele können einen wichtigen Beitrag im Rahmen des informellen und nicht-formellen Lernens liefern, da sie den Lernenden selbst in den Mittelpunkt stellen und dynamische Prozesse anstoßen.

Bei der Tagung wurde insbesondere die Frage diskutiert, welchen Anspruch und welche Bedeutung GBL in sich verändernden Lernkontexten hat, vor allem in Hinblick auf lebenslanges Lernen. „Die Einsatzgebiete von GBL können hier sehr vielfältig sein – etwa, wenn es um die Reintegration von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt geht oder darum, wie Menschen mit unterschiedlicher Ausbildung ihre beruflichen Fähigkeiten und Kompetenzen mit Hilfe von GBL weiterentwickeln können“, erklärt Pivec.

Europaweiter Austausch zum lernunterstützenden Einsatz von Computerspielen
Diese Fragen wurden vom Projektteam und den eingeladenen Expertinnen und Experten diskutiert, darunter etwa Herbert Rosenstingl (Bundesstelle für die Positivprädikatisierung von Computer- und Konsolenspielen, Wien), Gulcin Sagdicoglu Celep (Gazi Universität, Ankara), Sonia Hetzner (Institut für Lern-Innovationen, Erlangen) oder Jutta Pauschenwein (ZML – Innovative Lernszenarien, FH JOANNEUM). Herbert Rosenstingl hob hervor: „Wer selber gerne spielt, weiß es ganz konkret: Computer- und Konsolenspiele fordern und fördern vielfältige Fähigkeiten! Kognitive, motorische und soziale Kompetenzen werden je nach Spiel verlangt und dabei trainiert. Wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, können diese Potentiale auch genutzt werden, dann sind Computerspiele tatsächlich eine Chance."

Karl Peter Pfeiffer, Rektor der FH JOANNEUM, begrüßte die TeilnehmerInnen der Tagung und betonte: „Ich freue mich, dass die FH JOANNEUM Teil dieses ambitionierten Forschungsprojekts ist. In unserer von Informationstechnologie geprägten Gesellschaft verändern sich Lehr- und Lernprozesse bereits jetzt sehr stark – um die damit verbundenen Möglichkeiten aber auch für die Zukunft nutzen zu können, bedarf es einer systematischen und wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit spielebasiertem Lernen.“

„GREAT“ baut auf dem bereits abgeschlossenen EU-Projekt „ENGAGE“ auf, aus dem unter anderem das europäische Web-Portal www.engagelearning.eu für spielbasiertes Lernen hervorgegangen ist. „GREAT“ möchte sich nun auf die Konstruktion von Lerninhalten und -materialien konzentrieren und auf bereits bestehende Computerspiele konzentrieren. Ein Ergebnis des 20-monatigen Projekts soll zum Beispiel ein Trainingspaket mit einem Handbuch für Lehrende und TrainerInnen sein, das die Integration von GBL in Lern- und Unterrichtsprozesse erleichtert.

Das Treffen wurde mit einer Klausur des Projektteams abgeschlossen, bei der die Resultate aus den Gesprächen mit den Expertinnen und Experten diskutiert wurden. „Daraus werden wir Akzente und Schwerpunkte für die weitere Projekttätigkeit und das Trainingspaket ableiten“, so Maja Pivec.

Folgende Institutionen sind am Projekt „GREAT“ beteiligt:
APG Portuguese Association for Human Resources Technicians and Managers (Lisboa, Portugal; Projektkoordination)
FH JOANNEUM (Graz, Austria)
MERIG Multidisciplinary European Research Inst. (Graz, Austria)
AIF Italian Association of Trainers (Milan, Italy)
I.ZONE Knowledge Systems (Bucharest, Romania)
GAZI UNIVERSITY (Ankara,Turkey)

Cornelia Schuss | idw
Weitere Informationen:
http://projectgreat.org/

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