Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Clostridium-Forscher-Elite trifft sich in Leipzig

23.09.2008
Das internationale Who is Who der Forschung zum Bakterium Clostridium difficile trifft sich Ende September in Leipzig.

"Im Mittelpunkt der Diskussionen der etwa 150 Experten aus aller Welt wird das Auftreten hochpathogener Stämme des Durchfallerregers in Europa stehen", so Prof. Dr. Arne C. Rodloff, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig und Präsident der Tagung.

Die aus den USA und Kanada stammenden Bakterien bilden extrem starke Giftstoffe und sind derart aggressiv, dass bei Betroffenen unter Umständen der Dickdarm komplett entfernt werden muss. Im Einzelfall kann die Erkrankung laut Professor Rodloff einen tödlichen Verlauf nehmen.

Wie der Tagungspräsident der ISC International Conference "New Views on Clostridium difficile Infections" weiter erklärt, hat die Zahl der Erkrankungen in letzter Zeit erheblich zugenommen. Sorgen bereiten den Medizinern in diesem Zusammenhang vor allem zwei Fakten: Zum einen bildet der jetzt in Europa festgestellten Erreger drei verschiedene Toxine, während bislang nur zwei Giftstoffe bekannt waren. Zudem werden Infektionen mit Clostridium difficile inzwischen auch außerhalb von Krankenhäusern diagnostiziert und es treten Erkrankungen auf, obwohl die Betroffenen zuvor nicht mit Antibiotika behandelt wurden.

Clostridium difficile zählt zu den bekanntesten und häufigsten Krankenhauskeimen. Ist die Darmflora durch die Gabe von Antibiotika so beeinflusst, dass andere Bakterienarten zurückgedrängt wurden, kann sich der sporenbildende Erreger stark vermehren und Gifte bilden, die zu lebensbedrohenden Durchfällen führen können. "Die Ausbreitung der Erreger wird dadurch begünstigt, dass die Clostridien Sporen bilden können, die nicht von der üblichen alkoholischen Handdesinfektion erfasst werden können", erklärt Prof. Dr. Rodloff.

Festgestellt wurden die neuen Clostridium-Stämme bisher unter anderem in Großbritannien, den Niederlanden, Frankreich, Belgien und in Deutschland, wo die besonders aggressiven Bakterien zunächst im Raum Trier identifiziert wurden. "Wir werden bei der Konferenz drei thematische Schwerpunkte ansprechen: Die Epidiomologie, also die Frage, wo tritt was wie auf, den Pathomechanismus, also den Ablauf des Krankheitsprozesses bei Infektion mit den neuen Stämmen, und schließlich werden wir auch darüber reden, ob und wenn ja welche neuen Therapeutika in Sicht sind", so Rodloff. An der Veranstaltung sind eine ganze Reihe von Fachgesellschaften sowie das Robert-Koch-Institut und die Deutsche Forschungsgemeinschaft beteiligt, Ausdruck für die erhebliche Brisanz des Themas. Das Leipziger Uni-Institut ist das deutsche Konsiliarlabor für anaerobe Infektionserreger und damit für die Ausrichtung des Symposiums prädestiniert.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. med. Arne C. Rodloff
Telefon: 0341 97-15200
E-Mail: acr@medizin.uni-leipzig.de

Tobias D. Höhn | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de/~mikrob

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule
18.01.2017 | Technische Universität Bergakademie Freiberg

nachricht Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017
17.01.2017 | Max-Planck-Institut für Astronomie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik