Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Chirurgie ist mehr als Operieren

28.08.2012
Knapp 15 Millionen Operationen führten Ärzte im Jahr 2010 in deutschen Krankenhäusern durch, so die Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Patienten „verschlafen“ diese Eingriffe an ihrem Körper in der Regel und ahnen oft auch nichts vom aufwändigen Prozessmanagement und der engen Zusammenarbeit von Behandlungsteams aus verschiedenen Berufsgruppen, die den Eingriff begleiten.
Wie sich durch aktuelle Behandlungsstandards in der Intensiv- und Notfallmedizin und der postoperativen Schmerztherapie, durch interdisziplinär abgestimmte Behandlungspfade sowie Qualitäts- und Risikomanagement die Chirurgie noch besser und sicherer machen lässt, diskutieren die Arbeitsgemeinschaften der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für klinisches Prozessmanagement (DGKPM) auf ihrer Jahrestagung „Chirurgie ist mehr als Operieren“ vom 30. August bis 1. September 2012 in Berlin.

Patient verwechselt, falsche Seite operiert, heftige Schmerzen und Erbrechen nach dem Eingriff, Komplikationen durch Nahrungsentzug und Immobilisation – Um dies zu vermeiden, arbeiten Chirurgen mit einem Netzwerk von Experten rund um die Operation zusammen. „Gute Chirurgie besteht nicht nur aus der fachgerecht durchgeführten Operation, sie ist vielmehr das Ergebnis einer engen Teamarbeit des Chirurgen mit Schmerztherapeuten, Intensiv- und Notfallmedizinern, Pflegekräften, Physiotherapeuten und Experten aus Qualitäts- und Sicherheitsmanagement“, betonen Professor Dr. med. Hartwig Bauer, langjähriger DGCH-Generalsekretär, Berlin, und Professor Dr. med. Axel Ekkernkamp, Greifswald, als Leiter der Tagung.

Orientiert an den Befunden, dem Gesamtzustand und der Belastbarkeit sowie den individuellen Bedürfnissen und Präferenzen des Patienten entscheidet der Operateur, ob ein Eingriff notwendig ist und wählt das geeignete Verfahren aus. Er veranlasst auch die Betreuung vor, während und nach der OP und empfiehlt Rehabilitation und Nachsorge. „Das bedeutet aber nicht, dass der Chirurg bei der heute unverzichtbaren Spezialisierung alle Leistungen selbst erbringen muss“, erläutert Professor Bauer. Um diese Abläufe um eine Operation zu verbessern, unterhält die DGCH verschiedene chirurgische Arbeitsgemeinschaften: Die Arbeitsgemeinschaft für Qualität und Sicherheit (CAQS), für Akutschmerz (CAAS), für Perioperative Medizin (CAPM) und für Intensiv- und Notfallmedizin (CAIN) bündeln die chirurgischen Kompetenzen auf diesen Gebieten.

Seit 20 Jahren arbeitet die CAQS für mehr Qualität und Sicherheit von Operationen und an einer Minimierung der Fehlerquote im gesamten Behandlungsablauf. Dazu zählt der Einsatz von Checklisten für die OP oder für den Umgang mit gefährlichen, multiresistenten Keimen sowie die Sicherheit von Medizinprodukten. Ziel der CAAS ist das „schmerzfreie Krankenhaus“: Hielten Ärzte sich früher – etwa bei Unfallpatienten oder akuten chirurgischen Erkrankungen – mit der Gabe von Schmerzmitteln zurück, um in der Diagnostik nichts zu „verschleiern“, stillen sie heute als Erstes die Schmerzen des Patienten. Die von der CAAS empfohlenen Konzepte sollen den Patienten nicht nur unnötige akute Schmerzen ersparen. Indem sie eine raschere Mobilisation des Patienten erlauben, verhindern sie auch Komplikationen wie Thrombosen oder Lungenentzündungen.

Insbesondere bei Schwerverletzten und frisch Operierten gilt es, die Organfunktionen sorgfältig zu überwachen. Die Weiterentwicklung und Umsetzung der neuesten Behandlungsstandards ist Aufgabe der CAIN. An allen Fragen der perioperativen Versorgung arbeitet die CAPM. Sie untersucht beispielsweise, wann eine Vorbeugung durch Antibiotika sinnvoll ist. Die von der DGKPM entwickelten klinischen Ablaufpfade sorgen schließlich für standardisierte, dokumentierte Prozesse – vom Erstkontakt des Patienten mit der Klinik bis zur Entlassung. Bei alledem geht es auch wesentlich darum, wie sich Erkenntnisse der evidenzbasierten Medizin am Krankenbett umsetzen lassen und wie sich der Patient in Entscheidungen einbeziehen lässt. Neben zahlreichen Vortragssitzungen und Workshops zu diesen Themen diskutieren die Teilnehmer auf der gemeinsamen Jahrestagung auch über die politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen „guter Medizin“. Weitere Informationen und das Programm finden Sie unter: http://www.dgch.de/deutsch/veranstaltungen

Terminhinweis:
30. August bis 1. September 2012
Chirurgie ist mehr als Operieren: Gemeinsame Tagung der CAQS, CAAS, CAPM, CAIN der DGCH in Zusammenarbeit mit der DGKPM, 20. Tagung der CAQS
Ort: Langenbeck-Virchow-Haus, Luisenstraße 58/59, 10117 Berlin

Kontakt für Journalisten:
Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH)
Pressestelle
Anna Julia Voormann
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart

Berliner Büro:
Langenbeck-Virchow-Haus
Luisenstraße 59
10117 Berlin

Telefon: 0711 8931-552
Fax: 0711 8931-167
E-Mail: voormann@medizinkommunikation.org

Anna Julia Voormann | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgch.de
http://www.dgch.de/deutsch/veranstaltungen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017
17.10.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017
17.10.2017 | Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Im Focus: Smart sensors for efficient processes

Material defects in end products can quickly result in failures in many areas of industry, and have a massive impact on the safe use of their products. This is why, in the field of quality assurance, intelligent, nondestructive sensor systems play a key role. They allow testing components and parts in a rapid and cost-efficient manner without destroying the actual product or changing its surface. Experts from the Fraunhofer IZFP in Saarbrücken will be presenting two exhibits at the Blechexpo in Stuttgart from 7–10 November 2017 that allow fast, reliable, and automated characterization of materials and detection of defects (Hall 5, Booth 5306).

When quality testing uses time-consuming destructive test methods, it can result in enormous costs due to damaging or destroying the products. And given that...

Im Focus: Cold molecules on collision course

Using a new cooling technique MPQ scientists succeed at observing collisions in a dense beam of cold and slow dipolar molecules.

How do chemical reactions proceed at extremely low temperatures? The answer requires the investigation of molecular samples that are cold, dense, and slow at...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mikroben hinterlassen "Fingerabdrücke" auf Mars-Gestein

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vorhersagen bestätigt: Schwere Elemente bei Neutronensternverschmelzungen nachgewiesen

17.10.2017 | Physik Astronomie

Kaiserschnitt-Risiko ist vererbbar

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie