Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Chirurgen tagen im März in Berlin: Chirurgie zwischen Faszination, Mut und Demut

27.01.2014
Die Chirurgie steht vor großen Herausforderungen. Faszinierende neue technische Möglichkeiten erlauben Eingriffe, die noch vor Kurzem undenkbar waren.

Zugleich sehen sich operative Fächer mit Risiken konfrontiert, die zu schweren Krankheitsverläufen führen können und nicht zuletzt auch Versicherungsprämien in Rekordhöhen steigen lassen.

Wie sich die Chirurgie in diesem Spannungsfeld zum Wohl der Patienten einrichten kann, diskutieren rund 5500 Chirurgen vom 25. bis 28. März 2014 unter dem Motto „Chirurgie zwischen Faszination, Mut und Demut“ auf dem 131. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) in Berlin.

Faszination, Mut und Demut – jeder Aspekt dieses Dreiklangs steht Pate für einen Kongresstag. Der vierte Tag widmet sich dem Schwerpunktthema „Leben mit Einschränkungen“. Erst- und einmalig findet der Kongress bereits im März auf dem Südgelände der Messe Berlin statt. Diesjähriges Partnerland ist Israel.

Faszination, Mut und Demut sind notwendig, um den Beruf des Chirurgen erfolgreich ausüben zu können – das ist die Botschaft, die das Kongressmotto vermitteln will. „Und genau diese Eigenschaften und Fähigkeiten sollten wir jetzt aktivieren, um uns als Chirurgen im Spannungsfeld von Fortschritt, Patientenwohl und ökonomischen Druck zu positionieren“, erklärt Professor Dr. med. Joachim Jähne, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH).

Dem Motto folgend, widmet sich der erste Kongresstag dem Themenkomplex Faszination. „Hier stehen neue Operationstechniken im Vordergrund“, erläutert Jähne, der die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Diakoniekrankenhaus Henriettenstiftung gGmbH in Hannover leitet. Darunter finden sich innovative Methoden zur Blutstillung, Fortschritte in der Roboterchirurgie oder „mitdenkende“ Operationssäle. „Diese Neuerungen können Operationsergebnisse verbessern, Erholungszeiten verkürzen oder für mehr Patientensicherheit sorgen“, so Jähne. Videositzungen vermitteln einen Einblick in die chirurgische Praxis.

„Mut“ ist das übergeordnete Thema des zweiten Kongresstages. „Chirurgen brauchen ihn, um neuen Methoden zum Durchbruch zu verhelfen“, so Jähne. Mut sei heute aber auch notwendig, um Fehlentwicklungen wie die zunehmende Ökonomisierung in der Medizin aufzuhalten. „Wir sollten zudem couragiert Studien auf den Weg bringen, die den Langzeitnutzen von Eingriffen bewerten“, betont DGCH-Präsident Jähne. „Solche Versorgungsstudien liegen im gemeinsamen Interesse von Patienten, Kostenträgern und Chirurgen.“ Erste Langzeitergebnisse für Hüftgelenkoperationen, schwere Schädel-Hirnverletzungen und Wirbelsäuleneingriffe werden auf dem Kongress vorgestellt.

Doch die Chirurgie erfordert neben Mut gleichermaßen Demut. „Das bedeutet vor allem, vor jedem Eingriff eine Risikoabwägung vorzunehmen“, so Jähne. Jede Operation sei mit möglichen Komplikationen verbunden. „Im ungünstigen Fall muss der Patient nach einem Eingriff mit Einschränkungen leben“, betont der DGCH-Präsident. „Wir sollten uns daher ein Stück weit auf unsere Grenzen besinnen und im Zweifel den ärztlichen Leitsatz primum non nocere – zuerst einmal nicht schaden – vor die olympische Losung citius, altius, fortius – schneller, höher, stärker – stellen.“

Partnerland des 131. DGCH-Kongresses ist Israel. Um an das Unrecht zu erinnern, das jüdischen Ärzten in der Zeit des Nationalsozialismus zugefügt wurde, zeigt die DGCH an allen Kongresstagen die Ausstellung „Fegt alle hinweg“. Am 26. März wirbt ein Fünf-Kilometer-Lauf im Tiergarten für die Organspende-Bereitschaft. Interessierte sind herzlich eingeladen, ab 16.30 Uhr mitzulaufen.

Weitere Infos zu Programm und Hinweise zur Anmeldung unter http://www.chirurgie2014.de.

Termine der Pressekonferenzen:

Vorab-Pressekonferenz
Mittwoch, 19. März 2014, von 11.00 bis 12.00 Uhr
Ort: Langenbeck-Virchow-Haus, Luisenstraße58/59, 10117 Berlin, Bibliothek DGCH
Kongress-Pressekonferenzen
Die Pressekonferenzen der DGCH finden während des Kongresses täglich in Raum 6, Meeting Bridge Lindau, Messe Berlin – Südgelände statt.
Dienstag, 25. März 2014, von 12.30 bis 13.30 Uhr
Mittwoch, 26. März 2014, von 12.30 bis 13.30 Uhr
Donnerstag, 27. März 2014, von 12.30 bis 13.30 Uhr
Freitag, 28. März 2014, von 12.30 bis 13.30 Uhr
Kontakt für Journalisten:
Pressestelle Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH)
Anne-Katrin Döbler und Kerstin Ullrich
Pf 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-641
Fax: 0711 8931-167
ullrich@medizinkommunikation.org

Anna Julia Voormann | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgch.de
http://www.chirurgie2014.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Das Immunsystem in Extremsituationen
19.10.2017 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm
19.10.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise