Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Chirurgen entwickeln optimierte Abläufe im Operationssaal

12.04.2010
Technische Fortschritte im Operationssaal und der reibungslose Ablauf von chirurgischen Eingriffen sind ohne IT-Unterstützung nicht möglich. Ziel der Weiterentwicklungen ist, Lebenszeit und Lebensqualität von Erkrankten zu erhöhen. Um die Sicherheit der Patienten nicht zu gefährden, müssen Sicherungs- und Kommunikationssysteme gemeinsam entwickelt und optimiert werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) macht dieses Thema zu einem ihrer Schwerpunktthemen des 127. Chirurgenkongresses vom 20. bis 23. April 2010 im ICC Berlin.

"Die rasante Entwicklung kann dazu führen, dass der notwendige Informationsaustausch nicht Schritt hält", erläutert Kongresspräsident Professor Dr. med. Reiner Gradinger, Ärztlicher Direktor des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München.

"Wir müssen dorthin schauen, wo Kommunikation nicht auf dem hohen Niveau funktioniert, das wir uns als Ziel setzen." Lösungen aus der IT spielen dabei eine wichtige Rolle. Dazu gehört beispielsweise der direkte Informationsaustausch zwischen verschiedenen Versorgungsebenen: die digitale Dokumentation und Weitergabe von Patienten-Daten aus der Notaufnahme in den Operationssaal und weiter zur klinischen oder ambulanten Betreuung.

Moderne IT-Lösungen erlauben mittlerweile detailgetreue Simulationen im Operationssaal. Wie solche individuellen Arbeitsabläufe im Vorfeld geprobt werden, können Teilnehmer des Chirurgenkongresses im Operationssaal "orthoMIT" erleben. Dieser ist Teil des Branchentreffs conhIT, der vom 20. bis 22. April 2010 auf dem nahegelegenen Messegelände Berlin stattfindet. Teilnehmer des Chirurgenkongresses können mit ihren Tagungskarten auch conhIT-Veranstaltungen besuchen. Ein Shuttle-Service zwischen den beiden Tagungsorten unterstützt den Informationsaustausch.

Weitere Veranstaltungen des 127. Chirurgenkongresses informieren die rund 6000 teilnehmenden Ärzte und Wissenschaftler über aktuelle Sicherheitsstandards, die in den letzten Jahren erfolgreich in Deutschland eingeführt wurden. Dazu gehört beispielsweise eine weiterentwickelte WHO-Checkliste durch die chirurgische Universitätsklinik Greifswald. Diese stellt sicher, dass der verantwortliche Chirurg den Patienten davor persönlich sieht, den geplanten Eingriff überprüft und die Schnitte vorab markiert. Der Patient erhält dadurch Informationen, wie groß und an welchen Stellen die chirurgischen Schnitte sein werden. In Greifswald haben die Maßnahmen die Sicherheit und die Zufriedenheit der Patienten erhöht. Eine Studie zur WHO-Checkliste in acht Kliniken weltweit belegte außerdem, dass diese die Mortalitätsrate, die Infektionsrate und die Anzahl der Reoperationen signifikant senkt.

Die DGCH hat die Einführung und Erweiterung der Checkliste aktiv begleitet und frühzeitig ihren Mitgliedern nahegelegt, die Liste im Klinikalltag routinemäßig zu nutzen. Im Jahr 2005 hat der damalige Präsident Professor Dr. med. Matthias Rothmund, Marburg, das Thema "Patientensicherheit in der Chirurgie" öffentlich diskutiert und damit eine Erfolgsgeschichte für die Chirurgen initiiert. Dafür erhält er 2010 im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung den Rudolf-Zenker-Preis der DGCH. Auf der DGCH-Pressekonferenz am 21. April 2010 in Berlin werden Professor Rothmund und weitere Experten über die Aktivitäten für mehr Patientensicherheit informieren.

Terminhinweise:

DGCH-Pressekonferenz
Patientensicherheit
Mittwoch, 21. April 2010, 12.00 bis 13.00 Uhr, Ort: Raum 42, ICC Berlin
Kongresseröffnung
Dienstag, 20. April 2010, ab 17.45 Uhr, Ort: Saal 2, ICC Berlin
DGCH-Vortragveranstaltung
Kommunikationsoptimierung
Dienstag, 20. April 2010, 14.00 bis 15.30 Uhr, Ort: Dachgartenfoyer, ICC Berlin
DGCH-Vortragveranstaltung
conhIT Patientensicherheit durch IT
Mittwoch, 21. April 2010, 14.30 bis 16.00 Uhr, Ort: Saal 6, ICC Berlin
DGCH/CAQ-Vortragveranstaltung
Patientensicherheit
Donnerstag, 22. April 2010, 10.30 bis 12.00 Uhr, Ort: Saal 3, ICC Berlin
conhIT-Veranstaltung
Intuitive Tumordokumentation - damit die Dokumentation nicht zum Tumor wird
Donnerstag, 22. April 2010, 09.30 bis 11.00 Uhr
Ort: Halle 1.2, Saal 1, Messegelände Berlin (Shuttle-Service vom ICC)
Kontakt für Journalisten/Zur Akkreditierung:
Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH)
Pressestelle
Beate Schweizer
Postfach 30 11 20, 70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-295, Telefax: 0711 8931-167
E-Mail: Schweizer@medizinkommunikation.org

Beate Schweizer | idw
Weitere Informationen:
http://www.chirurgie2010.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen
24.03.2017 | Technische Hochschule Wildau

nachricht Lebenswichtige Lebensmittelchemie
23.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise