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Chinaschilf macht als nachwachsender Rohstoff Furore

02.11.2012
Miscanthus (Riesen-Chinaschilf) zählt zu den spektakulärsten neuen Nutzpflanzen. Wegen seines raschen Wachstums und seiner vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten macht der nachwachsende Rohstoff Furore.

Eine Tagung auf dem Campus Klein-Altendorf der Universität Bonn blickt von Mittwoch bis Freitag, 7. bis 9. November 2012, auf 20 Jahre Forschung zu dieser Pflanze zurück. Prominenter Referent ist der Journalist und Umweltaktivist Dr. Franz Alt. Außerdem ist die neue Hackschnitzelheizanlage zu besichtigen, die den Campus mit Wärme aus nachwachsenden Rohstoffen versorgt. Die Medien sind herzlich willkommen!

Der Bedarf an erneuerbarer Energie nimmt stetig zu. „Neben Holzhackschnitzeln aus der begrenzten Ressource Wald rücken mehrjährige Energiepflanzen zunehmend in den Blickpunkt der Forschung und der praktischen Landwirtschaft“, sagt Prof. Dr. Ralf Pude, Leiter des Fachbereichs Nachwachsende Rohstoffe der Universität Bonn und Geschäftsführer der Außenlabore. Derzeit werden auf rund 6.000 Hektar in Deutschland Pflanzen zur Erzeugung von Festbrennstoffen angebaut – etwa Pappeln, Weiden und Riesen-Chinaschilf (Miscanthus).

Ein Hektar entspricht dem Brennwert von 8.000 Litern Heizöl

Alle Arten des Chinaschilfs stammen aus Ostasien, einige können binnen eines Sommers über fünf Meter hoch werden. Durch das rasche Wachstum erzielt Chinaschilf als nachwachsender Rohstoff hohe Erträge. Aus dem vielseitigen Riesengras lassen sich etwa Dämmplatten, Lenkräder, Papier und Torfersatz für Blumenkübel herstellen. Auch für die Energiegewinnung ist Miscanthus interessant: Auf einem Chinaschilf-Hektar kann soviel Biomasse wachsen, wie dem Brennwert von 8.000 Litern Heizöl entspricht.

Besichtigung der neuen Hackschnitzelheizanlage

Die „Internationale Vereinigung für Miscanthus und mehrjährige Energiegräser (MEG) e.V.“ lädt zur 7. Internationalen Miscanthus-Tagung von Mittwoch bis Freitag, 7. bis 9. November 2012, auf den Campus Klein-Altendorf der Universität Bonn bei Rheinbach ein. Im Zentrum stehen 20 Jahre Forschung an der Energiepflanze Miscanthus. Bei der Fachveranstaltung des Lehr- und Forschungsschwerpunktes „Umweltverträgliche und Standortgerechte Landwirtschaft (USL) am Mittwoch, 7. November, von 10 bis 16.45 Uhr im Forum des Campus Klein-Altendorf geht es zunächst um mehrjährige Bioenergiepflanzen. Zudem besteht in der Mittagspause zwischen 12.45 und 14.15 Uhr die Möglichkeit, die neue 500 kW Hackschnitzelheizanlage zu besichtigen, die den Campus mit Wärme aus nachwachsenden Rohstoffen versorgt. Am 8. November findet die 7. Internationale Miscanthus-Tagung statt, wo es um die Erfahrungen zum Anbau und die Nutzung des Riesengrases geht.

Dr. Franz Alt als prominenter Tagungsreferent

Prominenter Tagungsreferent ist am Donnerstag, 8. November, der Journalist und Buchautor Dr. Franz Alt, der früher unter anderem das Polit-Magazin „Report“ sowie die Magazine „Querdenker“ und „Grenzenlos“ moderierte. Mit seinem Buch „Schilfgras statt Atom“ hat er Miscanthus vor 20 Jahren erstmals in die Öffentlichkeit gebracht. Er erhielt zahlreiche Preise, darunter für sein Engagement zur Nutzung der Sonnenenergie den Deutschen Solarpreis und den Europäischen Solarpreis sowie andere Umweltauszeichnungen. Von 11.15 bis 12 Uhr spricht Dr. Franz Alt im Forum des Campus Klein-Altendorf zu „Deutschland vor der Energiewende“.

Die Medien sind herzlich willkommen!

Am Freitag, 9. November, finden zwischen 9.30 und 11.30 Uhr Führungen zu verschiedenen Versuchen mit Miscanthus auf dem Campus Klein-Altendorf statt. Medien sind bei der Tagung herzlich willkommen!

Kontakt:

Prof. Dr. Ralf Pude
Geschäftsführer der Außenlabore Agrar, Geodäsie, Ernährung (AGE)
Leiter des Forschungsbereiches Nachwachsende Rohstoffe
Tel. 02225/9996313
Mobil: 0163/7337892
E-Mail: r.pude@uni-bonn.de

Johannes Seiler | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de
http://www.miscanthus-society.com/
http://www.cka.uni-bonn.de/

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