Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Celle Drilling 2011 - Tiefbohrkonferenz als technologischer „Leuchtturm“

12.09.2011
Der geologische Untergrund, aufgeschlossen durch Bohrungen, wird künftig noch sehr viel stärker genutzt werden als dies bislang der Fall war. Zur Gewinnung von Wasser, konventionellem Erdöl und Erdgas sowie der Speicherung von Erdgas kommen neue Nutzungsmöglichkeiten hinzu. Beispiele sind die Gewinnung geothermischer Energie, die Speicherung von Druckluft und Wasserstoff, aber auch die Entwicklung unkonventioneller Erdgasvorkommen und der Aufschluss des Untergrundes über extrem lange Horizontalbohrungen.

Die neuen Nutzungsmöglichkeiten stellen Anforderungen an Bohrtechnik, Sicherheit, Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit, die bislang nicht abgedeckt sind. Die Bewältigung dieser Herausforderungen ist Gegenstand der Konferenz „Celle Drilling“, die vom 12. – 13. September 2011 ihre Premiere erlebt und sich dauerhaft und regelmäßig dieser Zukunftsfrage widmen soll.

Die „Celle Drilling“ wird durch den Verein GeoEnergy Celle e.V. und den niedersächsischen Forschungsverbund „gebo – Geothermie und Hochleistungsbohrtechnik“ in Zusammenarbeit mit der Deutschen Wissenschaftlichen Gesellschaft für Erdöl, Erdgas und Kohle e.V. (DGMK ), der International Association of Drilling Contractors (IADC), der Society for Petroleum Engineers, German Section (GSSPE) und dem Bundesverband Geothermie e.V. (GtV) durchgeführt.

Das Interesse der internationalen Fachwelt an Themen wie etwa neue Prozesse zur Gesteinszerstörung, neue Herstellungsverfahren für Tiefbohrungen, z.B. durch Endlosrohre, neue umweltverträglichere Materialien sowie dem Einsatz von künstlicher Intelligenz ist groß. Für die Konferenz sind bereits mehr als 250 Anmeldungen von Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Behörden aus dem In- und Ausland eingegangen.

Mit der Einrichtung des Forschungsverbundes Geothermie und Hochleistungsbohrtechnik hat das Land Niedersachsen bereits im Jahr 2009 Weichenstellungen vorgenommen, insbesondere in der Bohrtechnologie zur Weltspitze aufzuschließen und Entwicklungen für das Erbohren heißer und harter Gesteinsschichten zu fördern. Der niedersächsische Forschungsverbund ist ein Vorhaben, in dem mehr als 40 Wissenschaftler der Universitäten Braunschweig Clausthal, Göttingen und Hannover, der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe und dem Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik im Geozentrum Hannover sowie dem Energie-Forschungszentrum Niedersachsen in Goslar zusammenarbeiten, um die Wirtschaftlichkeit geothermischer Energiegewinnung zu verbessern.

Nur durch gezielte Technologieentwicklung lässt sich z.B. das im niedersächsischen Untergrund vorhandene geothermische Potenzial umfassend nutzen, ein erklärtes Ziel der Landesregierung. Die jetzt von der deutschen Bundesregierung beschlossene „Energiewende“ hat die durch Niedersachsen eingeschlagene Richtung in der Technologieförderung eindrucksvoll bestätigt.

Komplementär zum wissenschaftlich ausgerichteten Forschungsverbund haben sich die in Celle ansässigen Bohr- und Erdöl-Service-Unternehmen im Jahr 2010 zum Verein GeoEnergy Celle e.V. zusammengeschlossen, um Technologien, Standards und Infrastrukturen für die effiziente Erschließung und Nutzung des geologischen Untergrundes zu fördern sowie den Aufbau neuer Anwendungen und Märkte insbesondere im Bereich der regenerativen Energiequellen zu unterstützen. In der Zusammenarbeit mit gebo und weiteren durch das Land Niedersachsen geplanten Einrichtungen auf diesem Gebiet, z.B. dem Forschungszentrum Drilling Simulator, soll die Position von Celle als international anerkannter Standort für oberflächennahe und tiefe Bohrtechnik ausgebaut und im Sinne einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung gestärkt werden.

„Die ,Celle Drilling 2011' ist ein erstes Beispiel für die von gebo und GeoEnergy gepflegte Zusammenarbeit zwischen Forschung und Anwendung. In der öffentlichen und politischen Diskussion zur Sicherstellung einer sicheren Versorgung mit Energie kommen grundsätzliche technische und geowissenschaftliche Themen zur Nutzung des Potentials im Untergrund oft zu kurz“, so die Vorsitzende des Vereins GeoEnergy, Dr. Susanne Schmitt.

Die neue Konferenz soll deshalb "eine Plattform bieten für fachlich-interdisziplinären Austausch aktueller technischer und geowissenschaftlicher Aspekte in der Bohrtechnik, Schlüsseltechnologie für die Nutzung des Untergrundes", erläutert der Leiter des Forschungsverbundes gebo, Professor Kurt Reinicke weiter. Zielgruppe sind Fachleute aus Hochschule und Industrie in den Bereichen Bohrtechnik und Geowissenschaften, Materialwissenschaften und Elektronik. Sie erhalten die Gelegenheit, neue Ergebnisse, Erkenntnisse und Methoden auf den genannten Gebieten vorzustellen und Kontakte zu knüpfen.

Auf dem Programm der Konferenz, die in der „Congress Union Celle“ stattfindet, stehen insgesamt 39 Vorträge. Außer aus Deutschland kommen die Referenten und Teilnehmer u.a. aus Island, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Schweiz und den USA.

Christian Ernst | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-clausthal.de
http://www.geoenergy-celle.de/celle-drilling-2011/programm_plenum_en.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni
24.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet
24.05.2017 | Deutsche Diabetes Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten