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Blicke in die „Schaltzentrale“ der menschlichen Emotionen

13.08.2010
Psychologen der Universität Jena laden Doktoranden zum Erfahrungsaustausch ein

Mit modernen bildgebenden Verfahren wie der Kernspintomographie gelingen Wissenschaftlern inzwischen faszinierende Einblicke in die Funktionsweise des menschlichen Gehirns. Zusätzliche Rückschlüsse auf die Arbeitsweise unseres Denkorgans liefern zudem Krankheitsbilder, etwa von Schlaganfall-Patienten oder Autisten. In Jena erforschen zahlreiche Wissenschaftler unter anderem einen Teil der vorderen Großhirnrinde, der als anteriorer cingulärer Kortex bezeichnet wird.

„In diesem Teil der Großhirnrinde werden Informationen verarbeitet und er spielt eine wichtige Rolle bei der Verarbeitung und Regulation von Emotionen“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Miltner von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Geregelt wird in diesem Hirnteil beispielsweise, wie gut ein Mensch mit Angst, Freude, Ekel oder Ärger umgehen kann.

Prof. Miltner, Inhaber des Lehrstuhls für Biologische und Klinische Psychologie, lädt gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Prof. Dr. Thomas Weiß von der Uni Jena und Prof. Dr. Johannes S. Hewig von der Universität Würzburg zur Herbst-Schule „Kognitive, affektive und nociceptive Funktionen des anterioren cingulären Kortex“ auf Schloss Oppurg ein. Zwischen dem 25. und 28. November werden sich dort Doktoranden aus verschiedenen deutschen Universitäten mit den unterschiedlichen Funktionen des anterioren cingulären Kortex beschäftigen. Der Clou dabei: Die Jenaer Doktoranden haben von sich aus eine Initiative gestartet, um mit den Experten des Fachgebietes in Austausch treten zu können. Um jedoch in den Genuss einer Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zu kommen, waren die Professoren als Antragsteller notwendig. Eine Aufgabe, der sich Miltner, Weiß und Hewig gern gestellt haben. Die DFG hat jetzt gut 35.000 Euro bewilligt, so dass 30 Nachwuchswissenschaftler an der Herbst-Schule teilnehmen können.

Als Experten sagten bereits Prof. Dr. Brent A. Vogt von der Upstate University of New York, Prof. Dr. Mats Fredrikson von der Uppsala University aus Schweden, Prof. Dr. Edmund T. Rolls vom Oxford Centre for Computational Neuroscience, Prof. Dr. Christian Büchel vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Prof. Dr. Matthews Rushworth von der Universität Oxford und Prof. Dr. Markus Ullsperger von der Radbound University Nijmegen ihre Mitwirkung zu. Auf Schloss Oppurg werden diese Spezialisten nicht nur auf Psychologen treffen. Eingeladen zur „Autumn School“ sind Nachwuchswissenschaftler aus der Medizin, Biologie und anderen neurowissenschaftlichen Disziplinen. Voraussetzung für eine Bewerbung ist das Forschungsthema anteriorer cingulärer Kortex. Anmeldungen zur Autumn School sind bis zum 15. Oktober 2010 möglich.

Kontakt:
Prof. Dr. Wolfgang H. R. Miltner
Institut für Psychologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Am Steiger 3, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 945140
E-Mail: miltner[at]biopsy.uni-jena.de

Stephan Laudien | idw
Weitere Informationen:
http://www.autumnschool2010.uni-jena.de

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