Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biowissenschaftler peilen weiteres Exzellenznetzwerk an

26.02.2010
Hallesche Biowissenschaftler wollen ein Erfolgsmodell fortsetzen: Sachsen-Anhalts Landesexzellenznetzwerk "Strukturen und Mechanismen der biologischen Informationsverarbeitung" soll einen würdigen Nachfolger mit neuer Schwerpunktsetzung bekommen.

Ein entsprechender Antrag werde vorbereitet, sagten die Netzwerk-Sprecher im Vorfeld einer Tagung, die die Kooperationspartner am 4. und 5. März 2010 in Halle veranstalten. Das an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg angesiedelte Netzwerk besteht seit 2006 und wird bis Ende dieses Jahres gefördert.

"Das Land Sachsen-Anhalt hat vor fünf Jahren mit der Exzellenzförderung eine Vorreiterrolle übernommen", konstatiert MLU-Biologe Prof. Dr. Gunter Reuter, Nachfolger des 2009 verstorbenen Prof. Dr. Rainer Rudolph im Sprecher-Trio des Netzwerks. "Diese Entscheidung war goldrichtig. Und jetzt deuten die Signale, die wir von der Landesregierung erhalten haben, darauf hin, dass ein biowissenschaftlicher Schwerpunkt auch weiterhin erwünscht ist. Damit wird es langfristig möglich, das international anerkannte Potenzial der beteiligten Forschungseinrichtungen Sachsen-Anhalts weiter zu stärken." Über die thematische Neuausrichtung berate derzeit eine Arbeitsgruppe, danach werde eine Antragsskizze erstellt. "Die Erforschung von Proteinfunktionen und -strukturen dürfte stärker in den Fokus rücken."

Das bestehende Exzellenznetzwerk umfasst 106 Forscher aus vier Fakultäten der Martin-Luther-Universität, der Max-Planck-Forschungsstelle für Enzymologie der Proteinfaltung Halle, dem Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie Halle und dem Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung Gatersleben. Ihre gemeinsamen Ziele: wissenschaftliche Spitzenleistungen vollbringen, die Nachwuchsqualifizierung stärken und die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Halle/Gatersleben erhöhen, national wie international.

"Entscheidend war und ist die wissenschaftliche Exzellenz", betont Prof. Dr. Gunter Fischer, Direktor der Max-Planck-Forschungsstelle für Enzymologie der Proteinfaltung - und nennt Beispiele: Die epigenetische Steuerung der sogenannten Blattseneszenz, eines pflanzlichen Alterungsprozesses, sei erstmals durch eine Arbeitsgruppe des Netzwerks erklärt worden. Einer anderen Gruppe sei es in Kooperation mit US-Wissenschaftlern gelungen, das weltweit genaueste Bild des Auslösers der Alzheimer-Krankheit zu erzeugen.

Fischer und Reuter verweisen zudem darauf, dass das Exzellenznetzwerk die Initialzündung gegeben habe für weitere, in Wettbewerbsverfahren auf den Weg gebrachte Großprojekte, darunter das Zentrum für Innovationskompetenz "HALOmem" und das Protein-Kompetenznetzwerk Halle (ProNet-T³). Letzteres bekam im vergangenen Jahr die Förderzusage vom Bundesministerium für Bildung und Forschung - als einziges Projekt aus Sachsen-Anhalt in der zweiten Runde des Programms "Spitzenforschung und Innovation in den Neuen Ländern". Die eingeworbenen Drittmittel summieren sich auf 26 Millionen Euro. Die durch das Land Sachsen-Anhalt getragene Grundförderung für das Exzellenznetzwerk betrug jährlich bis zu 2,5 Millionen Euro.

"Nachhaltige Effekte auf allen Ebenen" sieht Gunter Reuter und erwähnt dabei auch die Weiterförderung zweier Sonderforschungsbereiche sowie die Berufung weiterer exzellenter Forscher an die hallesche Universität. 33 Netzwerk-Doktoranden werden zum Ende dieses Jahres ihre Promotion abgeschlossen haben. "Sowohl die Anzahl als auch die Zufriedenheit der Doktoranden zeigt, wie wichtig uns die Qualifizierung des Nachwuchses ist", sagt Reuter.

Die bislang erreichten Ergebnisse sollen am 4./5. März bei einer Tagung diskutiert werden. Die Einführungsvorträge für die einzelnen Forschungscluster und Nachwuchsforschergruppen halten international anerkannte Wissenschaftler aus Deutschland, Finnland und den Niederlanden. Diese Gäste sollen zusammen mit dem wissenschaftlichen Beirat auch die Ergebnisse bewerten und Empfehlungen für die weitere Entwicklung geben. Erwartet werden bis zu 150 Teilnehmer.

Ansprechpartner zu dieser Pressemitteilung:

Prof. Dr. Gunter Reuter
Leiter der Arbeitsgruppe Entwicklungsgenetik
Telefon: 0345 55 26300
E-Mail: gunter.reuter@genetik.uni-halle.de
Prof. Dr. Gunter Fischer
Direktor der Max-Planck-Forschungsstelle für Enzymologie der Proteinfaltung
Telefon: 0345 55 22800
E-Mail: fischer@enzyme-halle.mpg.de
Prof. Dr. Dierk Scheel
Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie Halle, Leiter der Forschungsgruppe Zelluläre Signaltransduktion
Telefon: 0345 5582 1400
E-Mail: dscheel@ipb-halle.de
Dr. Matthias Strutz
Koordinator des Landesexzellenznetzwerks
Telefon: 0345 55 24805
E-Mail: matthias.strutz@biochemtech.uni-halle.de

Carsten Heckmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-halle.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein
28.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle
28.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten