Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bionik: Industrie versteckt Vorbilder aus der Natur

17.03.2011
Neue Entwicklungen mit biologischem Vorbild auf Kongress vorgestellt

Bionische Produkte und Entwicklungen, bei der die Natur als Ideengeber dient, bereichern schon seit längerem die Gesellschaft. Zu den bekanntesten Beispielen zählen wohl der Klettverschluss und der selbstreinigende Lotuseffekt. ´

Doch in der Industrie werden bionische Optimierungen bislang selten offen kommuniziert. "Gut 98 Prozent der deutschen Autos enthalten z.B. zehn bis 15 Prozent an Bauteilen, die bionisch verbessert sind.", erklärt Rainer Erb, Geschäftsführer von BIOKON e.V. http://www.biokon.de und Ausrichter des heute, Donnerstag, endenden Bionik-Industrie-Kongress in Berlin.

Der gemeinnützige Verein BIOKON versteht sich als Vermittler zwischen der Wissenschaft Bionik, die Disziplinen wie Biologie, Technik, Chemie, Physik und sogar Architektur vereint und der Industrie. "Wir haben einige Vertreter der Industrie, die auf keinen Fall wollen, dass wir sie nennen oder eben erzählen, dass z.B. in deren Autos Achsschenkel oder Motoraufhängung verbaut sind, bei denen die Natur als Vorbild gedient hat", ergänzt Thomas Speck, Professor an der Universität Freiburg, Direktor des Botanischen Gartens und Vorstandsvorsitzender von BIOKON e.V.

Positiver Imagetransfer möglich

Dabei hat die Bionik großes Potential die Nachhaltigkeit von Produkten stark zu verbessern. "Materialien werden beispielsweise leichter ohne an Stabilität zu verlieren", unterstreicht Erb im Gespräch mit pressetext. Generell gilt die Wissenschaft als leichter begreifbar, weshalb sie sich einer relativ hohen Akzeptanz erfreut. Umso unverständlicher ist daher die Zurückhaltung der Industrie, den positiven Imagetransfer für ihre werbliche Kommunikation zu nutzen.

"Wir haben bemerkt, dass die Bionik in der Allgemeinheit sehr positiv besetzt ist. Im Gegensatz zur Atom- oder Gentechnologie stehen die Menschen bionischen Produkten offen gegenüber und sind fasziniert von den Bildern, die wir ihnen immer wieder vorstellen können", weiß Erb aus Erfahrung.

Zecke als Vorbild für Dübel

Die Natur hat sich als Ideengeber und Innovationsmotor mit nachhaltigem Nutzen für Technik, Wirtschaft und Gesellschaft bewährt und bietet viele Ansätze, Prototypen und Produkte für die wichtigsten Industriebereiche wie Automobil, Maschinenbau, Biomedizintechnik, Chemie, Automatisierungstechnik und Bau.

Den rund 300 Kongressteilnehmern wurden während der zweitägigen Veranstaltungen zahlreiche Neuerungen vorgestellt. Darunter von Geckos inspirierte bionische Haftsysteme, gelenkfreie und wartungsarme Fassadenbeschattung, die dem Klappmechanismus der Paradiesvogelblume nachempfunden wurde und Dübel, die in ihrer Funktion dem Mundwerkzeug der Zecke ähnlich sind. Letztere wurden von den Bionik-Studenten Markus Hollermann und Felix Förster entworfen und werden nun gemeinsam mit der Fischerwerke GmbH & Co. KG, die bekannt für Ihre Fischer-Dübel sind, zur Marktreife weiterentwickelt.

Caroline Schoettler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.biokon.de

Weitere Berichte zu: BIOKON Bionik Dübel Ideengeber Imagetransfer Vorbilder

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Lebenswichtige Lebensmittelchemie
23.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht
22.03.2017 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen